Vorjahressieger Stefan Denifl

Rundfahrt für Kletterer: Sechs Bergankünfte bei 70. Ö-Tour

Donnerstag, 03. Mai 2018 | 20:05 Uhr

Die Österreich-Rundfahrt den österreichischen Kletter-Spezialisten. Die Veranstalter des traditionsreichen Rad-Etappenrennens haben sich bei der am 7. Juli in Feldkirch startenden 70. Auflage bemüht, Fahrern wie Vorjahressieger Stefan Denifl, Ex-Gewinner Riccardo Zoidl und Hermann Pernsteiner eine ideale Strecke auf den Leib zu schneidern. Das ist mit sechs Bergankünften auf acht Etappen gelungen.

Mit Ausnahme des ersten und des letzten Abschnitts – um Feldkirch bzw. von Scheibbs am 14.7. ins finale Ziel in Wels – sind Qualitäten am Berg unverzichtbar, will ein Fahrer das diesmal Rote Trikot des Gesamt-Besten erobern. Hoch gelegene Ziele der Tour durch das Land der Berge sind Fulpmes (2. Etappe), das Kitzbüheler Horn (3.), Prägraten am Großvenediger (4.), das Fuscher Törl an der Glocknerstraße (5.), Wenigzell (6.) und der Sonntagberg im Mostviertel (7.).

Der am Donnerstagabend bei der Jubiläums-Gala im Donau Forum Linz im Beisein von elf früheren heimischen Siegern präsentierte Parcours nötigt denn auch Denifl einigen Respekt ab. “Das wird eine der schwierigsten und spektakulärsten Rundfahrten seit Jahren. Letztes Jahr wurde ich von Tag zu Tag stärker, insofern ist es schön, wenn auch nach dem Kitzbüheler Horn noch viele Berge kommen und so definitiv die Spannung bis zur letzten Sekunde aufrechterhalten bleibt”, erklärte der Stubaier aus dem Team Aqua Blue.

Für Zoidl war u.a. der Sieg 2013 das Sprungbrett in die WorldTour zum Team Trek. Nach Wels zum Felbermayr-Rennstall zurückgekehrt, hat der Fünfte von 2014 das Heimrennen zu einem seiner Saisonhöhepunkte erklärt. “Für mich sind die zahlreichen Bergankünfte positiv, weil sich dadurch mehr Chancen auf Spitzenplatzierungen bieten und auch einmal ein schlechter Tag wieder leichter kompensiert werden kann”, betonte der wie Denifl 30-jährige Oberösterreicher. “Es ist es mein Ziel und mein Traum, die Jubiläumsrundfahrt auf dem Podest zu beenden.”

Pernsteiner stammt aus der Buckligen Welt im südlichen Niederösterreich, doch der Mountainbiker fühlt sich auch in felsiger Umgebung wohl. Der 27-jährige Gesamt-Sechste von 2016 ist heuer ins WorldTour-Team des italienischen Stars Vincenzo Nibali gewechselt und hofft im Bahrain-Trikot auf freie Fahrt. “Die Tour wird sicher sehr spannend und kann jeden Tag eine neue Wendung nehmen. Das Kitzbüheler Horn und der Großglockner sind natürlich super harte Berge, aber auch bei den anderen Bergankünften kann einiges passieren”, sagte Pernsteiner. “Ich hoffe, dass ich im Juli in Topform am Start stehe und meine Stärken am Berg perfekt ausspielen kann.”

Tour-Direktor Franz Steinberger hat auch von WorldTour-Teams – fünf haben sich angemeldet – positive Rückmeldungen zur Strecke erhalten. “Die Etappen sind kürzer, aber knackig”, sagte der Oberösterreicher. Zuletzt sei kritisiert worden, dass bei der Rundfahrt nach dem Kitzbüheler Horn eine frühe Vorentscheidung gefallen sei. “Diesmal haben wir uns für die vorletzte Etappe einen echten Kracher ausgedacht”, erklärte Steinberger.

Dieser 129 Kilometer lange Abschnitt hat Klassiker-Format. Auf einem Rundkurs ist auch fünfmal die 3,6 km lange Steigung zur Basilika auf dem Sonntagberg, wo sich das Ziel befindet, zu bewältigen. Insgesamt 3.169 Höhenmeter warten am 13. Juli auf die Fahrer.

Die Gala in Linz bot auch einen Rückblick auf 70 Jahre Österreich-Rundfahrt. Bei älteren Radsport-Fans sind die Duelle zwischen dem vierfachen Rekord-Gewinner Wolfgang Steinmayr (1972/73/75/76) und Rudolf Mitteregger (1970/74/77) unvergessen. Die zwei 73-Jährigen waren am Donnerstag in Linz im Kreise früherer Gewinner dabei.

Von: apa