Tschertschessow will am Team nichts umstellen

Russen trotz Achtelfinal-Fixticket im Angriffsmodus

Montag, 25. Juni 2018 | 01:00 Uhr

Gastgeber Russland und Uruguay sind vor ihrem abschließenden Match in Gruppe A in einer komfortablen Ausgangsposition. Nachdem beide Teams bereits fix für das Achtelfinale qualifiziert sind, geht es am Montag in Samara (16.00 Uhr MESZ/live ORF eins) noch um den Gruppensieg. Schonen will man sich deshalb aber weder bei der “Sbornaja” noch bei den Südamerikanern.

Der russische Teamchef Stanislaw Tschertschessow plant für die Partie keine besonderen Umstellungen. “Wir bereiten uns auf das Spiel genauso vor wie auf die anderen Begegnungen zuvor. Wer am besten in Form ist, der spielt”, konstatierte der frühere Innsbruck-Trainer. Sollte die medizinische Abteilung bei einem Spieler allerdings Zweifel an der Fitness anmelden, werde er dies jedoch berücksichtigen. Definitiv fehlen wird der nach wie vor verletzte Alan Dsagojew, der an einer Oberschenkelverletzung laboriert.

Die russische Mannschaft hat im Riesenreich eine nie geahnte Euphorie entfacht. Das Achtelfinale soll dabei aber noch nicht das Höchste der Gefühle sein. “Jetzt streben wir das Maximum an. Und wer weiß, wo das liegt? Bei diesem Turnier gibt es bisher keinen klaren Favoriten”, meint der zweifache WM-Torschütze Artjom Dsjuba.

Da die möglichen Achtelfinalgegner erst in den Begegnungen am späteren Montagabend ermittelt würden, mache es auch keinen Sinn, zu taktieren, sagte Tschertschessow. “Wir wollen Erster werden.” Russland kann im Achtelfinale auf Spanien, Portugal oder – eher unwahrscheinlich – den Iran treffen. Ein Unentschieden würde dem Gastgeber, der in der Weltrangliste als 70. der am schlechtesten platzierte WM-Teilnehmer ist, zu Platz eins in Pool A reichen. Ausschlaggebend dafür ist die deutlich bessere Tordifferenz (+5). Mit acht erzielten Treffern haben die Russen schon jetzt zwei mehr erzielt als bei den vergangenen beiden WM-Teilnahmen zusammen.

Besonders durch intensive Laufarbeit konnte sich das Team aus dem Veranstalterland bisher auszeichnen. Insgesamt 233 Kilometer haben die russischen Kicker in den beiden ersten Gruppenspielen zurückgelegt, mehr als jede andere Mannschaft bei dieser Endrunde. Dass diese Distanz zudem in einer sehr hohen Intensität zurückgelegt wurde, zeigt die Führung der Russen in der Sprintwertung mit satten 824 schnellen Antritten in zwei Partien. Vor Gegner Uruguay hat man bei der “Sbornaja” nichtsdestotrotz Respekt. “Das ist ein gefährliches Team mit guten Torschützen”, betonte etwa Alexei Mirantschuk.

Die “Celeste” freut sich nach zwei holprigen Auftritten gegen Ägypten und Saudi-Arabien auf den ersten richtigen Härtetest bei der Endrunde. “Sie haben gezeigt, dass sie in sehr guter Form sind. Es ist positiv für uns, jetzt ein Spiel auf diesem Niveau zu haben”, betonte Mittelfeldspieler Diago Laxalt. Als potenzielle Achtelfinalgegner sind sowohl Europameister Portugal als auch Ex-Weltmeister Spanien schwierige Aufgaben. “Beide Teams haben einen sehr hohen Standard”, sagte Laxalt. Deswegen müsse seine Mannschaft für die kommenden Aufgaben auch weiter wachsen.

Trotz einer eher bescheidenen Leistung hat Uruguay erstmals seit 1954 die ersten beiden Spiele einer WM-Endrunde gewonnen. Mit dem Bewusstsein, das Achtelfinal-Ticket schon in der Tasche zu haben, können die Südamerikaner befreit aufspielen. “Wir sind jetzt ruhiger, also können wir flüssiger spielen”, meinte der gegen Ägypten und Saudi-Arabien jeweils eingewechselte Lucas Torreira. Disziplin sei aber dennoch nötig, um die Russen fordern zu können. Tormann Fernando Muslera absolviert am Montag sein 100. Länderspiel und avanciert mit dem 14. Endrundeneinsatz zum alleinigen WM-Rekordspieler seines Landes.

Von: APA/dpa/ag.