Jewgenij Rylow gewann Finale über 200 m Rücken

Russische Festspiele am drittletzten Tag der Schwimm-WM

Freitag, 28. Juli 2017 | 20:29 Uhr

Fünf Wettkampftage waren die Russen bei den Langbahn-Bewerben der Schwimm-WM in Budapest ohne Titel geblieben, am Freitag trumpften sie mit einem Gold-Triple auf. Julia Jefimowa und Anton Tschupkow gewannen über 200 m Brust, Jewgenij Rylow über 200 m Rücken. Zudem holte Simone Manuel den 200. US-Finalsieg in der WM-Geschichte, die Kraulstaffel über 4 x 200 m der Herren ging an Großbritannien.

Der 20-jährige Rylow machte für Russland den Anfang. Auf dem Weg zu seinem ersten großen Titel legte er ein irres Tempo vor, lag nach 100 m schon 1,58 Sekunden voran. Er brachte einen Bonus von sechs Zehntel auf den im Finish bekannt starken US-Olympiasieger Ryan Murphy ins Ziel. Mit 1:53,61 Minuten drückte Rylow seine noch nicht ratifizierte Europarekordmarke vom April um zwei Zehntel. Zum Vergleich Markus Rogans österreichischer Rekord von 2008: 1:55,49.

Eine dreiviertel Stunde später doppelte Julia Jefimowa für Russland nach. War sie im Semifinale nach extrem langsamem Beginn noch auf die schnellste Zeit gekommen, legte sie es im Endlauf etwas offensiver an. In 2:19,64 blieb die 25-Jährige nur 53/100 über dem Weltrekord. Jefimowa hat als dritte Schwimmerin über die lange Brustdistanz zwei WM-Titel und nun insgesamt elf WM-Einzelmedaillen in dieser Lage. Diese Anzahl hat keine andere erreicht – in keiner Lage.

Tschupkow sorgte dafür, dass sein Land erstmals in der WM-Historie an einem Tag drei Titel gewann. Noch nie hatte ein Russe über 200 m Brust auch nur eine WM-Medaille errungen, Tschupkow hatte mit Jefimowa-Taktik Erfolg. Von hinten kommend, gewann der 20-Jährige in 2:06,96. Seinen Europarekord vom Semifinale verbesserte er damit um 18/100. Mit Yasuhiro Koseki und Ippei Watanabe kamen erstmals in einem WM-Rennen zwei Japaner auf ein Podest.

Manuel setzte sich über 100 m Kraul in 52,27 Sekunden 4/100 vor Schwedens Weltrekordlerin Sarah Sjöström durch und ist damit über diese Distanz die vierte Athletin mit Olympia- und WM-Titel in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Hinter den USA folgen in der ewigen WM-Medaillenwertung übrigens die Australier mit 73 Titeln, in der Duna Arena sind sie noch ohne Gold. Nur 1982 und 1986 ist Australien bisher leer ausgegangen.

In der Kraulstaffel verteidigten die Briten ihren Titel von Kasan 2015. Nach den ersten beiden Schwimmern mit den Briten Stephen Milne und Nicholas Rainger hatte es nach einem Duell der USA mit Russland ausgesehen. Doch Scott Duncan und James Guy rollten das Feld von Rang vier aus auf, fixierten in 7:01,70 das vierte Gold dieser Woche für ihr Land. Die Russen verwiesen die US-Truppe auf Rang drei, bilanzierten an diesem Tag mit drei Gold und einem Silber ab.

Für reichlich Aufsehen sorgte Caeleb Dressel, seit Donnerstag Weltmeister über 100 m Kraul. Innerhalb einer halben Stunde war der US-Amerikaner Semifinal-Bester über 50 m Kraul und 100 m Delfin. Über Delfin blieb er trotz verpatzter Wende in 50,07 Sekunden lediglich 25/100 über dem acht Jahre alten Weltrekord seines Landsmanns Michael Phelps. Dafür verfehlte Nathan Adrian, Stammgast in Kraul-Finali und 100-m-Vize-Weltmeister, den 50-m-Endlauf.

Von: apa

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