Die 104. Tour de France geht ohne Weltmeister Peter Sagan weiter

Sagan von Tour ausgeschlossen – Demare gewann 4. Etappe

Dienstag, 04. Juli 2017 | 22:33 Uhr

Die vierte Etappe der Tour der France ist mit einem turbulenten Finish und einer drastischen Entscheidung in Vittel zu Ende gegangen. Doppel-Weltmeister Peter Sagan wurde am Dienstag wegen seines Ellbogenchecks gegen Mark Cavendish nach einem Jurybeschluss von der Radrundfahrt ausgeschlossen.

Der Slowake hatte beim Sprint-Finale, das der Franzose Arnaud Demare für sich entschied, den Briten in das Absperrgitter abgedrängt. Cavendish wurde mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus gebracht. Die Jury hatte Sagan zunächst mit einer Zeitstrafe von 30 Sekunden in der Gesamtwertung belegt, später aber ihr Urteil verschärft. Zuvor hatte auch Cavendishs Sportdirektor Rolf Aldag den Ausschluss gefordert. Auch der deutsche Andre Greipel war verärgert: “Nur weil er das Weltmeister-Trikot anhat, kann er sich nicht alles erlauben”, schimpfte der Sprinter.

Zwei Stürze sorgten im Finale der vierten Etappe für Aufsehen. Erst krachte es gut einen Kilometer vor dem Ziel, dabei ging auch der walisische Tour-Leader Geraint Thomas zu Boden. Kurz vor dem Ziel wurde Sprintstar Cavendish von Sagan, Etappensieger vom Montag, in die Absperrgitter gedrängt. Der Deutsche John Degenkolb stürzte anschließend über den Briten und wurde ebenfalls in eine Klinik zum Röntgen gebracht. Nach dem Zieleinlauf fuhr Sagan zum Teambus von Cavendish. “Ich wollte mich entschuldigen. Ich konnte ihm nicht mehr ausweichen”, schilderte der Weltmeister seine Sicht der Dinge.

Die ärztlichen Untersuchungen ergaben, dass sich der zunächst befürchtete Schulterbruch bei Mark Cavendish nicht bewahrheitete. Er erlitt ein Trauma, ebenso wie der Deutsche John Degenkolb an der rechten Schulter. Cavendish musste zudem am rechten Zeigefinger genäht werden. Der Gesamtführende Geraint Thomas erlitt bei seinem Sturz eine Knieverletzung, kann aber weiterfahren.

Hinter Cavendish, den mit 30 Etappensiegen bei der Tour erfolgreichsten aktiven Rennfahrer, steht indes ein Fragezeichen. “Ich habe mich bereits zweimal an der Schulter verletzt. Die Schmerzen, die ich jetzt verspüre, sind stärker als damals”, meinte er. Aber er sei kein Arzt, ließ er sich eine kleine Hintertür zum Weiterfahren offen.

Mit Arnaud Demare gewann erstmals ein Franzose eine Etappe bei der diesjährigen Tour de France. Der 25-Jährige setzte sich im Massensprint vor Sagan und Alexander Kristoff durch und feierte seinen ersten Etappensieg bei einer dreiwöchigen Rundfahrt. Bester Österreicher war als 60. Marco Haller (Katjuscha). In der Gesamtwertung liegt der Waliser Thomas trotz seines Sturzes weiter in Führung. Zweiter ist sein Sky-Teamkollege und Vorjahressieger Chris Froome.

Am Mittwoch steht in den Vogesen die erste Bergetappe der 104. Tour de France an. Auf der nur 160,5 Kilometer langen Strecke zwischen Vittel und der Planche des Belles Filles wird ein großes Spektakel während des 5,9 Kilometer langen Schlussanstiegs erwartet. “Das wird der erste große Test. Richie Porte wird sicher etwas versuchen”, sagte Thomas. Topfavorit Froome könnte wie in den Jahren zuvor attackieren.

Von: APA/dpa