Adamu-Jubel über das 1:0 gegen Bayern

Salzburg erreicht in CL Heim-1:1 gegen Bayern

Mittwoch, 16. Februar 2022 | 23:02 Uhr

Red Bull Salzburg ist am Mittwoch um ein Haar an einem historischen Erfolg vorbeigeschrammt. Österreichs Serienmeister führte im Achtelfinal-Hinspiel der Fußball-Champions-League gegen den FC Bayern nach einem Tor von Junior Adamu (21.) lange 1:0, ehe Kingsley Coman in der 90. Minute noch der Ausgleich gelang. Damit verpassten die “Bullen” den ersten Europacup-Sieg eines heimischen Clubs über den deutschen Rekordmeister seit Rapid 1967.

Den Salzburgern glückte es im ersten Spiel eines österreichischen Teams in der K.o.-Phase der “Königsklasse” auch nicht, für das Ende einer Rekordserie zu sorgen – die Bayern sind nun schon 22 Champions-League-Auswärtspartien ohne Niederlage. Immerhin überstanden die “Bullen” sämtliche 16 Heimspiele unter Trainer Matthias Jaissle ungeschlagen. Bei dessen Bayern-Kollegen Julian Nagelsmann ist dank des Coman-Tores leichtes Aufatmen angesagt, nachdem das überraschende 2:4 am Samstag in Bochum für Irritationen gesorgt hatte.

Vor 29.520 Zuschauern suchten beide Mannschaften den Weg nach vorne, die ersten Torschüsse verzeichneten die Gäste. Salzburg-Goalie Philipp Köhn tauchte bei einem Schuss von Serge Gnabry rechtzeitig ab (10.) und war auch bei einem Kopfball von Coman zur Stelle (19.).

Effizienter waren die Salzburger. Bei ihrem ersten wirklich zwingenden Angriff schickte Mohamed Camara seinen Kollegen Karim Adeyemi auf die Reise. Den Pass des DFB-Teamspielers verlängerte Brenden Aaronson auf Adamu, der Manuel-Neuer-Ersatzmann Sven Ulreich mit einem überlegten Schuss bezwang. Adamu war erst neun Minuten zuvor für den wegen einer Muskelverletzung ausgeschiedenen Noah Okafor gekommen.

In der 24. Minute hätte Aaronson beinahe auf 2:0 gestellt, doch Ulreich verhinderte Schlimmeres. In der Folge waren wieder die Bayern am Zug – Leroy Sane verzog aus guter Position (30.), ein Kopfball von Coman wurde zur Beute von Köhn (40.). Auf der Gegenseite fand Adeyemi in Ulreich seinen Meister (44.), zudem forderte Salzburgs Jungstar nach einem Zweikampf mit Benjamin Pavard vergeblich einen Elfmeter (45.).

Bald nach dem Seitenwechsel probierte es Seiwald aus der Entfernung, doch Ulreich war auf dem Posten (49.). Danach spielten nur noch die Bayern, die Salzburger lieferten eine leidenschaftliche Abwehrschlacht. Immer wieder stand Köhn im Mittelpunkt, so etwa in der 73. Minute, als er einen Coman-Versuch aus dem kurzen Eck fischte, und in der 75. Minute, als er gegen Sane rettete.

Um ein Haar wäre Salzburg in der 80. Minute die Vorentscheidung gelungen. Nach einem Konter musste Ulreich per Fußabwehr gegen Adeyemi klären, beim Nachschuss von Adamu klärte Pavard knapp vor der Linie. Kurz danach wurde bei den Bayern der Ex-Salzburg-Profi Marcel Sabitzer eingewechselt, und den Bayern glückte doch noch der – verdiente – Ausgleich. Nach einem weiten Ball in den Strafraum kam Coman zum Ball und überwand Köhn mit einem Schuss ins kurze Eck.

Plötzlich wurde es still im ausverkauften Stadion, wo die meisten Fans keine FFP2-Masken trugen. Auch auf der äußerst prominent besetzten VIP-Tribüne – UEFA-Boss Aleksandar Ceferin, DFB-Teamchef Hansi Flick, DFB-Manager Oliver Bierhoff, Bayern-Vorstand Oliver Kahn, die früheren Münchner Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß sowie ÖFB-Präsident Gerhard Milletich waren unter anderem zu Gast – wurde ein sehr legerer Umgang mit der Maskenpflicht gepflegt.

Von: apa