3:2 durch Felipe Anderson - Lazio für Salzburg eine Nummer zu groß

Salzburg verlor EL-Hinspiel bei Lazio Rom mit 2:4

Donnerstag, 05. April 2018 | 23:12 Uhr

Red Bull Salzburg hat eine gute Ausgangslage im Kampf um den Aufstieg ins Halbfinale der Europa League vergeben. Im Viertelfinal-Hinspiel bei Lazio Rom musste sich Österreichs Fußball-Serienmeister am Donnerstagabend mit 2:4 (1:1) geschlagen geben, wobei die Elf von Trainer Marco Rose im Stadio Olimpico in der 71. Minute noch ausgeglichen hatte.

Ein Doppelschlag von Felipe Anderson (74.) und Ciro Immobile (76.) verhalf Lazio noch zu einem beruhigenden Polster für das Rückspiel in Wals-Siezenheim am kommenden Donnerstag. Valon Berisha per Foulelfmeter (30.) und Takumi Minamino (71.) hatten für die Salzburger zunächst jeweils ausgeglichen, nachdem Lazio durch Senad Lulic (8.) und Marco Parolo (49.) zu Beginn beider Spielhälften vorgelegt hatte. Für Salzburg endete damit eine Serie von 35 Pflichtspielen ohne Niederlage.

Der Tabellenfünfte der italienischen Serie A wurde seinem Ruf als Torfabrik am Ende gerecht. Salzburgs Niederlage war in dieser Form dennoch bitter, fielen die entscheidenden Gegentreffer doch aus Abwehrfehlern. Ein Alleingang von Felipe konnte zunächst nicht gestoppt werden, dann bestrafte Immobile einen Ballverlust von Munas Dabbur in der eigenen Spielhälfte. In den Schlussminuten war Lazio dem fünften Treffer noch nahe.

Gestartet war Salzburg mit fast gewohnter Ausgangslage. Zum dritten Mal in der K.o.-Phase bestritten die “Bullen” das Hinspiel auswärts. Hielten sie gegen Real Sociedad und Borussia Dortmund die Partien lange Zeit offen, durften die stark startenden Römer schon nach wenigen Minuten erstmals jubeln. Stürmerstar Immobile bediente Dusan Basta, dessen Hereingabe der aus dem Rückraum kommende Lulic ins lange Eck verwertete.

Torhüter Alexander Walke war in seinem 200. Pflichtspieleinsatz für Salzburg geschlagen, Lazios Traumstart zur Freude des Großteils der 40.000 Zuschauer im weiten Olympiastadion komplett. Die “Biancocelesti” überzeugten mit einem kompakten Mittelfeld und schnellen Gegenstößen. Der anstelle des gesperrten Hwang Hee-chan aufgebotene Fredrik Gulbrandsen brachte nur eine Minute nach dem 0:1 immerhin den ersten Versuch in Richtung Lazio-Tor an.

Salzburg spielte trotz des frühen Schocks immerhin unbeirrt weiter – und wurde belohnt. Nach einer Hereingabe von rechts fuhr Basta im Strafraum gegen Dabbur den Arm aus. Der rumänische Schiedsrichter Ovidiu Hategan ließ zunächst sekundenlang weiterspielen, gab nach Intervention eines Assistenten aber dann doch verzögert Elfmeter. Der von einer Oberschenkelblessur wieder genesene Berisha trat wie schon gegen Real Sociedad und Dortmund an und verwertete auch in Rom sicher.

Im Olympiastadion erhitzten sich daraufhin die Gemüter. Immobile fiel zunächst theatralisch im Strafraum, dann standen sich Lazios Torjäger und Sergej Milinkovic-Savic bei einer guten Chance im Weg (37.). Der serbische Jungstar mit GAK-Vergangenheit ließ kurz vor der Pause per Kopf aus wenigen Metern noch eine gute Gelegenheit aus. Mit Luis Alberto fiel noch ein weiterer Römer im Strafraum, Hategan gab zurecht keinen Elfer. Lazio-Trainer Simone Inzaghi stellte die Unparteiischen deshalb nach Pausenpfiff noch am Spielfeld zur Rede.

Seine Elf legte nach Seitenwechsel erneut forsch los. Lulic tankte sich durch und bediente Alberto, dessen Hereingabe Parolo sehenswert mit der Ferse ins Salzburger Tor lenkte. Walke war wieder geschlagen und konnte weiter nicht einmal eine Parade zeigen. Lazio hatte nun Überhang, störte Salzburg früh und mit Nachdruck. Andreas Ulmer versuchte sich indes erfolglos aus 17 Metern (56.).

In einer Parallele zu den ersten 45 Minuten hielt Salzburg aber dagegen, ehe Rose ein goldenes Händchen bewies. Nur eine Minute nach seiner Einwechslung wurde Minamino von Dabbur bedient und schloss souverän ab. Die Freude der rund 1.000 mitgereisten Salzburg-Anhänger währte jedoch nur kurz. Felipe und Immobile mit seinem siebenten Treffer im achten Europa-League-Einsatz sorgen noch für ausgelassenen Jubel bei Inzaghi. Für Salzburg bitter waren auch Gelbe Karten für Xaver Schlager und Diadie Samassekou, die damit beide im Rückspiel gesperrt sind.

Von: apa