Das WM-Stadion nimmt Gestalt an

Sand für WM-Stadion wird auf die Donauinsel gekarrt

Donnerstag, 20. Juli 2017 | 15:00 Uhr

Der Aufbau für die Beach-Volleyball-WM auf der Wiener Donauinsel ist in vollem Gang. Die Tribünen des Stadions sind bereits fast fertiggestellt, am Donnerstag wurde mit der Lieferung des Sands begonnen. Insgesamt 2.500 Tonnen, das entspricht 100 Lkw-Ladungen, werden für den Center Court, die zwei Neben-Courts sowie den Warm-up-Bereich benötigt.

400 Crewmitglieder sind drei Wochen lang mit dem Aufbau beschäftigt. Begonnen werden konnte erst nach dem Abbau des Donauinselfests. Spätestens am 28. Juli, da startet das zehntägige Event, muss alles stehen. Herausfordernd ist dabei nicht nur die neue Location, sondern auch die Größe der Veranstaltung, die fast doppelt so groß wie die bisherigen Events in Klagenfurt ausfällt.

Walter Delle-Karth, Pressesprecher des Events, zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Fortschritt der Arbeiten. “Die Zeit ist wirklich relativ knapp für die Größe der Anlage”, sagte er im APA-Gespräch. Allein für den Aufbau des Stadions seien mehr als doppelt so viele Menschen wie in Klagenfurt nötig. “Es ist ein extrem ehrgeiziges Vorhaben, aber wir bringen es hin. Wochenenden sind momentan für die Leute gestrichen, es wird durchgearbeitet, damit alles rechtzeitig fertig wird.”

Im Gegensatz zu Klagenfurt, wo das Stadion rund um einen bestehenden Beach-Volleyballplatz aufgebaut wurde, muss der Sand in Wien erst herangeschafft werden. Er kommt aus dem Quarzwerk Melk, ein Teil der Quarzwerke Österreich GmbH. Dass sich das sonst nur Industriesand produzierende Unternehmen in Niederösterreich im vergangenen Sommer unmittelbar nach Vergabe der WM nach Wien für den Zuschlag beworben hat, liegt auch an der Nähe Wiens. “Der Transport von Melk nach Wien ist viel kürzer als nach Klagenfurt”, erklärte Thomas Seehofer aus dem Vertrieb. Je länger die Distanz, desto mehr übersteigt der Transport- den Produktpreis.”

Die Destination Wien habe aber perfekt gepasst, nach Vorgaben des Weltverbands wurden einige Sandmuster nach Lausanne geschickt. “Wir haben von der FIVB mitgeteilt bekommen, wie der Sand zusammengesetzt sein muss. Uns wurde genau die erwünschte Kornverteilung mitgeteilt, von den groben zu den feinen Körnern”, sagte Seehofer. Neben Korngröße und Kornverteilung seien auch die chemischen Bestandteile von Wichtigkeit.

Sobald der Sand fertig verteilt ist, wird mit den Arbeiten für die verschiedenen Attraktionen am Gelände begonnen. Abseits von den Matches werden die Besucher unter anderem mit einer Boulderwand, einer Riesenrutsche und einem Bike-Parcours unterhalten. In der Chillout-Lounge legen abends DJs auf. Außerdem wird ein Partyboot auf der Donau unterwegs sein.

Das Großevent wird von etlichen Polizisten begleitet. Für das Sicherheitskonzept kann die Polizei unter anderem auf die Erfahrungen vom Donauinselfest zurückgreifen. Rund 400 Polizisten und 200 Security-Mitarbeiter werden an den zehn Tagen im Einsatz sein. Sowohl uniformierte Polizisten und WEGA-Beamte mit Langwaffen als auch Beamte in Zivil werden über das Gelände patrouillieren, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger zur APA: “Das sind Maßnahmen, die in den vergangenen Monaten aufgrund der Sicherheitslage leider notwendig geworden sind.” Es gebe allerdings keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung. Die Taschen und Rucksäcke der Zuschauer werden beim Eingang kontrolliert. Verboten sind unter anderem Fahnen, Transparente und Pyrotechnik.

Wie viele Zuschauer kommen werden, sei schwer abzuschätzen, da die Veranstaltung bei freiem Eintritt besucht werden kann, sagte Delle-Karth. “Vom Interesse her merkt man, dass der Andrang enorm ist”, meinte er. “Man kann schon davon ausgehen kann, dass das ein ziemlicher Wirbel wird.” Der Einlass zum Centre Court – die Tribüne bietet Platz für 10.000 Menschen – erfolgt nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip. Wer sichergehen will, dass er einen Platz erhält, kann Tickets ab 85 Euro kaufen.

Von: apa

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