Dominic Thiem gegen Roger Federer völlig von der Rolle

Schwacher Thiem bei ATP Finals gegen Federer chancenlos

Mittwoch, 14. November 2018 | 06:42 Uhr

2:6,3:6 in nur 66 Minuten: Dominic Thiem wurde am Dienstagabend bei den ATP Finals den Erwartungen vor dem Schlager gegen den Schweizer Superstar Roger Federer nicht gerecht. Der French-Open-Finalist bot vor 17.800 Zuschauern in der O2-Arena von London eine schwache Leistung und konnte Federer überhaupt nicht fordern. Er trifft im letzten Gruppenspiel auf den Japaner Kei Nishikori.

Und dieses Match muss Thiem nun am Donnerstag (nicht vor 15.00 Uhr MEZ) gewinnen, will er noch eine arithmetische Chance auf den Einzug ins Halbfinale haben. Dazu muss sich der als Nummer 6 gesetzte Österreicher aber gewaltig steigern. Nishikori hatte selbst am Nachmittag gegen Kevin Anderson eine 0:6,1:6-Klatsche erhalten. Das bisher letzte Duell mit dem japanischen Wien-Finalisten hat Thiem vor wenigen Wochen in der Stadthalle glatt 3:6,1:6 verloren.

Federer zog mit dem Sieg gegen Thiem den Kopf aus der Schlinge, denn er wäre in jedem Fall bei einer Niederlage vorzeitig aus dem Semifinal-Rennen ausgeschieden. Der Schweizer spielt nun am Donnerstag gegen den bisher ohne Satzverlust gebliebenen Wien-Sieger Anderson. “Es fühlt sich gut an, ich bin sehr glücklich, dass ich eine Reaktion gezeigt habe, nach dem Match gegen Kei”, sagte Federer noch zu den Zuschauern auf dem Platz. “Es ist etwas, woran ich nicht so gewöhnt bin, dass ich verliere und dann wieder spiele. Aber das war eine tolle Herausforderung für mich.”

Thiems insgesamt viertes Duell mit dem mittlerweile 20-fachen Grand-Slam-Sieger verlief von Beginn weg gegen ihn. Schon im Auftaktgame musste der diesjährige French-Open-Finalist einen Breakball abwehren und sicherte sich das 1:0 erst nach sieben Minuten. Nach 13 Minuten nutzte Federer seine nächste Chance zum ersten Break des Spiels. Thiem war fortan auch im Rest des ersten Satzes bei seinen Aufschlägen immer in Schwierigkeiten. Nach einem Doppelfehler zum 30:40 und einem unmotivierten Serve-Volley nach zweitem Aufschlag musste er zum 2:5 erneut das Service abgeben. Federer servierte nach 31 Minuten zur Satzführung aus.

Als Thiem gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs erneut den Aufschlag verlor (nach Doppelfehler zum 15:40), waren die Weichen zur zweiten Niederlage gestellt. Lediglich zweimal entschied Thiem sein Servicegames klar für sich, doch zum 3:6 musste er beim zweiten Matchball den Aufschlag erneut abgeben. Bezeichnend: Es war ein Volleyfehler weit ins Out.

Elf Winner standen bei Thiem am Ende 34 unerzwungene Fehler gegenüber. Die Erste-Aufschlag-Quote lag nur bei 50 Prozent und er hatte auch keinen einzigen Breakball. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Knapp 75 Minuten nach Spielende ist Dominic Thiem zur Pressekonferenz erschienen und war ratlos ob seiner schwachen Leistung. “Ich kann es mir gar nicht erklären. Das war inferior diese Leistung. Extrem viele Fehler, die jetzt nicht knappe Fehler waren, sondern die meterweit daneben gegangen sind. Deshalb war es einfach sehr, sehr schwach.”

Lediglich am Anfang sei es noch halbwegs in Ordnung gewesen, doch nach dem Break zum 1:2 sei ihm das Match “komplett davongelaufen”. Grundsätzlich bleibe er zuversichtlich, auch wenn er den ersten Satz verloren hat. “Weil ich schon relativ häufig Matches drehe, und das wollte ich auch heute. Aber ich habe auch gemerkt, dass irgendwas einfach nicht stimmt heute, weil ich solche Drecksfehler gemacht habe. Ich bin nicht dumm und da weiß ich auch, dass das ganz, ganz schwer wird heute.”

Mit zwei Niederlagen hat Thiem trotzdem im Falle eines Sieges über Kei Nishikori noch eine Aufstiegschance. “Ich werde mein Tennis im Training suchen und hoffentlich finden”, meinte der Niederösterreicher schmunzelnd. “Dann muss ich übermorgen erst einmal ein gescheites Match spielen, sonst habe ich gegen keinen eine Chance da. Wenn ich vielleicht gewinne, werde ich schauen wie das andere Match ausgeht.”

Darauf sei er aber nicht aus. “Mit einer 0:2-Bilanz plus so einem schlechten Match wie heute muss ich die Gedanken ans Weiterkommen ganz beiseiteschieben.”

Von: apa

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