Die Schweizer treffen am Freitag auf Spanien

Schweiz schaltet Weltmeister Frankreich in Elferkrimi aus

Dienstag, 29. Juni 2021 | 09:38 Uhr

Die Schweiz hat Weltmeister Frankreich überraschend im Achtelfinale der paneuropäischen Fußball-EM aus dem Turnier geworfen. Die Eidgenossen schalteten die Truppe von Teamchef Didier Deschamps am Montagabend in der National Arena von Bukarest im Elfmeterschießen mit 5:4 aus. Nach der Verlängerung und nach 90 Minuten war es 3:3 gestanden. Die Schweizer schafften damit erstmals seit der Heim-WM 1954 den Sprung in die Runde der letzten acht bei einer Endrunde.

Dort wartet am Freitag in St. Petersburg Spanien. Die Iberer hatten beim 5:3 nach Verlängerung gegen Kroatien auch Überstunden machen müssen. In einer verrückten Partie sorgte Haris Seferovic (15.) für die überraschende Führung des Gruppe-A-Dritten. Karim Benzema mit einem Blitz-Doppelpack (57., 59.) und seinen Toren Nummer drei und vier bei dieser Endrunde sowie Paul Pogba (75.) drehten die Partie vermeintlich. Seferovic mit seinem zweiten Treffer (81.) und “Joker” Mario Gavranovic (90.) retteten die Eidgenossen aber noch in die Verlängerung. Im Elfmeterschießen wurde Yann Sommer zum Helden, er hielt den letzten Elfmeter von Superstar Kylian Mbappe, der damit bei dieser Endrunde leer ausging.

Die im Vergleich zum Duell mit Portugal an drei Positionen veränderte Frankreich-Startelf blieb vor der Pause vieles schuldig und musste auch früh einem Rückstand nachlaufen. Nach einer Zuber-Flanke setzte sich Seferovic im Zweikampf mit Clement Lenglet durch und köpfelte genau ins Eck ein. Die “Equipe Tricolore” erhöhte daraufhin den Druck, kam aber nur einmal nahe an den Ausgleich heran. Bei einem Rabiot-Weitschuss fehlte nicht viel (28.). Für Aufsehen sorgte in der Folge auch ein Flitzer, der in der 37. Minute für eine kurze Unterbrechung sorgte.

Nach Wiederbeginn verabsäumten es die mit der gleichen Startelf wie beim 3:1 gegen die Türkei angetretenen Eidgenossen, die Vorentscheidung herbeizuführen. Eine Shaqiri-Hereingabe fand keinen Abnehmer (50.). Zwei Minuten später wurde Steven Zuber von Benjamin Pavard knapp innerhalb des Strafraums gelegt. Das Spiel lief einige Zeit weiter, ehe sich der Schiedsrichter die Aktion noch einmal auf dem Bildschirm zu Gemüte führte und zurecht auf Strafstoß entschied. Lloris fischte den Schuss von Rodriguez allerdings aus der Ecke. Der 34-jährige Tottenham-Goalie hielt als erster französischer Teamtormann seit Fabian Barthez bei der EM 2004 (gegen England) einen Elfmeter bei einer Endrunde.

Das sollte vorerst zu einem Wendepunkt werden. Mbappe zielte noch hauchdünn neben das Tor (56.). Benzema machte seine Sache dafür im Abschluss deutlich besser. Nach Mbappe-Vorarbeit nahm sich der Real-Madrid-Stürmer den Ball sehenswert mit und bezwang Sommer. Sein zweiter Streich folgte prompt: nach der schönsten Kombination über mehrere Stationen musste der Routinier nach Griezmann-Hereingabe aus kürzester Distanz nur einnicken. Es war sein vierter Treffer in Folge, nachdem er auch beim 2:2 gegen Europameister Portugal doppelt getroffen hatte.

Eine Viertelstunde vor Schluss war der Deckel für den Favoriten vermeintlich drauf. Pogba nahm sich aus rund 20 Metern ein Herz und traf genau ins Kreuzeck. Die Schweizer gaben sich aber nicht auf und kämpften sich noch einmal zurück. Seferovic zeigte einmal mehr seine Kopfball-Qualitäten, seinen Doppelpack schnürte er nach Mbabu-Flanke. In der 85. Minute war der Ausgleich perfekt, der Treffer von Gavranovic wurde aber zurecht wegen Abseits nicht anerkannt. Fünf Minuten später hatte der argentinische Referee Fernando Andres Rapallini nichts mehr gegen das 3:3 einzuwenden. Gavranovic traf nach Xhaka-Zuspiel vom Sechzehner ins Eck.

Beinahe hätte sich die Partie vor der Verlängerung noch einmal in eine andere Richtung gedreht, Kingsley Coman hatte aber bei einem Lattenschuss Pech (90.+4). Danach blieben beide Teams gefährlich, die Entscheidung zugunsten der Franzosen lag aber eher in der Luft. Sommer lenkte einen Pavard-Schuss über die Latte (95.), Mbappe hatte zweimal (109., 110.) sein Visier nicht richtig eingestellt und Sommer hielt auch einen Giroud-Kopfball (119.). So konnten die vom Punkt extrem souveränen Schweizer im Elferschießen die Überraschung perfekt machen.

Von: apa

Kommentare

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21 Kommentare auf "Schweiz schaltet Weltmeister Frankreich in Elferkrimi aus"


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Gievkeks
Gievkeks
Superredner
29 Tage 10 h

Top Spiel, top Publikum!!

Zum Vergleich die Buhrufe im Publikum bei jedem Italien-Spiel.
Hoffentlich fliegen Sie so schnell wie möglich raus, damit wir die idiotischen Fans nicht mehr ertragen müssen.

primetime
primetime
Universalgelehrter
29 Tage 9 h

@Gievkeks du bist wie ein österreichischer Sport Kommentator vom ORF1. Wenn beim aktuellen Geschehnis kein Ösi dabei ist dann findet sich einer den man irgendwie einbringen kann.
Der cousin des PLatzwartes ist Ösi und so ähnliches

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
29 Tage 8 h

Die Buhrufe gibt es inzwischen in beinahe jedem Spiel!
Schuld aber sind nicht die Mannschaften sondern die Idioten, die auf den Rängen schreien und noch glauben, sie wären Fußballfans…

ziehpresse
ziehpresse
Grünschnabel
29 Tage 3 h

@primetime
du schaust zuviel ORF

primetime
primetime
Universalgelehrter
29 Tage 3 h

Nein schon lange nicht mehr. Da war der Wurz noch aktiv in der Formel 1

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
29 Tage 3 h

@primetime:
Inwiefern hat mein Kommentar irgendwas mit den Ösis zu tun.

Die Italiener buhen bei jedem Spiel, die Schweizer und Franzosen offenbar nicht. Ende der Geschichte

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
29 Tage 3 h

@nuisnix:
Ich hab bis jetzt keins gesehen, wo die Fans so unsportlich waren wie bei den Italien-Spielen.

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
29 Tage 11 h

Wahnsinns spiel 😀 gratulation 🇨🇭

BIERMANN
BIERMANN
Grünschnabel
29 Tage 11 h

MERCI Schweiz… Ich bin so glücklich.. Mitten ins Herz der Franzmänner.. OUI

Offline
Offline
Kinig
29 Tage 11 h

Hopp Schwyz !! Großartige Leistung der “Nati” !! Jetzt kommt heute noch mindestens eine (ehemalige 🇩🇪) Größe des internationalen Fußballs dazu. Ich hoffe, mein Bauchgefühl wird nicht Tatsache 😭. Noch eines zum Kommentar der 🇦🇹 Kronenzeitung, “dass sie nicht nur gute Skifahrer haben”. Die Nachbarn aus der 🇨🇭 haben nicht nur die besseren Fußballer…..😉

Offline
Offline
Kinig
28 Tage 23 h

Mein Bauchgefühl hat mich leider nicht getäuscht. 😭😭😭

Mico
Mico
Superredner
29 Tage 10 h

ich gönne es sooo der schweiz.. gekämpft und nicht aufgegeben…. auch ohne spieler die Millionen auf dem markt wert sind….. das ist fußball…..daumen hoch….

Einheimischer
Einheimischer
Superredner
29 Tage 10 h

Erst Österreich, dann die Schweiz…
Wer wird EM Meister????
Der es verdient oder der Glück hat….

primetime
primetime
Universalgelehrter
29 Tage 9 h

Frustriert oder was ist mit den Österreichern?

hefe
hefe
Superredner
29 Tage 8 h

@einheimischer Österreich mal sicher nicht die haben gegen Uns verloren 😁😁
Aber die Schweizer haben sich nach dem 1:3 zurückgekämpft und verdient gewonnen

hundeseele
hundeseele
Superredner
29 Tage 10 h

Hopp Schwiz!!!!

cane-sulla-cinghia
cane-sulla-cinghia
Grünschnabel
29 Tage 10 h

liberté
egalité
parata su mbappé

primetime
primetime
Universalgelehrter
29 Tage 9 h

i bin hin xD

BIERMANN
BIERMANN
Grünschnabel
29 Tage 10 h

Unser Erzfeind ist ausgeschaltet worden.. Heute gibt’s kein Bier sondern nur Champagner..

Johnny
Johnny
Grünschnabel
29 Tage 8 h

Danke Schweiz, Was den Ungarn und den Österreichern gegen Deutschland und Italien nicht gelang ist der Schweiz gelungen. Die Überheblichkeiten von Nationen wie Frankreich, Italien und Deutschland abzustrafen. Dafür und für den leidenschaftlichen Einsatz meine größte Hochachtung. 

hefe
hefe
Superredner
29 Tage 8 h

Freue mich für die Schweiz, dann war Schweiz nicht der schwache Gegner wie in diesem Forum von vielen behauptet 😉
Jetzt hat Italien einen schweren Brocken weniger wenn Sie ins Finale kommen wollen.(Europa und Weltmeister ausgeschieden) …. Die Top Nationen hatten bei der. EM ihre Probleme mit den vermeintlich schwächeren Gegner, einige sind ausgeschieden (Holland) oder mit einem blauen Auge (Italien) davongekommen

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