Lucien Favre erhielt einen Zweijahresvertrag

Schweizer Favre Stöger-Nachfolger als Dortmund-Trainer

Dienstag, 22. Mai 2018 | 12:27 Uhr

Der Schweizer Lucien Favre wird neuer Trainer von Borussia Dortmund. Wie der deutsche Fußball-Bundesligist am Dienstag bekanntgab, einigten sich beide Seiten auf eine Zusammenarbeit bis zum 30. Juni 2020. Zuvor hatte Favre nach dem letzten Spieltag in der französischen Liga erklärt, seinen Club OGC Nizza zu verlassen. Dort hatte er noch einen Vertrag bis 2019.

“Die Verpflichtung von Lucien Favre als Trainer ist ein wichtiger Teil unseres sportlichen Neustarts in diesem Sommer”, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. “Er genießt bei uns hohe Wertschätzung für seine fachlichen Qualitäten, die er in der Bundesliga bei Hertha BSC und in Mönchengladbach – genau wie zuletzt in Nizza – auch schon mehrfach eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.”

Der 60-jährige Favre tritt in Dortmund die Nachfolge von Peter Stöger an, der am letzten Bundesligaspieltag beim Revierclub seinen Abschied verkündet hatte. Der zuvor beim 1. FC Köln tätig gewesene Österreicher hatte den Revierclub am 10. Dezember 2017 übernommen und von Rang acht in die Champions League geführt.

Stöger weilt derzeit mit dem Team noch zu einem letzten Freundschaftsspiel in Los Angeles, danach gehen die Dortmund-Spieler in Urlaub oder zur WM. Favre wird erst im Juli in Dortmund offiziell vorgestellt.

Favre bezeichnete den Job beim Champions-League-Teilnehmer als eine reizvolle Aufgabe, die er sehr gerne übernehme. “Der BVB zählt zu den interessantesten Clubs in ganz Europa, dazu freue ich mich auf die Rückkehr in die Bundesliga, die ich bestens kenne und auch in den zwei Jahren in Nizza immer im Blick behalten habe.”

Favre war bereits im vergangenen Sommer kurz vor einer Einigung mit dem Revierclub gestanden. Doch der damalige Wechsel scheiterte am Veto seines Arbeitgebers aus Nizza, der die Freigabe verweigerte. Deshalb entschied sich der BVB für den Niederländer Peter Bosz, dessen Amtszeit aber bereits nach dem 15. Spieltag der Saison endete.

Diesmal hatte die OGC-Führung wegen einer Ausstiegsklausel offenbar keine Handhabe. Dem Vernehmen nach wird für Favre eine Ablöse von drei Millionen Euro fällig. Das Votum für Favre war auch eine Entscheidung gegen Stöger. Der Österreicher hatte den BVB als Bosz-Nachfolger am 10. Dezember 2017 als Tabellen-8. übernommen und immerhin noch in die Champions League geführt. Doch die Borussia konnte unter seiner Regie spielerisch nur selten überzeugen.

Der BVB ist die dritte Bundesliga-Station von Favre. Zuvor hatte er sowohl Hertha BSC (2007 bis 2009) als auch Borussia Mönchengladbach (2011 bis 2015) aus schwieriger Ausgangslage in den Europacup verholfen. Mit den Gladbachern sicherte er 2011 in der Relegation den Klassenverbleib und führte das Team danach in die Play-offs zur Champions League. Im September 2015 beendete der Coach sein Engagement am Niederrhein nach fünf Niederlagen in den ersten fünf Saisonspielen.

Titelgewinne in der Schweiz mit Servette Genf und dem FC Zürich hatten dem versierten Taktiker zuvor den Weg in die höchste deutsche Spielklasse geebnet. In Dortmund trifft Favre auf seine ehemaligen Gladbacher Profis Marco Reus und Mo Dahoud. Reus wurde unter dem Schweizer Trainer Nationalspieler, Dahoud feierte unter ihm sein Bundesliga-Debüt.

Nicht nur auf der Trainerposition wagt der BVB einen Umbruch. Neben Favre sollen Matthias Sammer als externer Berater und Sebastian Kehl als Leiter der Lizenzspielerabteilung mit Beginn der neuen Saison für frische Impulse sorgen. Zudem steht der Kader vor einem umfassenden Umbau. Gesucht werden vor allem erfahrende und führungsstarke Profis.

Von: APA/dpa