Der Speed-König hört auf

Schweizer Feuz beendet Karriere nach Hahnenkamm-Rennen

Mittwoch, 21. Dezember 2022 | 16:03 Uhr

Der Schweizer Abfahrts-Olympiasieger Beat Feuz hängt die Skilatten in einem Monat endgültig an die Wand. Wie der 35-jährige Berner am Mittwoch in einer Swiss-Ski-Aussendung bekannt gab, macht er nach den Speedrennen in Kitzbühel Schluss. “Nach 16 Jahren im Weltcup werde ich am 21. Jänner meine aktive Karriere als Rennfahrer beenden. Ich freue mich darauf, meine Lieblingsrennen in Wengen und Kitzbühel noch einmal genießen zu können”, erklärte Feuz.

Der sympathische Eidgenosse hat in seiner Laufbahn im Abfahrtsbereich alles gewonnen, was Rang und Namen hat. Insgesamt feierte er 16 Weltcup-Siege, 13 in der Abfahrt und drei im Super-G. Die kleine Abfahrts-Kristallkugel räumte Feuz insgesamt vier Mal ab, bei den Winterspielen in Peking holte er dieses Jahr Gold. Bei der Heim-WM in St. Moritz 2017 krönte er sich in der schnellsten Disziplin zum Weltmeister. Insgesamt gewann er je drei Medaillen bei Olympia und Weltmeisterschaften.

“Grenzen auszureizen und Risiko zu nehmen, waren jahrelang meine Leidenschaft im Skirennsport. Mein Gefühl war oft der Schlüssel zum Erfolg. Nun sagt mir mein Gefühl aber, dass die körperlichen Grenzen erreicht sind”, erklärte der Schweizer, dessen Lebensgefährtin die österreichische Ex-Rennläuferin Katrin Triendl ist. Mit ihr hat er auch zwei Kinder, Töchterchen Luisa kam erst dieses Jahr im Jänner – kurz vor den Hahnenkamm-Rennen zur Welt.

Seiner Familie dankte er nach seinem Olympia-Triumph im Februar auch als allererstes. “Den Sieg widme ich meiner Freundin, die mit zwei Kindern zuhause alles managt, dass ich am Start den Kopf freihabe und alles riskieren kann”, erklärte Feuz damals. Nun wird er demnächst mehr Zeit für sie haben. “Ich bin unheimlich dankbar, dass ich meine Leidenschaft so lange ausüben konnte und freue mich nun auf mehr Zeit mit meiner Familie und bin gespannt, welche neuen Herausforderungen in mein Leben treten werden” sagte Wahl-Tiroler, der mit Katrin, Luisa und der vierjährigen Clea in Aldrans bei Oberperfuss lebt.

Im Laufe seiner Karriere hatte der “Kugelblitz”, der dreimal in Wengen triumphierte (2012, 2018, 2020), aber auch mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Als 20-Jähriger zog er sich einen Kreuzbandriss im linken Knie zu, ein Jahr später kam ein Meniskusschaden hinzu. 2012 musste das linke Knie wegen diverser Knochen- und Knorpelschäden quasi generalsaniert werden. In dem Jahr verpasste der Emmentaler auch den Gewinn des Gesamtweltcups nur um 25 Punkte gegenüber Marcel Hirscher.

Damals stand wegen der Knieprobleme sogar die Karriere von Feuz auf dem Spiel. “Die Ärzte haben gesagt, ich soll nicht damit rechnen, nochmals auf die Skirennpisten zurückzukehren”, erinnerte sich Feuz später an diese schwere Phase. Der Weg zurück sei dann sehr steinig gewesen. Drei Jahre habe es gedauert, bis er wieder halbwegs zurück gewesen sei. “Aber mir war klar, dass ich mich auf Eintages-Events konzentrieren muss und nie wieder um die große Kugel kämpfen kann.” Diese Strategie ging schlussendlich auf.

Dass Feuz seine Karriere auf der Streif ausklingen lässt, erscheint angesichts seiner Erfolge sowie Wahlheimat nur logisch. Der Speed-König triumphierte in der Gamsstadt 2022 einmal und 2021 zweimal – natürlich in der Abfahrt. Am kommenden Montag will der Eidgenosse beim Weltcup in Bormio sich zu seinem Karriereende näher äußern.

Von: apa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Schweizer Feuz beendet Karriere nach Hahnenkamm-Rennen"


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krokodilstraene
krokodilstraene
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Grande! Beat

krokodilstraene
krokodilstraene
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Übrigens: Aldrans liegt östlich von Innsbruck und Oberperfuss liegt westlich von Innsbruck!

Ganz sicher aber lebt er nicht in Aldrans bei Oberperfuss…

Einheimischer
Einheimischer
Superredner
1 Monat 13 Tage

Hop Switz…

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