Schairer wurde bisher in einer Klinik in Gangneung behandelt

Schwer verletzter Schairer wird am Samstag heimgeflogen

Freitag, 16. Februar 2018 | 14:18 Uhr

Der schwer verletzte Snowboard Crosser Markus Schairer wird am Samstag mit ärztlicher Begleitung aus Südkorea zurück nach Österreich geflogen. Im Olympiabewerb von Bokwang war der Weltmeister von 2009 am Donnerstag bei der Landung nach einem weiten Sprung mit dem Rücken- und Kopfbereich auf der Piste aufgeprallt, er brach sich den fünften Halswirbel und zog sich eine Ellbogenverletzung zu.

Neurologische Beeinträchtigungen sind nicht aufgetreten und Folgeschäden können derzeit ausgeschlossen werden, hatte das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) mitgeteilt. Schairer wird in einer Klinik in der Nähe der Küstenstadt Gangneung behandelt.

“Er ist dort bestens versorgt”, sagte Karlheinz Wieser, der Pressesprecher der Snowboard-Sparte im Österreichischen Skiverband (ÖSV) am Freitag zur APA – Austria Presse Agentur. ÖOC-Arzt Klaus Pribitzer war in Bokwang vor Ort zur Stelle. Versorgung, Abtransport und Kooperation mit den lokalen Stellen und Hilfskräften hätten sehr gut funktioniert, berichtete Wieser.

Der 30-jährige Schairer war nach dem Sturz längere Zeit liegengeblieben, rappelte sich hoch, schnallte das Board wieder an und rutschte ins Ziel. Dort habe der Athlet laut Wieser gleich vermutet, dass er was an den Wirbeln haben könnte.

Schairer sprach im Krankenhaus von Wonju von einem “Glück im Unglück”. Der fünfte Halswirbel sei durchgebrochen, vorne und hinten. “Laut der ersten Diagnose ist er aber stabil.” Er darf am Samstag die Heimreise antreten und wird direkt ins Landeskrankenhaus Feldkirch überstellt. Eine Operation wird möglicherweise nötig sein und alles mit einer Platte stabilisiert.

Schairer erhielt am Freitag Besuch von seinen Teamkollegen. “Ich bin extrem froh, dass ich morgen heim darf. Es ist nicht so toll, in einem Land zu sein, wo man die Sprache nicht spricht. Man kann sich auch auf Englisch nicht richtig verständigen.”

Vom Sturz weiß er noch, dass sich der Abgang in der Luft wie zehn Minuten anfühlte. “Ich habe über einige Sachen nachgedacht. Nachdem ich wieder auf die Beine gekommen bin, habe ich mir gedacht, dass ich eine richtige, richtige Sau hatte.” Aus welcher Emotion heraus er selbstständig ins Ziel fuhr, wisse er nicht mehr. “Das war sicher nicht die schlauste Idee, aber ist einfach so passiert.” Statt mit dem Hubschrauber ging es mit dem Auto in das Krankenhaus, das sei ungut gewesen. Im Krankenhaus selbst sei alles reibungslos verlaufen.

Zum Olympiakurs meinte er: “Gerade bei Olympia will man immer schneller, höher, weiter. Dann steht so ein massives Teil hier. Es wurde von den Fahrern gewarnt, dass die Sprünge irgendwann zu weit gehen.” Bei Olympia ziehe man aber nicht zurück. Wie bei ihm alles weitergehe, sei völlig unklar. Der erste Checkpoint, den er erreichen möchte, sei, bald wieder auf den Beinen zu sein. “Und meine Familie daheim umarmen.”

Von: apa