Südtiroler Sportdirektor erwartet sich persönliche Bestzeiten

Schwimmen: OSV wird rund zehn Aktive zur Budapest-WM entsenden

Mittwoch, 26. April 2017 | 15:35 Uhr

Österreichs Team für die Schwimm-WM in der zweiten Juli-Hälfte in Budapest wird rund zehn Aktive umfassen. Im Becken- und Synchronschwimmen ist die Qualifikation abgeschlossen. Die letzten Limitentscheidungen im Wasserspringen und im Freiwasserschwimmen werden Ende Mai/Anfang Juni fallen. Dies gab Österreichs Verband (OSV) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in der Südstadt bekannt.

Der OSV hielt sich strikt an die vorgegebenen Normen, Grenzfälle wie Sprint-Krauler Bernhard Reitshammer fanden keine Berücksichtigung für den Langbahn-Höhepunkt. Das OSV-Quintett für die für 23. bis 30. Juli angesetzten Bewerbe der Beckenschwimmer bilden nun Felix Auböck, Patrick Staber, Christopher Rothbauer, Lisa Zaiser und Caroline Pilhatsch. Die 22-jährige Zaiser – in London 2012 noch die Jüngste des gesamten ÖOC-Aufgebots – ist dabei die klar Älteste der Schwimmer.

Bis auf Auböck werden sie vom OSV im Juni zu einem Meeting im neuen WM-Komplex geschickt, um diesen vorab kennenzulernen. Schon diese Woche findet im BSFZ Südstadt ein gemeinsames Videoanalyse-Wochenende statt. Grundsätzlich wurde durch den u.a. von Sportdirektor Dario Taraboi festgelegten frühen Limitschluss eine nun beginnende, gezielte langfristige WM-Vorbereitung gewährleistet. Für die WM erwartet sich der Südtiroler keine speziellen Platzierungen, aber persönliche Bestzeiten.

Staber und Rothbauer steigerten sich zuletzt unter ihrem Südstadt-Trainer Balasz Fehervari enorm und haben sich für die WM bereits Vorhaben gesetzt. “Meine Zeit über 400 m Lagen um zwei Sekunden auf 4:17 Minuten drücken ist mein Ziel”, sagte der 20-jährige Staber. Er überlegt, auch 200 m Delfin in sein WM-Programm zu nehmen. Rothbauer ist auf 200 m Brust fokussiert. “Ich möchte auf 2:11,6 kommen. Das war bei Olympia in Rio der Semifinal-Einzug.” Eventuell wird der 19-Jährige 100 m Brust dazunehmen.

Während der erst im Juli aus den USA zurückkommende Auböck ebenfalls aus der Südstadt stammt, stellen die Leistungszentren Graz und Linz mit Pilhatsch bzw. Zaiser nur je eine WM-Teilnehmerin. Aus Linz könnte noch Open-Water-Kandidat David Brandl dazustoßen. “Er hat das erste Limit und muss es noch bestätigen”, erklärte Taraboi. Das soll am 1. Juni im Norden Frankreichs im Rahmen der französischen WM-Qualifikation gelingen. Brandl darf dafür nur rund 0,6 Prozent hinter der Siegerzeit landen.

Bei den Wasserspringern hat Constantin Blaha sein WM-Ticket fix. Bei der Kiew-EM Ende Mai hat Fabian Brandl noch eine Chance, gemeinsam geht es in der Ukraine auch um die Synchro-WM-Fahrkarte vom 3-m-Brett. Die Synchronschwimmerinnen Anna Maria und Eirini Marina Alexandri werden im Duett antreten, Drillingsschwester Vasiliki Pagona im Solo. “Schwieriger, interessanter, artistischer, schneller”, charakterisierte Trainerin Albena Mladenowa die neue Duett-Choreografie zu “Alice im Wunderland”.

Die Alexandris und Rothbauer legen in den nächsten zwei Wochen in der Südstadt ihre Matura ab, danach wird alle Konzentration den Weltmeisterschaften gelten. Für die würde es im Fall einer eventuellen Nominierung einer Mixed-Staffel noch Nachnominierungen geben.

An der Nebenfront freute sich die OSV-Spitze über den Gewinn eines Prozesses am Oberlandesgericht Wien, wonach an das Schwimmteam Delphin keine 125.000 Euro wegen entgangener Sponsorgelder zu zahlen sind.

“Wir überlegen, eine außerordentliche Revision beim Obersten Gerichtshof dagegen einzubringen”, kündigte aber Thomas Krankl, Anwalt der Gegenseite, gegenüber der APA – Austria Presse Agentur an. OSV-Präsident Arno Pajek, im Zivilberuf auch Anwalt, wiederum erwähnte, gegen Delphin-Chef Christian Schneeberger und SC Austria Wien Nachtragsanzeigen folgen lassen zu wollen. “Die haben versucht, den OSV mit kriminellen Machenschaften zu vernichten”, meinte er hinsichtlich gerichtlicher Geldforderungen der Gegenseiten.

Von: apa

Bezirk: Bozen