Viktor Ahn bekam keine Ausnahme

Sechsfacher Short-Track-Olympiasieger für Südkorea gesperrt

Montag, 22. Januar 2018 | 21:39 Uhr

Der sechsfache Short-Track-Olympiasieger Viktor Ahn aus Russland darf nicht bei den Olympischen Winterspielen in seinem Geburtsland Südkorea antreten. Ahn und seine Teamkollegen Denis Airapetjan und Wladimir Grigorjew sind für die in zweieinhalb Wochen beginnenden Spiele in Pyeongchang gesperrt. Das meldete die Agentur Tass am Montag unter Berufung auf informierte Kreise.

Laut Tass gehört Ahn zu den 111 von Russland selektionierten, aber vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht für die Winterspiele vom 9. bis 25. Februar akzeptierten Sportlern. Der 32-Jährige wird demnach im Report des kanadischen Juristen Richard McLaren mit dem russischen Staatsdoping bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi in Verbindung gebracht.

Ahn hatte bei den Winterspielen in Turin 2006 dreimal Gold und einmal Bronze für Südkorea gewonnen. 2011 wurde er russischer Staatsbürger und holte bei den Spielen in Sotschi 2014 wieder dreimal Gold und einmal Bronze. Nun dürften ihm seine drei Goldmedaillen von 2014 vom IOC aberkannt werden, wie das zuvor bereits 20 anderen russischen Medaillengewinnern passierte. Grigorjew droht dasselbe Schicksal, er ist Staffel-Olympiasieger und war über 1.000 Meter Olympia-Zweiter hinter Ahn.

Russische Sportler dürfen in Pyeongchang infolge des großen Doping-Skandals nur unter neutraler Flagge antreten. Zugleich wurde das Nationale Olympische Komitees Russlands (ROC) Anfang Dezember 2017 für die Winterspiele gesperrt. In Südkorea dürfen daher lediglich unbelastete russische Athleten “unter strikten Konditionen” teilnehmen. Aus einem Pool von 500 Athleten sind bereits 111 Sportler gestrichen worden – darunter offenbar auch Ahn, wie man seit Montag weiß. Pyeongchang wäre ein emotionaler Höhepunkt für den Superstar der in Südkorea populären Sportart gewesen.

Im Zuge der Sotschi-Ermittlungen waren von der IOC-Disziplinarkommission Ende des vergangenen Jahres insgesamt 43 russische Athleten lebenslang für Olympia gesperrt. Ihnen waren Dopingverstöße während der Winterspiele 2014 in Sotschi vorgeworfen worden. Sie wurden disqualifiziert, Medaillen wurden ihnen aberkannt. 42 Sportler haben vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gegen ihre lebenslangen Olympia-Sperren Einspruch eingelegt, verhandelt wird seit (heutigem) Montag in Genf. Zu den Athleten, die Einspruch einlegten, gehören die Olympiasieger Alexander Subkow (Bob), Alexander Tretjakow (Skeleton) und Alexander Legkow (Skilanglauf).

Von: APA/dpa/ag.