Drei Olympiasieger und neun Weltmeister am Start

Sellaronda Hero: Kampf der Titanen

Dienstag, 23. Juni 2015 | 09:53 Uhr

Gröden – Die Spannung steigt: In Gröden ist alles bereit für die UCI MTB Marathon Weltmeisterschaft 2015. Bereits am Wochenende hat das HERO Bike Festival begonnen und am Samstag, den 27. Juni gehen in Wolkenstein ab 7.10 Uhr 4015 Teilnehmer aus 50 Nationen, davon 200 Elite-Fahrer, an den Start, um beim sechsten Südtirol Sellaronda HERO WM-Gold zu erobern.

Schon heute kündigt sich ein spektakulärer Kampf um die Medaillen an, denn unter den Topathleten befinden sich mehrere Olympiasieger, Welt-, Europa- und Landesmeister sowie fünf frühere HERO-Sieger. Sie alle brauchen viel Kraft, Kondition und Bergsteigerqualitäten,  um die  87km/4.700 hm (Herren) und 60 km/3.400 hm (Damen) mit den vielen mörderischen Steigungen rund um die vier ladinischen Täler des Sella möglichst schnell zu bewältigen. „Das härteste Rennen der Welt“, wie viele Spitzensportler zu Protokoll gegeben haben. Die Herausforderung, um Weltmeister zu werden ist also enorm.

Bei den Herren zählt zuallererst der amtierende Olympiasieger, Welt- und Europameister Jaroslav Kulhavý aus der Tschechischen Republik zu den Favoriten. „Ich möchte meinen WM-Titel, den ich letztes Jahr in Südafrika erobert habe, verteidigen“, sagt der 30-Jährige, „allerdings ist der Parcours nicht mit jenem in Pietermaritzburg zu vergleichen. Deshalb bin ich sehr gespannt auf den Event in Gröden.“. Als Mitfavorit gilt sein Specialized-Teamkollege, Christoph Sauser aus der Schweiz. „Für die XCM-Rennen habe ich die Ausdauer im Blut“, erzählt der der viermalige MTB-Weltmeister und Bronze-Olympiamedaillengewinner, der in Gröden sein letztes großes Profirennen bestreiten wird. „Der Sellaronda HERO ist für mich in diesem Jahr ein großes Ziel“, sagt hingegen Alban Lakata, der Weltmeister von 2010. Der Osttiroler hat schon einmal am HERO teilgenommen, aber wegen eines Platten das Podium verpasst. Der Schweizer Urs Huber will auch ganz vorne mitmischen. 2008 eroberte er die WM-Bronzemedaille, im letzten Jahr war er beim HERO Zweiter. „Im vergangenen Herbst habe ich einige Tage in Gröden verbracht, um mir die Strecke genauer anzuschauen. So habe ich besonders die schwierigen Anstiege studiert, vor allem Dantercepies, Sourasass und Duron, damit ich im Kopf habe, wie steil und wie lang sie sind. Wie geschaffen für diese Strecke ist Leonardo Paez. Der Kolumbianer hat das Langstreckenrennen in den Dolomiten zwischen 2012 und 2014 dreimal hintereinander gewonnen. „Meiner Meinung nach ist die Strecke hart und sehr selektiv. Und immer schön zu fahren. Ich kann es kaum erwarten!“ Paez führt derzeit in der Rangliste der Marathon World Series vor dem Franzosen Thomas Dietsch und dem Portugiesen Tiago Ferreira. Als bester Italiener liegt Italienmeister Samuele Porro, der 2013 auf der Kurzdistanz gewonnen hatte, auf Rang vier. Paez’ Teamkollege und Sieger der Alpentrophy, Tony Longo ist derzeit Siebter. Weitere Favoriten sind Marathonspezialist Kristian Hynek aus der Tschechischen Republik, Ex-Weltmeister Periklis Ilias aus Griechenland, die Deutschen Stefan Sahm, Hannes Genze und Robert Mennen sowie der zweifache belgische Weltmeister Roel Paulissen.

Bei den Damen sind alle Augen auf die beiden Olympiasiegerinnen Gunn-Rita Dahle-Flesjå (Athen 2004) und Sabine Spitz (Peking 2008) gerichtet. Die Norwegerin hat insgesamt 18 Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften gewonnen, allein fünf davon bei WM-Marathons.  Vergangene Woche hat die 42-Jährige die Strecke des Sellaronda HERO inspiziert. “Anstiege sind meine Stärke“, sagt sie, „das ist der lustige Teil der Herausforderung…“. Sabine Spitz, die amtierende  Europameisterin aus Deutschland wird hingegen diese Woche zum ersten Mal den Parcours besichtigen. Auf die schwierigen Anstiege angesprochen meint sie: „Die fürchte ich auch… Die Berge kann ich aber nicht planieren, oder? Als amtierende Weltmeisterin kommt die Dänin Annika Langvad nach Gröden. Was sie sich erwartet: „Einen Sieg“, sagt sie kurz und bündig. Damit liebäugelt auch Sally Bigham. Die Engländerin, die noch keinen WM-Titel gewonnen hat, kennt im Gegensatz zu den Mitfavoritinnen die Strecke, wo sie 2013 triumphiert hat, bestens. „Mein oberstes Ziel ist es bei der WM 2015 –  wenn alles passt –  eine Medaille zu erobern, egal welche Farbe sie hat. Die Strecke ist ähnlich wie jene der WM 2013, das könnte ein gutes Omen für Edelmetall sein“.  Weitere Anwärterinnen auf einen Podiumsplatz sind Esther Süss, die Schweizer Weltmeisterin von 2010 und Italienmeisterin Daniela Veronesi.

Die Ankunft der Weltmeisterin am Nivesplatz in Wolkenstein ist um 11.00 Uhr vorgesehen, die Zieleinfahrt des neuen Weltmeisters um 11.50 Uhr.

Das vollständige Programm und weitere Informationen finden Sie auf www.sellarondahero.bike

Von: ©mk

Bezirk: Salten/Schlern