Senegal hatte Glück und Können auf seiner Seite

Senegal schielt nach Auftaktsieg auf Achtelfinale

Mittwoch, 20. Juni 2018 | 10:28 Uhr

Während Senegals Staatschef Macky Sall nach dem 2:1-Erfolg der “Löwen von Teranga” am Dienstag gegen Polen gar vom Titel träumt, ist für Coach Aliou Cisse bei der ersten Fußball-WM-Teilnahme der Afrikaner seit 16 Jahren weiterhin das Achtelfinale das große Ziel. Der Coach, 2002 beim Viertelfinal-Einzug selbst als Kapitän am Platz, lenkt in Russland die Geschicke seiner Elf von der Seitenlinie aus.

Die Stimmung beim Auftaktsieg erinnerte beim ersten Auftreten der Senegalesen sogar an 2002. Die Spieler hüpften und tanzten ausgelassen über den Rasen, wieder düpierte man einen höher eingeschätzten Gegner. Zu Vergleichen mit dem damaligen Erfolg über Frankreich will sich Cisse aber nicht hinlassen. “Der Sieg gegen Frankreich hatte einen besonderen Geschmack. Es ist das Land, das den Senegal kolonisiert hat.” Der Triumph gegen Polen sei deshalb aber genauso wichtig gewesen.

Der Senegal beendete mit dem 2:1 gegen ideenlos agierende Polen eine kleine Negativserie afrikanischer Mannschaften bei der WM, nachdem Ägypten, Marokko, Nigeria und Tunesien mit Niederlagen in das Turnier gestartet waren. “Ganz Afrika unterstützt uns. Sie sind stolz auf uns und wir sind stolz”, betonte der Teamchef, der davon ausgeht, dass auch die anderen afrikanischen Teams in Russland noch Erfolge feiern können: “Es steckt große Qualität in den Mannschaften.”

Gegen Polen hat laut dem Trainer, der auch dank seiner Dreadlocks die Aufmerksamkeit auf seiner Seite hat, die Disziplin seiner Equipe den entscheidenden Unterschied gemacht. “Wir waren in der Lage, sie unter Druck zu setzen. Jedes Mal, wenn sie einen Fehler gemacht haben, konnten wir das ausnutzen”, erklärte Cisse.

Der polnische Coach Adam Nawalka haderte vor allem damit, dass seine Mannschaft die Strategie nicht umsetzen konnte: “Wir hatten einen Plan, aber einen Plan zu haben und ihn auch durchzusetzen, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.” Besonders in der ersten Halbzeit enttäuschten Europäer: “Ich denke, es gibt für die erste Hälfte keine Entschuldigung. Wir waren nicht aggressiv genug, nicht dynamisch und koordiniert”, fügte Nawalka hinzu.

Mit Robert Lewandowski konnte seine Elf den Startspieler der Gegner unter Kontrolle bringen. Maßgeblich dafür verantwortlich war Napoli-Verteidiger Kalidou Koulibaly, der den polnischen Rekordtorschützen weitgehend im Griff hatte. “Wir wussten, dass Lewandowski ein Schlüsselspieler ist und haben das sehr gut umgesetzt”, betonte Cisse.

Zweifelsohne hat seine Mannschaft die Qualität, um die Gruppenphase zu überstehen. Angeführt vom Ex-Salzburg-Spieler und nunmehrigen Liverpool-Star Sadio Mane zeichnet sich das Team durch Robustheit und einen aggressiven Konterstil aus. Ganze zehn Europa-Legionäre standen in der Startelf des Senegal.

Für Mane als Aushängeschild der Senegalesen ist der Sieg gegen Polen vorerst nur ein Etappenziel: “Es ist zu früh, um darüber nachzudenken, wie weit wir in diesem Turnier kommen können. Wir nehmen jetzt ein Spiel nach dem anderen”, so der 26-Jährige. Die Vorfreude auf die ausstehenden Gruppenspiele gegen Kolumbien und Japan ist nach dem perfekten Start naturgemäß groß: “Dieser Sieg ist das, was wir wollten, aber wir sind auch heiß auf die nächsten Partien.” Nächster Gegner ist am kommenden Sonntag Japan, das Kolumbien zum Auftakt überraschend 2:1 bezwungen hat.

Von: APA/dpa/ag.

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