Senegal verpasste Achtelfinal-Ticket denkbar knapp

Senegals Fair-Play-Aus beendete Afrikas WM-Träume

Freitag, 29. Juni 2018 | 09:52 Uhr

Ausgerechnet die Fair-Play-Wertung hat mit dem Ausscheiden des Senegal nach dem 0:1 gegen Kolumbien am Donnerstag in Samara das erste WM-Achtelfinale ohne afrikanische Beteiligung seit 1982 besiegelt. Am Ende hatte Japan zwei Gelbe Karten weniger auf dem Konto als die Elf von Trainer Aliou Cisse. Kolumbien bangt vor dem Achtelfinale gegen England unterdessen um seinen Regisseur James Rodriguez.

Ein Aus aufgrund einer im Vergleich zu einem punkt- und torgleichen Kontrahenten schlechteren Fair-Play-Bilanz hatte es in der WM-Historie davor noch nie gegeben. Ein Punkt hätte dem Senegal im letzten Spiel genügt, um wie schon 2002 in die K.o.-Phase aufzusteigen. “Wir wären lieber auf andere Art und Weise ausgeschieden, aber es ist so. Das ist sehr schade”, konstatierte Teamchef Cisse. Gleichzeitig fand er sich mit dem Regulativ ab: “Das ist nun einmal eine der Regeln und wir müssen das akzeptieren.” Dabei war seine Elf in der ersten Halbzeit stärker gewesen, der entscheidende Treffer fiel in der 74. Minute.

Während Tunesien, Marokko und Ägypten aus dem afrikanischen Quintett schon nach zwei Spieltagen fix draußen waren, durften Nigeria und der Senegal bis zum Ende hoffen. Beide Teams hatten letztlich aber bei der Vergabe der Achtelfinal-Tickets das Nachsehen. Für Cisse ist der Abstand zu den anderen Teams geringer geworden: “Ich glaube trotzdem, dass die Lücke zu den anderen Kontrahenten kleiner wird.”

Bei den Kolumbianern, die mit einer Niederlage gegen Japan in das Turnier gestartet waren, herrschte hingegen Jubelstimmung. Für den Torschützen Yerry Mina war das 1:0 eine Erlösung: “Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Ich danke Gott und der ganzen kolumbianischen Nation.” Der Gegner habe den Kolumbianern das Leben aber schwer gemacht. “Es war kompliziert, die Senegalesen waren unglaublich schnell”, betonte der Matchwinner nach der Partie.

Die Freude wurde jedoch getrübt von der Sorge um Starspieler James Rodriguez. Der Bayern-Edelzangler musste bereits nach etwas mehr als einer halben Stunde wegen einer Verletzung vom Platz. Was genau der WM-Torschützenkönig von 2014 hat, war vorerst unklar. “Ich mache mir große Sorgen”, erklärte Kolumbiens Trainer Jose Pekerman. Ob der Regisseur rechtzeitig für das Achtelfinale fit wird, bleibt abzuwarten.

Dort bekommen es die Südamerikaner am Dienstag in der abschließenden Partie der Runde der letzten 16 Teams in Moskau (20.00 Uhr MESZ/live ORF eins) mit den Engländern zu tun. Die “Three Lions” schlossen ihre Gruppe nach dem knappen 0:1 gegen Belgien im Gegensatz zu Kolumbien nur als Zweiter ab. Dem Gegner streute Pekerman schon vorab Rosen: “England hat eine sehr junge Mannschaft mit viel Talent. Sie haben viel Selbstvertrauen und die Gruppenphase stark bewältigt.”

Von: APA/dpa/ag.

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1 Kommentar auf "Senegals Fair-Play-Aus beendete Afrikas WM-Träume"


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Eisacktaler_Spitzbua
17 Tage 10 h

Irgendwie schade 

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