Die 37-Jährige vergab vier Matchbälle

Serena Williams verpasste ihren 24. Grand-Slam-Titel erneut

Mittwoch, 23. Januar 2019 | 13:44 Uhr

US-Star Serena Williams muss weiter auf ihren 24. Einzel-Titel bei Tennis-Grand-Slams warten. Die schon 37-Jährige gab am Mittwoch im Viertelfinale der Australian Open ein praktisch fast gewonnenes Match noch aus der Hand, unterlag Karolina Pliskova 4:6,6:4,5:7. Die Tschechin trifft im Halbfinale auf Naomi Osaka, die Japanerin hatte die Ukrainerin Elina Switolina beim 6:4,6:1-Sieg gut im Griff.

Williams hatte sich im dritten Satz eine 5:1-Führung erarbeitet, knickte dann aber beim ersten Matchball um und ließ bei 5:4 noch drei weitere Chancen auf den Matchgewinn aus. Sie machte schließlich aber kein Game mehr. Die Australierin Margaret Court bleibt mit ihren 24 Grand-Slam-Titeln im Einzel damit weiter unerreicht, Williams muss 2019 auf die drei weiteren Chancen in Paris (French Open), London (Wimbledon) und New York (US Open) hoffen.

Als Ausrede wollte Williams den Knöchel nicht anführen. “Er scheint okay zu sein”, versicherte sie danach. “Ich habe bei den Matchbällen eigentlich nichts falsch gemacht. Karolina hat einfach angefangen, unglaublich gut zu spielen. Sie riskierte alles, war sehr aggressiv und traf ein paarmal die Linien.” Die Niederlage sei einfacher zu verdauen, weil sie sich nichts vorzuwerfen habe. Major-Titel Nr. 24 hat Williams aber noch nicht aufgegeben: “Ich fühle, dass es kommen wird.”

Für Pliskova war es ein spätes Comeback, nachdem sie die Anfangsphase der Partie bestimmt hatte. Nach dem gewonnenen ersten Satz führte die Nummer 7 des Events im zweiten Durchgang mit einem Break 3:2, Williams gelang dann aber die vorübergehende Wende. “Sie ist auf die Bälle gegangen und war aggressiver, ich zu passiv”, sagte Pliskova danach. Die 26-Jährige verwertete letztlich ihrerseits nach 2:10 Stunden ihren dritten Matchball.

“Eigentlich war ich schon fast in der Umkleide, und jetzt stehe ich hier als Siegerin”, erklärte Pliskova, erstmals in Melbourne und auf Major-Ebene zum insgesamt zweiten Mal nach den French Open 2017 in einem Halbfinale. “Sie war dann ein bisschen wackelig am Ende, ich habe meine Chance genutzt.” Pliskova wahrte die Chance auf Übernahme der Weltranglistenführung, weitere Kandidatinnen für die Ablöse von Simona Halep (ROU) sind Petra Kvitova (CZE-8) und Naomi Osaka (JPN-4).

Während es Kvitova am Donnerstag (ab 4.00 Uhr MEZ) mit der ungesetzten US-Amerikanerin Danielle Collins zu tun bekommt, machen sich Pliskova und Osaka danach die Anwartschaft auf die Thronfolge Haleps untereinander aus. Auch Switolina hatte bis zur Osaka-Partie noch eine Chance auf die Nummer eins, gegen die Asiatin aber dann nur wenig Chancen. Die US-Open-Siegerin scheint sich, nun ganz oben im Ranking festsetzen zu wollen.

“Das ist etwas, woran ich viel gearbeitet habe, bei Turnieren weiter zu kommen und konstanter zu werden”, erklärte Osaka nach ihrem Erfolg. “Aber ich schaue weiter nach vor, ich bin noch nicht zufrieden. Da gibt es noch Matches für mich zu gewinnen.” Bei den Australian Open ist Osaka die erste Japanerin in einem Einzel-Halbfinale seit 1994, als es Kimiko Date geschafft hatte. Ein Achtelfinale im Vorjahr war das bisher beste Melbourne-Abschneiden der 21-Jährigen gewesen.

Der Serbe Novak Djokovic strebt indes seinem siebenten Einzeltitel bei den Tennis-Australian-Open entgegen. Auf der drittletzten Stufe zu diesem Rekordtitel hatte er am Mittwoch recht leichtes Spiel, nach 52 Viertelfinal-Minuten gab Gegner Kei Nishikori bei 6:1,4:1 auf. Um das Endspiel geht es für den “Djoker” gegen Lucas Pouile. Der Franzose gewann gegen Milos Raonic (CAN-16) 7:6(4),6:3,6:7(2),6;4.

Ein Duell von Djokovic mit Pouille hat es auf der Tour interessanterweise noch nicht gegeben, obwohl der 24-Jährige seine immerhin schon achte Profi-Saison spielt. Pouille wird schon lange großes Talent bescheinigt, in “Down Under” beschritt er aber nun für ihn neues Terrain. Sein erstes Major-Halbfinale verdankt er wohl nicht zuletzt Amelie Mauresmo. Die ehemalige Weltranglistenerste verzichtete im Dezember zugunsten des Einzel-Coachings auf den Job als Frankreichs Davis-Cup-Coach.

Von: APA/ag.

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