Jubelnde Mikaela Shiffrin auf dem Podest

Shiffrin greift im Courchevel-Slalom bereits nach dem 50er

Freitag, 21. Dezember 2018 | 17:00 Uhr

An einem Ski-Nobelort greift US-Star Mikaela Shiffrin nach ihrem bereits 50. Weltcup-Sieg. Dabei will die 23-Jährige lieber gar nicht an den 50er denken. “Das würde mich nur blockieren”, sagte Shiffrin nach ihrem Triumph im Riesentorlauf von Courchevel am Freitag. In Schlagdistanz zur absoluten Weltspitze lagen dort auch Stephanie Brunner (6.) und Anna Veith, die Siebente wurde.

Angesprochen auf das bereits am Samstag mögliche Jubiläum, sinnierte Ausnahmeathletin Shiffrin dann doch ein wenig. “Das hätte ich mich vor wenigen Jahren niemals zu träumen gewagt.” Fünfzig Siege in diesem Alter hat im Weltcup zuvor noch niemand geschafft. Shiffrin würde zudem Alberto Tomba (50) in der ewigen Bestenliste einholen. Bei den Frauen haben nur Teamkollegin Lindsey Vonn (82), Annemarie Moser-Pröll (62) und die Schweizerin Vreni Schneider (55) öfter gewonnen als sie.

Keine 24 Stunden nach ihrem 49. Erfolg, bei dem sie im Riesentorlauf die Deutsche Viktoria Rebensburg und Lokalmatadorin Tessa Worley auf die Plätze verwies, wird für Shiffrin am Samstag wieder nur die Bestzeit zählen. Die Chancen stehen gerade im Slalom, ihrer Paradedisziplin, nicht allzu schlecht. “Alles ist möglich”, schickte die Überfliegerin selbst voraus.

Wegen Müdigkeit und kleineren Rückenproblemen hatte Shiffrin die Speed-Rennen von Gröden zuletzt freiwillig ausgelassen – und damit wohl alles richtig gemacht. Sie sei nun wieder fit und ausgeruht, sagte Shiffrin und fügte beiläufig eine kleine Drohung an die Konkurrenz hinzu: “Ich bin bereit für die nächsten Aufgaben.” Im Vorjahr holte Shiffrin das Courchevel-Double (RTL und Parallel-RTL).

ÖSV-Star Veith zeigte mit Rang sieben, dass derzeit am ehesten im Riesentorlauf mit ihr zu rechnen ist. “Das ist gut für die Seele, zu wissen, dass man schnell ist”, betonte die Salzburgerin, die am Ende 0,91 Sek. Rückstand hatte. Gerade aber die zweitbeste Zeit im von widrigen Bedingungen geprägten Entscheidungslauf dürfte der 29-Jährigen Zuversicht geben. Was auf die Allerbesten noch fehle? “Eine bessere Startnummer.” Hält der Aufwärtstrend an – heuer fuhr sie auf die Ränge 20 (Sölden), acht (Killington) und nun sieben – dürfte die Nummer schon bald nach ihrem Geschmack sein.

Beste Österreicherin wurde aber – einmal mehr im Riesentorlauf – Stephanie Brunner. Ihr Rückfall auf Rang sechs ärgerte die Halbzeit-Zweite nur kurz. “Sicher wäre im zweiten Lauf mehr möglich gewesen”, gab die Tirolerin zu. Sie dürfe nach ihrer Kreuzbandverletzung nicht meckern. “Ich hätte mir nicht gedacht, dass es so schnell wieder so gut funktioniert.” Den Slalom wird Brunner mangels Slalom-Training aber nicht in Angriff nehmen.

Von: apa