Skirennfahrer werden immer älter

Alt und noch immer schnell: Für Christof Innerhofer kein Problem

Donnerstag, 29. November 2018 | 13:02 Uhr

Vergangene Woche ist der Kanadier Erik Guay mit 37 Jahren zurückgetreten. Der schon 39-jährige Franzose Julien Lizeroux startet fast zwei Jahre nach Team-WM-Gold immer noch erfolgreich im Slalom-Weltcup und beim 38-jährigen Österreicher Hannes Reichelt ist kein Karriere-Ende absehbar. Skirennfahrer werden immer älter.

Und dieser Trend verstärkt sich. Dieser Meinung ist auch Christof Innerhofer. “Die Trainings-Methoden werden immer besser, die Athleten deshalb immer älter”, glaubt der Südtiroler, dass bald einige 40-Plus-Athleten am Start stehen werden.

Innerhofer hat selbst jahrelang mit großen Schmerzen gekämpft, mit bald 34 Jahren ist der Super-G-Weltmeister von 2011 aber so fit wie lange nicht. Ähnliches gilt für Beat Feuz. Nach dem verlorenen Duell 2012 gegen Marcel Hirscher um die große Kristallkugel schien der Schweizer wegen seiner gravierenden Knieprobleme vor dem Karriere-Aus. 2017 holte er bei der Heim-WM Gold in der Abfahrt und ist heute mit “jugendlichen” 31 einer der besten Downhiller der Szene.

Reichelt ist schon 38 und wie es aussieht, ist der unverwüstliche Salzburger auch mit 40 noch im Ski-Zirkus mit dabei. Reichelt hatte schon vor vier Jahren mit der Aussage überrascht, bis 2018 weiterfahren zu wollen. Danach wurde er u.a. 2015 Weltmeister im Super-G. Auch der Salzburger hat eine Menge gesundheitlicher Probleme hinter sich, deshalb den Riesentorlauf praktisch aufgegeben und erst vergangenen Sommer wegen eines Zehenbruchs lange pausieren müssen.

“Ich habe deshalb meine Kollegen beim Sommertraining in Chile auf sozialen Kanälen verfolgt und es hat mich voll angezipft, dass ich nicht dabei sein konnte”, erinnerte sich Reichelt. “Das war ein klares Zeichen, dass ich es noch immer sehr, sehr gerne tue.”

Bei Reichelt ist ein Karriere-Ende deshalb nach wie vor kein großes Thema. Der mit einer Ex-Rennläuferin verheiratete Salzburger nennt als einzige Einschränkung, dass er noch nicht exakt wisse, wie lange er noch fahren wolle.

“Also bis 2022 plane ich noch nicht voraus. Aber diese und nächste Saison wäre definitiv cool”, machte Reichelt bei der aktuellen Übersee-Tour klar, dass er dem Zirkus noch ein Weilchen erhalten bleiben will. Klar sei: “Der Körper muss mitspielen und auch der Kopf muss dazu bereit sein, sich in der Abfahrt runterzuhauen. Diese Faktoren sind ausschlaggebend und entscheiden, wie lange ich noch fahre.”

Reichelt fährt nach eigenen Aussagen aber nicht, um Altersrekorde aufzustellen. “Die werden eh meist wieder gebrochen”, meinte er kokett. “Gewinnen ist das Ziel. Aber nicht, weil ich der Älteste wäre, sondern weil es Spaß macht. schneller zu fahren als die Jungen.”

Bleibt noch Aksel Lund Svindal. Der großartige Norweger wird zwei Tage nach Weihnachten 36 Jahre alt und hat verletzungsbedingt mehrere abgebrochene Saisonen hinter sich. Aktuell wird der aktuelle Abfahrts-Olympiasieger von einem operierten Daumen behindert.

Auch Svindal ist ein echter “die hard” und weiß trotz aller Spekulationen nicht, wann er das Handtuch werfen wird. Sicher ist er sich nur: “So wie Lindsey Vonn zu sagen, ich höre nach dieser oder jener Saison auf, das geht bei mir nicht”, wartet der fünffache Weltmeister noch auf den Moment der Erkenntnis. “Das kann im Jänner, aber auch im Juli sein. Ich weiß es nicht.”

Er wisse nur eines, so Svindal. “Wenn ich dann auf der Couch liege und meinen Kollegen zusehe, will ich das gerne tun. Und mich nicht ärgern müssen, dass ich nicht mehr dabei sein kann.”

Ärgern ist gerade in anderer Hinsicht ein Thema. Svindal darf aufgrund einer Verbandsvorgabe nicht mehr den blau-silbernen Helm seines Privatsponsors tragen. Teamkollege Henrik Kristoffersen streitet deshalb seit Jahren mit dem Skiverband, macht dies auch öffentlich und bekam kürzlich bei einem EFTA-Gericht ein wenig Hoffnung.

Svindal hat Verständnis für seinen Teamkollegen (“Er und Marcel Hirscher leben diesbezüglich in zwei verschiedenen Welten”), wickelt das alles eher intern ab. “Die Lösung ist nicht ideal. Aber ich habe so viel Spaß gehabt bisher und in den letzten Jahren meiner Karriere will ich einfach nicht mehr streiten.”

Von: apa

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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4 Kommentare auf "Alt und noch immer schnell: Für Christof Innerhofer kein Problem"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
13 Tage 10 h

I hon kehrt do Franz Klammer will a wiedo unfong.

Stresser
Stresser
Grünschnabel
13 Tage 7 h

Junges kimmt nix nocher ba ins do

berthu
berthu
Superredner
13 Tage 9 h

wor des bis ietz net aseou?

Kurt
Kurt
Kinig
13 Tage 7 h

den Inner scheint s mog die SN Redaktion bsunders gern😊

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