Paris: "Kitzbühel und wir, das passt ganz gut"

Südtiroler wollen Streif-Dominanz weiter festigen

Mittwoch, 17. Januar 2018 | 11:45 Uhr

Zuletzt haben sie zweimal in Folge die begehrte Gams heimgeschleppt, in den vergangenen fünf Jahren heimsten die Abfahrer aus Südtirol drei Siege auf der Streif ein. Und sie fühlen sich auch für einen neuerlichen Triumph am Samstag in Kitzbühel bereit, wie die Bestzeit von Christof Innerhofer im ersten Training zeigte.

Dominik Paris löste 2013 in Kitzbühel den Schweizer Didier Cuche als Seriensieger ab, seinen zweiten Erfolg in der Hahnenkammabfahrt feierte er im Vorjahr ebenfalls wieder auf der Originalstrecke. 2014 gewann Hannes Reichelt, als die Hausbergkannte über den Hinterganslern umfahren wurde, 2015 der Norweger Kjetil Jansrud auf verkürzter Strecke ab Seidlalm-Sprung, 2016 der Südtiroler Peter Fill ab oberhalb der Mausefalle.

“Kitzbühel und wir, das passt ganz gut. Es ist eine schwierige Piste. Wer den besten Lauf runterbringt, ist vorne”, beantworte Paris die Frage nach der speziellen Beziehung zwischen den Südtirolerin und der Streif. Beinahe dürfte er sich übrigens Dreifachsieger nennen, 2015 lag er als Zweitplatzierter nur 2/100 Sekunden hinter Jansrud.

Den Geschmack des Erfolges ausgekostet hat auch bereits Fill, der zudem 2011 als Fünfter und 2017 als Vierter am Podest vorbeischrammte. Vor seiner bereits 13. Streif-Abfahrt am Samstag meinte der 35-Jährige auch stellvertretend für seine Teamkollegen: “Wir sind in guter Form. Wir freuen uns und hoffen, dass wir bereit sind, wieder zuschlagen zu können.”

Kitzbühel sei eines der wichtigsten Rennen, da müsse man schauen, dass man topfit hinkomme. “In Kitzbühel muss man technisch perfekt sein und braucht zur gewissen Zeit die richtige Courage. Die findet man unter dem Fahren. Wenn man sich gut fühlt, fährt man auch Linien, die sich andere nicht trauen.” In Erinnerung an seinen Sieg meinte er: “Es war ein Traumtag. Es war nicht nur die Siegesfahrt, sondern auch der zweite Geburtstag meines ersten Sohnes.”

Innerhofer war in der Kitzbühel-Abfahrt bisher einmal Fünfter und dreimal Sechster. Vor dem Training am Dienstag besprach er sich noch mit Paris. “Dominik kennt die Piste sehr gut, er weiß alle Kleinigkeiten. Er hat mir ein, zwei gute Tipps gegeben, die mir gut geholfen haben. Ich bin zwar schon viel öfter hier gewesen als er, aber das habe ich eigentlich nicht so gesehen, wie er das sieht. Aber es war richtig, genau in dem Abschnitt bin ich eine gute Zeit gefahren.”

Die bei hohem Luftstand weit gehenden Sprünge trieben den 33-Jährigen nicht so zur Weißglut wie manch anderen. “Ich bin einer der schlechteren Springer. Die Mausefalle geht weit, da bin ich einmal erschrocken, aber in Sotschi sind wir 70 gehüpft, das werden die 50 hier auch gehen.” Er hofft, dass er seine Trainingsleistungen nun auch einmal im Rennen bringt. “Ich glaube weiterhin daran und trainiere fleißig weiter. Aber es ist schwer, das richtige Gleichgewicht zu finden zwischen Gas geben und locker fahren”, sagte Innerhofer.

Fill hofft, dass nach der Entschärfung der Sprünge nicht das Gleiche passiert wie zuletzt in Wengen, als vom Silberhornsprung nur noch ein kleines Hüpferl übrigblieb. “Man soll es nicht übertreiben, nicht in die eine und nicht in die andere Richtung. Das gibt es nicht, dass man Kitzbühel runterfährt und sagt, ‘ist schon fein gewesen’.” Den lauten Aufschrei so manches Kollegen wollte er nicht überbewerten. “Das ist der erste Eindruck. Wenn man sie in einer halbe Stunde fragt, klingt das nicht mehr so. Und wenn man die Sprünge ein bisserl herrichtet, sagen alle, das ist bärig.”

Die Rennläufer seien halt alle ein bisserl geschockt, wenn sie auf die Streif kommen. “Wir wollen aber auch kein extrem leichtes Kitzbühel”, hoffte Fill auch auf weiterhin weite Sätze.

Von: apa

Bezirk: Bozen