Sprünge gingen zu weit

Innerhofer-Bestzeit im ersten Kitzbühel-Training

Dienstag, 16. Januar 2018 | 12:20 Uhr

Kitzbühel – Der Südtiroler Christof Innerhofer hat am Dienstag im ersten Training für die Weltcup-Abfahrt der alpinen Skiherren am Samstag in Kitzbühel die Bestzeit aufgestellt. 0,28 Sekunden dahinter landete Steven Nyman (USA) auf Platz zwei, es folgten ex aequo Aleksander Aamodt Kilde (NOR) und Matteo Marsaglia (ITA/je 0,46) sowie Hannes Reichelt auf fünf (0,50). Dominik Paris wurde 17., Werner Heel 42.

Damit ist klar: Der Gaiser Christof Innerhofer hat seinen schweren Sturz auf der Lauberhorn-Abfahrt auf alle Fälle weggesteckt.

Das Training ist nicht sehr aussagekräftig, da die Sichtverhältnisse stark wechselten. In Hinblick auf das Rennen müssen vor allem zwei Sprünge (Mausefalle, Alte Schneise) noch angepasst werden, die auf den schnellen Schneebedingungen zu weit gingen.

In Kitzbühel stehen an diesem Wochenende drei Rennen auf dem Programm: Los geht´s am Freitag mit dem Super-G (11.30 Uhr), am Samstag steigt der Abfahrtsklassiker (11.30 Uhr), und am Sonntag folgt der Slalom (10.30/13.30 Uhr).

Das sagen die Athleten

Das erste Training für die Weltcup-Abfahrt der Ski-Herren am Samstag in Kitzbühel hat die Gemüter der Athleten nach dem Abschwingen hochgehen lassen. Vor allem die Sprünge in Mausefall und Alte Schneise gingen auf den schnellen Schneeverhältnissen bei hohem Luftstand zu weit. Weil Regen und Schnee kommen und das nächste Training erst Donnerstag stattfindet, bleibt für Adaptierungen Zeit.

“Es war ganz schön zäh, die Sprünge Mausefalle und Alte Schneise gehen sicher 50 m weit und der Luftstand ist brutal, da hätte ich fast ein Skispringer werden können”, sagte Reichelt. FIS-Renndirektor Hannes Trinkl versicherte den im Zielraum diskutierenden Läufern rasch, dass man entsprechende Änderungen bei den zwei Sprüngen vornehmen werde.

Es sei auch von der Sicht her brutal gewesen, merkte Reichelt an. “Ich habe nur blaue Linien und Tore gesehen und nebenbei rote Netze. Und zwischendurch nur weiß, aber keine einzige Kontur. Das macht das Skifahren ganz schön schwierig.” Nicht nur bei den Sprüngen müsse man definitiv etwas machen, sondern auch Ende Traverse ausputzen. “Die Piste selbst ist brutal unruhig und eisig. Zäh. Es geht echt zur Sache.”

Matthias Mayer kam zu der Erkenntnis: “Das erste Training war extrem und hat wieder einmal jedem ein bisserl den Atmen genommen. Ob das sein muss, weiß ich nicht, aber man muss es hinnehmen. Es ist eine schwierige Abfahrt, das weiß jeder. Man kann es da runter nicht leicht präparieren.” Der Olympiasieger sah vor allem im hohen Luftstand besagter zwei Sprünge das Problem. “Weil man von oben so runterknallt, das ist ein bisserl zu viel.”

Wengen-Sieger Beat Feuz äußerte nach dem Training massive Kritik. “Katastrophe. Die Piste ist so für mich in keinem Zustand, wie man ein Rennen fahren darf. Sie müssen jetzt gut arbeiten, dass sich die Piste am Wochenende etwas anders präsentiert. Vor allem die Sprünge.” Er finde es schade, dass man bis zum Wengen-Wochenende davon spreche, dass die Sicherheit vorgehe, und dann komme man zur schwierigsten Strecke der Welt nach Kitzbühel und dann seien die Sprünge schlecht gebaut. “Die Sicherheit geht vor, und das heute ist bei weitem nicht sicher”, war der Schweizer überzeugt.

Innerhofer meinte jedoch, dass es alles andere als einfach gewesen war. “Man hat einen guten Grip, sobald die Ski am Boden sind. Aber mir hat es schon vor der Mausefalle ein bisserl die Schneid abgekauft. Ich war ein bisserl spät und es hat mir die Ski durcheinandergeschlagen.” Eine gute Linie fand er über die Hausbergkante. “Aber insgesamt war die Sicht sehr zäh, es war voll wenig blaue Farbe drinnen. Es war mühsam und schwierig, die Schläge zu sehen.” Im Bezug auf die blauen Markierungen ging der Tenor dahin, dass man die Konturen besser rausarbeiten sollte.

 

Ergebnis Abfahrtstraining Dienstag (Stand nach 30 Läufern):
1. Christof Innerhofer (Gais/ITA) 1:55,46 Minuten
2. Steven Nyman (USA) +0,28
3. Matteo Marsaglia (ITA) +0,46
3. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) +0,46
5. Hannes Reichelt (USA) +0,50
6. Peter Fill (Kastelruth/ITA) +0,91
7. Marc Gisin (SUI) +0,93
8. Christpher Neumayer (AUT) +1,10
9. Johan Clarey (FRA) +1,19
10.. Aksel Lund Svindal (NOR) +1,23

17. Dominik Paris (Ulten/ITA) +1,36
42. Werner Heel (Passeier/ITA) +3,61
43. Mattia Casse (ITA) +3,65
44. Luca De Aliprandini (ITA) +3,74
50. Emanuele Buzzi (ITA) +4,67

Von: apa

Bezirk: Pustertal