"So wenig fahren wie möglich"

Ski: Svindal wird zum Minimalisten

Mittwoch, 11. Januar 2017 | 15:30 Uhr

Bald ein Jahr ist es her, dass Aksel Lund Svindal sich bei einem Sturz in der Kitzbühel-Abfahrt Kreuzband und Meniskus im rechten Knie gerissen hat. Das Weltcup-Comeback verlief mit drei Podestplätzen in vier Rennen hervorragend, Knieschmerzen lassen seit Mitte Dezember aber kaum Training zu. “Training geht nicht, ich muss so wenig fahren wie möglich”, sagte der Norweger in Wengen.

1,28 Sekunden Rückstand auf den Schnellsten waren es im ersten Training, 2,03 im zweiten für die Lauberhornabfahrt, die er vor einem Jahr erstmals in seiner Karriere gewonnen hatte. “Es geht so, es ist schwierig zu sagen. Es geht nicht so schlecht, dass ich überhaupt nicht fahren kann, aber auch nicht sehr gut”, erläuterte Svindal, der nach den Rängen zwei (Super-G) und drei (Abfahrt) in Val d’Isere und dem Ausfall (Super-G) und zweiten Platz (Abfahrt) in Gröden auf die Santa-Caterina-Rennen verzichten hatte müssen.

Er habe Schmerzen und es gehe darum, ob es von Tag zu Tag schlimmer werde oder nicht. “Caterina war keine Chance zu fahren, da war es überhaupt nicht gut. Jetzt geht es mir ein bisschen besser. Aber das Problem ist, es ist schwierig, wenn man nur Rennen fahren kann. Man will ja auch gern einfahren, trainieren. Und das geht nicht so gut, ich muss Ruhe geben”, schilderte der 34-Jährige.

Nach einem nicht so guten Trainingstag auf der Reiteralm und einem besseren ein paar Tage später in Südtirol habe er sich für ein Antreten in Wengen entschieden. Und nicht erst in Kitzbühel. “Das ist wahrscheinlich nicht so gut zum Anfangen…”, meinte Svindal. In der derzeit “bisserl komischen Situation” müsse er sich die Entwicklung von Tag zu Tag anschauen. Er bedauere, dass richtiges Skitraining momentan nicht möglich sei, postet stattdessen Ausflüge und Einheiten auf dem Rad auf Facebook.

Für die Wengen-Abfahrt selbst lässt Svindal doch Hoffnung durchblicken. “Im Rennen musst du dich nur überwinden, dass du Gas gibst. Das Adrenalin, das man aufbaut, ist ziemlich das gleiche, was man auch braucht, um die Sachen, die nicht so gut gehen, zu überstehen und auf das Positive zu schauen. Rennen geht besser als Training.”

Die Zwangspause nach dem starken Saisoneinstieg bzw. die Einschränkungen im Training behagen dem Gewinner zahlreicher Olympia- und WM-Medaillen und zweifachen Gesamtweltcupsieger aber nicht. “Wenn man sieht, dass es gut geht, will man auch trainieren, damit es noch besser geht. Dann ist es schon schade, wenn es überhaupt nicht geht. Aber da kann man nichts machen.”

Von: apa