"Es sollte eine Freude sein"

Ski: Von Wengen in den Trubel von Kitz – “Es sollte eine Freude sein”

Sonntag, 20. Januar 2019 | 06:05 Uhr

Am Druck auf Österreichs Abfahrer für das Rennen am Samstag auf der Streif wird auch der Wengen-Sieg von Vincent Kriechmayr nichts ändern. “Von uns wird verlangt, vorne dabei zu sein. Wir lassen uns nicht rausbringen. Es sollte für jeden eine Freude sein, dass es Richtung Kitzbühel geht, wir erhoffen uns viele Fans, die uns unterstützen”, sagte ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher.

Die Hahnenkammrennen der alpinen Ski-Herren schließen nahtlos an jene auf dem Lauberhorn an, Kriechmayr lässt es langsam auf sich zukommen. “Kitzbühel fängt an, wenn man im Ort drinnen ist, das heißt so spät wie möglich den Trubel haben”, sagte der Oberösterreicher, der in Wengen mit Risikofahrt Beat Feuz auf Distanz gehalten hat. Im Disziplinweltcup bleibt das Rennen daher offen, Kriechmayr hat als Zweiter 91 Zähler Rückstand auf den Schweizer.

“Es ist großer Sport gezeigt worden, er ist ein verdienter Sieger”, sagte Feuz und fügte hinzu. “Der Beste hat heute gewonnen. Nächste Woche gehört er definitiv wieder zu den Besten.” Die beiden schoben sich die Favoritenrolle gleich einmal gegenseitig zu. “Er ist für mich auch in Kitzbühel der Favorit. Aber wenn ich vor ihm bin, ist das sicher ein gutes Zeichen”, meinte Kriechmayr.

Der 27-jährige erklärte, “das letzte Hemd riskiert” zu haben, das brauche es für den Sieg. “Wenn du gewinnen willst, dann musst du das. Die Topleute wollen gewinnen. Und um zu gewinnen, musst du riskieren, denn das Niveau im Abfahrtssport ist zurzeit so hoch”, erklärte Puelacher.

Beim Kärntner Matthias Mayer (Ausfall) und dem ebenfalls als Mitfavorit geltenden Südtiroler Dominik Paris (11.) etwa habe das hohe Risiko zu Fehlern geführt. “Das kann passieren”, weiß Puelacher. “Vinz hat nicht gewackelt, aber es gab Passagen, wo er nicht so schnell war, Seilersboden hat er verloren. Aber ich wusste, wenn er es unten nochmals so trifft, ist er vor Feuz.” Kriechmayr hatte bereits die Kombinationsabfahrt am Freitag gewonnen und sich in eine Mitfavoritenrolle gehievt.

Feuz mache nie große Fehler, deshalb sei er auch stets am Podium und führe im Kugelkampf, merkte Österreichs Herren-Chef an. “Er bringt seinen Stiefel runter, es sind höchstens Kleinigkeiten, dann wird er Zweiter, eventuell Dritter, aber er wird nie 22.”

Für alle erfolgt bereits am Montag die Anreise nach Kitzbühel, Dienstag wird erstmals auf der Streif trainiert. Kriechmayr merkte an, dass eine Pause “nicht geschadet hätte”. Freilich hätte sich das auch Puelacher gewünscht. “Das Problem ist, dass wir nach Kitz ja nicht fertig sind. Es geht nach Garmisch und dann direkt zur WM. Wir müssen mit den Kräften Haus halten, schauen, dass alle frisch bleiben. Unser Glück ist, dass wir viele Leute haben, die in Form sind. Wir müssen nichts aufholen, so können wir dosieren.”

Nicht nach seinen Wünschen klappen die Rennen für Hannes Reichelt, dem Wengen-14. “Er hatte eine beste Teilzeit, aber oben ist er rumgekugelt, das kostet ihn die guten Platzierungen. Schade, der Ski passt, das Material passt, die Form auch. Warum es nicht von oben bis unten läuft, weiß ich nicht genau”, sagte Puelacher. Reichelt selbst weiß, dass der Grundspeed passt. “Ich weiß, dass ich viel arbeiten muss, dass der Knopf wieder aufgeht, dass ich nicht mehr solche Patzer mache. Ich muss in Kitzbühel jeden Trainingstag sinnvoll nützen, es fehlt ja nicht viel.”

Freilich sei gerade Kitzbühel mit dem ganzen Rambazamba stressiger für einen Österreicher, man müsse sich einfach auf das Skifahren konzentrieren und alles andere ausblenden, merkte Reichelt an. Zumindest am Samstag die Gefahr der Grübelei bestand bei Max Franz, der im Ziel-S ausschied. “Das ist so ärgerlich. Ich weiß, dass ich schnell Skifahren kann, ich mache halt dann so kleine Fehler. Das Heimfahren ist jetzt das Schlimmste, ich habe viel Zeit zum Nachdenken.”

Mayer musste mit Kombi-Slalom und Spezialabfahrt einen Doppelausfall – jeweils mit Sturz – wegstecken, skifahrerisch allerdings war er auf hohem Niveau unterwegs. Das hilft für Kitz. “Die Trainings in Kitzbühel sind immer sehr interessant, das wissen wir aus den letzten Jahren, da wird es am Dienstag gleich einmal voll zur Sache gehen. Ich war immer gut dabei in Kitzbühel, speziell im Super-G, das möchte ich schon wieder machen.”

Von: apa

Bezirk: Burggrafenamt

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