Teresa Stadlober hatte nach dem WM-Skiathlon allen Grund zur Freude

Stadlober bewies in kompletter Elite Medaillenpotenzial

Samstag, 27. Februar 2021 | 14:37 Uhr

22 Jahre nach Ramsau 1999 hat es am Samstag das bisher zweitbeste österreichische WM-Ergebnis im Frauen-Langlauf gegeben. Teresa Stadlober ließ dem damaligen Bronze von Maria Theurl über 15 km im Skiathlon Rang vier folgen und platzierte ihren Sport in ihrer Heimat damit wieder einmal zumindest ein wenig mehr im Rampenlicht. Für sie persönlich hat dieses Abschneiden freilich eine besondere Bedeutung, trotz 41,2 Sek. Rückstand auf Rang drei bewies sie ihr Medaillenpotenzial.

Stadlober war aber weit davon entfernt, Bronze nachzutrauern. “Das war schon weit weg vom Rückstand her”, meinte sie angesichts des Minus auf die drittplatzierte Schwedin Ebba Andersson. “Aber ich habe mich noch nie so über einen vierten Platz gefreut wie heute. Ich habe große Namen hinter mir gelassen, große Nationen. Ich habe als Einzelkämpferin einen Monat alleine trainiert, und ich kann da vorne mitlaufen. Das stimmt mich zuversichtlich für die kommenden Rennen.”

Sie sei nach vier Wochen Vorbereitungszeit ohne internationalen Einsatz unsicher gewesen. “Ich habe nicht gewusst, wo ich genau stehe und wie die Konkurrenz drauf ist. Jetzt taugt es mir richtig, dass ich so gut in Form bin.” Wichtig sei gewesen, dass sie auf den im Klassik-Stil gelaufenen 7,5 km gut dabei geblieben sei. Mit Weltcuprang drei im Vorjahr in Oberstdorf sei es nicht zu vergleichen. “Diesmal waren wirklich alle Stars dabei, alle super in Form. Da freut es mich, dass ich da vorne mitlaufen kann.”

Der 28-Jährigen ist bewusst, dass in der Öffentlichkeit nur Medaillengewinner so richtig beachtet werden. Für den Langlauf an sich sei der Stellenwert dieser Platzierung jedenfalls sehr groß. “Es ist in Österreich eine sehr kleine Sportart mit nicht so dieser Aufmerksamkeit, nicht so mit diesem Budget und nicht so mit diesem Nachwuchs. Mich freut es, dass ich mit diesem vierten Platz ein bisschen etwas an den Nachwuchs geben kann und an die, die den österreichischen Langlauf so richtig leben.”

Dazu gehören Bruder Luis und ihre Eltern. Vater Alois fieberte und freute sich als ORF-Co-Kommentator mit, Mutter Roswitha fungiert bei diesen Titelkämpfen auch als rot-weiß-rote Langlauf-Medienbetreuerin. “Die Mama hat es nicht glauben können, dass das heute so gut läuft”, sagte die Salzburgerin. “Jeder ist happy, jeder weiß, wie es mir in der Saison gegangen ist. Dass ich gute Rennen gehabt habe und nicht so gute. Ich bin froh, dass ich was zurückgeben kann, auch wenn es keine Medaille war.”

Von: apa