Siegerehrung beim GP in Monza

Starts als Hamiltons Kryptonit und Faktor im WM-Rennen

Montag, 05. September 2016 | 13:11 Uhr

Der Formel-1-Titelkampf zwischen den Mercedes-Stars Nico Rosberg und Lewis Hamilton spielt sich in Wellen ab. Rosberg war am Anfang der Saison nicht aufzuhalten, aber Hamilton antwortete mit einer Siegesserie vor der Sommerpause. Nach zwei Siegen in Folge ist nun wieder Rosberg obenauf. Die wichtigste Lehre aus dem Monza-Wochenende: Der Start ist wohl wichtiger als jemals zuvor.

Wer schlecht startet, hat in der Formel 1 2016 schlechte Siegchancen – selbst von der Pole Position aus. Hamiltons Vorsprung in der WM-Wertung ist deshalb noch einmal deutlich geschmolzen. Vor dem Sieben-Länder-Überseetrip bis zur unumstößlichen Titelentscheidung in Abu Dhabi ist Monza-Sieger Rosberg nur noch zwei Zähler entfernt.

Der Deutsche hat seine Lehren gezogen. Zwei seiner sechs ersten Startplätze konnte Rosberg in dieser Saison nicht in einen Sieg ummünzen. Bei Hamilton waren es sogar vier von sieben. Seit seinem schwachen Start auf dem Hockenheimring, wo er auf Platz vier zurückfiel, hat Rosberg im Gegensatz zu Hamilton daran gearbeitet.

Laut dem Briten hatte nicht er, sondern die inkonstante Kupplung an seinem Mercedes Schuld an seinem schwachen Start in Monza. “Wir haben unser System deutlich verbessert, aber diesmal haben Maschine und Mensch es nicht hinbekommen”, kommentierte Teamchef Toto Wolff die Szene, die den Grand Prix binnen Zehntelsekunden nach dem Erlöschen der Roten Ampeln entschied. Es gehe nicht darum, dass der eine den anderen anschuldige. Allerdings stellte auch Wolff fest: “Der Fahrer hat mehr Verantwortung.”

Die Piloten bekommen dann, wenn es drauf ankommt, in der Startphase keine Anweisungen und Tipps mehr von der Box. So will es das Regelwerk in dieser Saison. Hinzu kommt der Wechsel von zwei Kupplungshebeln am Lenkrad auf nur noch einen. Die Pole ist gut und schön, einen schlechten Start kann sie aber nicht kompensieren.

“Hamilton ist möglicherweise einer der Größten, die wir je gesehen haben”, schrieb die britische “Times” am Montag und bemühte einen bemerkenswerten Vergleich: “Doch selbst Superman hatte eine Schwäche: Kryptonit. Hamiltons schwache Punkte sind ein Hebel, den man Kupplung nennt, und die bedeutende Startphase.”

Der “Guardian” urteilte scharf: “Lewis Hamilton mag eines der mitreißendsten Talente der Formel 1 sein, aber seine Schwierigkeiten, ein ganzes Wochenende ganze Arbeit zu leisten, kommt dem Weltmeister teuer zu stehen.”

Auch Rosberg hatte seine Probleme. Nach Hockenheim setze er sich mit seinen Ingenieuren zusammen. “Damit ich mich einfach einarbeite und verstehe, wie es sein kann, dass wir so schlechte Starts hatten”, erklärte er in Monza, wo er von Rang zwei dank perfekter erster Meter die Führung übernommen und den Sieg am Ende gefeiert hatte.

Allein ausschlaggebend wird die neue Startqualität im WM-Kampf nicht sein, glaubt Rosberg. Allerdings stellte auch er fest: “Es ist schon so, dass die Starts sehr, sehr wichtig sind.”

Das nächste Rennen findet in knapp zwei Wochen in Singapur statt. “Wir können nicht allzu zuversichtlich dorthin fahren”, prophezeite Rosberg vor der Reise zum Schauplatz des bisher letzten Sieges von Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel. Er selbst kam vor einem Jahr nicht über Platz vier hinaus. Hamilton schied wegen eines Defekts aus und blieb das einzige Mal in der Saison ohne Punkte.

Von: APA/dpa

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