Volksbefragung zu Olympischen Spielen

Stimmkarten änderten nichts am Olympia-“Nein” der Tiroler

Montag, 16. Oktober 2017 | 17:11 Uhr

Die am Montag ausgezählten Stimmkarten für die Volksbefragung über eine mögliche Bewerbung Tirols/Innsbrucks für Olympische Winterspiele 2026 haben – wie erwartet – den Ausgang der Urnenwahl vom Sonntag nicht mehr umgedreht. Das Ergebnis habe sich nur geringfügig geändert und liege jetzt bei 46,75 Prozent für “Ja” und 53,25 für “Nein” (zuvor: 46,65 “Ja” und 53,35 “Nein”), teilte das Land mit.

Bereits am Sonntag hatte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) erklärt, dass Tirol und Innsbruck nach dem “Nein” aus der Bevölkerung dem IOC kein Angebot für Olympische Winterspiele 2026 legen werden. “Die Entscheidung pickt!”, hatte Platter festgestellt, der trotzdem davon überzeugt war, dass Winterspiele eine große Chance gewesen wären.

Für die Volksbefragung waren insgesamt 33.771 Stimmkarten ausgestellt worden. Rechtzeitig wieder eingelangt und schließlich in die Auswertung miteinbezogen wurden 29.030 Stimmkarten. Das endgültige Ergebnis der Volksbefragung soll am Freitag in einer Sitzung der Landeswahlbehörde festgestellt werden, hieß es. Die Wahlbeteiligung lag mit Stimmkarten bei 63,84 Prozent.

Während in ländlichen Regionen die Bevölkerung eher für eine Bewerbung stimmte, zeichnete sich in den Städten ein anderes Bild ab. Die Bezirkshauptstädte Reutte, Kitzbühel, Lienz, Schwaz und Kufstein sprachen sich gegen eine Bewerbung aus. Am eindeutigsten fiel das Ergebnis in der möglichen Host-City Innsbruck selbst aus, hier votierten 67,41 Prozent der Wahlberechtigten mit einem “Nein”. Die Bürger jener Gemeinden, die im Angebot von Tirol/Innsbruck als Austragungsorte für die Bewerbe vorgesehen waren, votierten hingegen mehrheitlich, teils deutlich, mit “Ja”.

Die Enttäuschung über das “Nein” der Tiroler Bevölkerung war bei den Befürwortern am Montag groß. Karl Stoss, der Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), sprach von einem “großen Schock”. Er hätte sich gewünscht, dass sich die Leute vorher richtig informieren, meinte Stoss. Auch Skiverbands-Chef Peter Schröcksnadel zeigte sich enttäuscht. Zahlreiche Sportler hatten sich im Vorfeld für ein “Ja” stark gemacht.

Von: apa