Peter Stöger erstmals nach Rauswurf wieder in Köln an der Seitenlinie

Stöger kehrt mit Dortmund zu alter Liebe zurück

Donnerstag, 01. Februar 2018 | 15:18 Uhr

Vier Jahre lang arbeitete Peter Stöger erfolgreich beim 1. FC Köln. Eine Woche nach der Entlassung in der erschreckend schwach verlaufenen Hinrunde heuerte er bei Borussia Dortmund an. Und kehrt mit dem BVB am Freitag (20.30 Uhr) nach Köln zurück. Es könnte emotional werden, wenn Stöger nach 78 Spielen mit rot-weißer Brille und FC-Hoodie erstmals in Schwarz-Gelb an der Seitenlinie stehen wird.

Kölns Geschäftsführer Armin Veh hat vor Stögers Rückkehr zu seiner alten Liebe eines ganz unemotional klargestellt: Sollte der Tabellenletzte am Saisonende in die 2. Liga müssen, sei das zu einem guten Teil die Schuld des Ex-Trainers. Im “Kölner Stadt-Anzeiger” erklärte der erst nach Stögers Beurlaubung im Amt installierte Veh: “Ich trete nicht nach. Es geht um Fakten.” Auf denen der Geschäftsführer zum Schutz des jetzigen Trainers Stefan Ruthenbeck beharrt.

Stöger stellte sich auf eine emotionale Rückkehr nach Köln ein. “Natürlich ist das alles andere als ein normales Spiel für mich”, sagte der Wiener. Und ein bisschen unbehaglich ist ihm auch. “Ich weiß selbst nicht genau, wie ich mich fühlen und mit der Situation umgehen werde.”

Deshalb war es Stöger wohl recht, dass das Thema während der Woche etwas in den Hintergrund rückte. Doch nun ist Dortmunds Problemfall Pierre-Emerick Aubameyang an Arsenal verkauft, was der Coach als “gute Geschichte” bezeichnete: “Weil wir jetzt Ruhe haben.” Dafür gerät nun Stögers Rückkehr in den öffentlichen Mittelpunkt.

Von den Kölner Fans wird der 51-Jährige sicher überwiegend positiv empfangen. Er führte den FC in die Bundesliga und nach 25 Jahren zurück in den Europacup, war volksnah und immer zugänglich, feierte ausgelassen Karneval. Obwohl Stöger vor seinem Aus die schlechteste Zwischenbilanz der Bundesliga-Historie vorwies, sorgte die Trennung für einen kleinen Fan-Aufstand gegen die Clubführung.

Dass Stöger eine Woche später schon in Dortmund anheuerte, wurde aber von vielen kritisch gesehen. “Ich hätte das auch nicht für möglich gehalten, aber letztlich muss das jeder mit sich ausmachen”, sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Das Verhältnis vom Vorstand zu Stöger, aus dem sie einst den “kölschen Arsene Wenger” machen wollten, ist seit den letzten gemeinsamen Wochen merklich abgekühlt. Kurz vor seinem Rauswurf hatte der Coach öffentlich einen Verlust von Werten beklagt.

Das Spiel hat für beide Clubs wegweisenden Charakter. Köln könnte mit einem Sieg zumindest für eine Nacht zum Vorletzten Hamburger SV aufschließen. Die Borussia ist nach fünf Ligaspielen unter Stöger zwar noch ungeschlagen, in diesem Jahr nach drei Unentschieden aber immer noch sieglos und nur Sechster. Die Qualifikation für die Champions League, das weiß auch der nach jetzigem Stand nur bis zum Saisonende beim BVB arbeitende Stöger, “ist ein absolutes Muss. Und ein viertes Spiel in Folge ohne Sieg würde es sicher nicht einfacher machen.”

Von: APA/dpa