Stöger in schwarz-gelb noch etwas ungewohnt

Stöger und Dortmund können doch noch gewinnen

Mittwoch, 13. Dezember 2017 | 15:58 Uhr

Nach seinem ersten Sieg in der deutschen Bundesliga seit über 200 Tagen hat Peter Stöger nicht überschwänglich gejubelt. Der Neo-Coach von Borussia Dortmund betonte nach dem 2:0 in Mainz am Dienstagabend zwar, “sehr glücklich” zu sein, stellte seinen Beitrag dazu aber hintan. Dass der BVB erstmals seit zwei Monaten wieder über einen Sieg jubeln durfte, war für Stöger nicht allein sein Verdienst.

“Vieles, was an positiven Dingen zu sehen war, gehört auch meinem Vorgänger Peter Bosz”, sagte der Wiener, der sich mit schwarzgelber Jacke und Kappe in Klopp-Manier präsentierte, nach dem verdienten Erfolg. Nach nur einer Trainingseinheit mit seiner neuen Mannschaft habe er seine Vorstellungen auch noch nicht richtig einbringen können, merkte der 51-Jährige an. In Dortmund wurde der neun Tage zuvor beim 1. FC Köln beurlaubte Stöger aber dennoch gefeiert.

Unter Vorgänger Bosz hatte die Borussia zuletzt in acht Ligaspielen in Serie keinen Sieg geholt, der letzte Erfolg datierte vom 30. September. Damals stand Dortmund nach dem 2:1 gegen Augsburg noch an der Tabellenspitze. Nun kletterten die Schwarzgelben für zumindest eine Nacht wieder auf Rang vier. Mit Köln hatte Stöger den letzten Erfolg in der 34. und damit letzten Runde der Vorsaison geholt. In 14 Spielen der laufenden Spielzeit hatte es nur für drei Remis gereicht.

“Ein Sieg ist schon relativ lange her, da war der Sommerurlaub dazwischen”, meinte Stöger mit einem Lächeln. Auch Sportdirektor Michael Zorc erzählte eine amüsante Anekdote. “Ich sagte, dass unser letzter Sieg im September war”, berichtete Zorc über die Unterhaltung im Kabinengang. “Da hat er gesagt: Meiner war im Mai.”

Tore von Sokratis (55.) und Shinji Kagawa (89.) bescherten dem ehemaligen Austria-Meistermacher einen geglückten Einstand. Vom “Stöger-Effekt” war in der deutschen Presse am Tag danach die Rede. Der wäre vielleicht verebbt, hätte Mainz in der Anfangsphase durch Suat Serdar ins Tor und nicht nur die Latte getroffen. Das sah auch Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann auf der Tribüne. Der 30-Jährige soll ein Kandidat für Stögers Nachfolge im kommenden Sommer sein. Grund für seinen Besuch war aber, dass Hoffenheim am Samstag gegen Dortmund spielt.

Nach dem Auswärtserfolg in Mainz verwehrte sich Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Stöger ob dessen kurzer Vertragslaufzeit als “Notlösung” zu bezeichnen. “Es gibt momentan nur eine Situation, mit der wir uns gerade beschäftigen – wie wir wieder in die Erfolgsspur kommen. Alles andere ist nebensächlich”, sagte Watzke gegenüber der “Sport Bild”.

Stöger war vom BVB am Sonntag als Nachfolger des Niederländers Peter Bosz bis 30. Juni 2018 verpflichtet worden. “Wir haben mit Peter Stöger eine klare Absprache, die ist zwischen allen Beteiligten sauber kommuniziert. Peter weiß, wie wir denken. Es ist gerade eine schwierige Situation, aber ich wehre mich ihn als Notlösung zu bezeichnen”, gab Watzke zu Protokoll.

Angesprochen wurde Stöger beim offiziellen Pressetermin auch auf die Tatsache, dass er bis vor kurzem noch in Köln gewerkt habe. Der Wiener gab auch zu, dass “alles nicht ganz so einfach ist. Ich war lange in Köln, die viereinhalb Jahre waren größtenteils wunderbar.” Eigentlich habe er vor gehabt, sich in den kommenden Monaten zu erholen. “Das ist schon eigen, jetzt immer noch”, betonte Stöger.

Von: APA/dpa