Gelingt Sturm der nächste magische Moment?

Sturm will Punkte im Europa-League-Showdown bei Midtjylland

Mittwoch, 02. November 2022 | 19:33 Uhr

Im finalen Showdown um den Aufstieg in die K.o.-Phase der Europa League geht es für Sturm am Donnerstag (18.45 Uhr/ServusTV, Sky) beim FC Midtjylland um besonders viel. Der Fußball-Vizemeister benötigt im abschließenden Gruppenspiel in Dänemark einen Punkt, um den Verbleib im Europacup zu fixieren. “Wenn du in Europa überwinterst, dann bist du wieder wer in Europa. Das wäre für die ganze Steiermark, für Graz, für den Verein ein Riesen-Ding”, sagte Sportchef Andreas Schicker.

Erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten könnte den Grazern dieses Kunststück gelingen. Die Ausgangslage ist für die Truppe von Trainer Christian Ilzer nach dem 1:0 gegen Feyenoord Rotterdam, als Otar Kiteishvili in der 93. Minute ins Glück getroffen hatte, blendend. In der Gruppe F sind die Steirer mit acht Punkten derzeit Zweiter hinter Lazio (8), scheinbar komfortabel vor Feyenoord und Midtjylland (beide 5). “Wir haben uns in eine sehr gute Position gebracht”, betonte Schicker im APA-Gespräch, nun gehe es aber gegen eine “richtige Top-Mannschaft”.

Ilzer flog am Mittwochvormittag mit einem guten Gefühl nach Karup, nach dem Geschmack des Trainers soll es nicht die letzte Europacup-Reise in dieser Saison sein. “Es fehlt ein Spiel, eine Top-Leistung”, sagte er am Flughafen Graz-Thalerhof gut gelaunt. “Wir wollen mit dieser Ausgangssituation in der Europa League überwintern. Das hätte uns vor Beginn der Gruppenphase kaum einer zugetraut.” Die Aufstiegschancen wollte Ilzer nicht beziffern. “Ich bin kein Rechner und hoffe, dass wir so gut spielen werden, damit keiner rechnen muss.”

Seine Mannschaft müsse nun das “Finalspiel-Szenario” auskapseln, betonte Ilzer. Stefan Hierländer bekräftigte, die Heimreise unbedingt mit drei Punkten im Gepäck antreten zu wollen. “Wir sind eine Mannschaft, die immer auf Sieg spielt. Das ist so in der DNA drin, deswegen ist ein X für uns kein Thema”, sagte der Kapitän: “Wir wollen den letzten Schritt gehen. Sich als Mannschaft in die Sturm-Historie einzutragen, ist ein ganz großes Ziel. Da sind wir noch nicht am Ende.”

Das Hinspiel vor fast zwei Monaten gewannen die Grazer mit 1:0, in Herning reicht der Ilzer-Elf bei den heimstarken Dänen ein Unentschieden. Geht es nach den Leistungen im “goldenen Oktober” (Ilzer), als es in allen neun Pflichtspielen keine Niederlage gab, stehen die Chancen zumindest nicht schlecht. “Es wird eine schwierige Partie, aber wenn wir unser Spiel auf den Platz bringen, dann bin ich schon sehr positiv gestimmt”, sagte Schicker.

Eine besondere Partie wird es für Sturm-Angreifer William Böving, der erst im Sommer vom FC Kopenhagen nach Graz gewechselt war. “Es ist etwas Spezielles, hier in Dänemark so ein großes Spiel zu spielen. Diese Matches hier sind immer sehr intensiv. Aber wir können ihnen wehtun mit unserem Pressing”, sagte der 19-jährige Däne, der nach der Glanzleistung bei Lazio mit zwei Toren wieder auf europäischer Bühne treffen will. “Ein Tor wäre großartig, sie waren damals ein großer Rivale von uns.”

Midtjylland verpatzte am Montagabend zwar die Generalprobe gegen Odense (1:2) und liegt in der Liga als Achter nur im dichten Tabellenmittelfeld, im Europacup liefen die Heim-Auftritte gegen Lazio (5:1) und Feyenoord (2:2) aber deutlich erfolgreicher. Selbst bei einer Niederlage könnte Sturm aber noch international weiterspielen. Dafür dürfte Feyenoord im Parallelspiel gegen Lazio nicht gewinnen, in diesem Fall würde die Ilzer-Elf als Gruppendritter ins Sechzehntelfinale der Conference League umsteigen.

Die K.o.-Phase der Europa League ist aber nicht nur sportlich, sondern auch finanziell deutlich attraktiver. Einen Aufstieg belohnt die UEFA mit Prämien in Millionenhöhe. Für den Gruppensieg, gleichbedeutend mit dem direkten Sprung ins Achtelfinale, schüttet der Kontinentalverband insgesamt 2,3 Millionen Euro aus, die Qualifikation als Gruppenzweiter für das Sechzehntelfinale ist immerhin etwas mehr als eine Million Euro wert. Schon jetzt haben die Grazer gut 1,7 Mio. Euro allein an Punkteprämien eingespielt.

Personell hat Ilzer jedenfalls die Qual der Wahl und kann aus dem Vollen schöpfen, seine Mannschaft kam bisher nahezu verletzungsfrei durch die englischen Wochen. Auch der gesperrte Ivan Ljubic begleitete seine Teamkollegen in den Norden, da die Mannschaft für das Bundesliga-Auswärtsspiel in Altach am Sonntag direkt ins Ländle weiterreisen wird. Nach dem 2:1-Arbeitssieg gegen Ried wollen die Grazer den “Flow” mitnehmen, wie Jakob Jantscher betonte, und sich auch in Dänemark nicht verstecken. “Die Bühne, die unsere Spieler bekommen, ist für den ganzen Verein überragend. Diese Spiele helfen dem ganzen Club”, war Schicker voller Vorfreude.

Von: apa

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