Fill auf Platz sieben bester Südtiroler

Svindal-Sieg im Kitzbühel-Super-G

Freitag, 19. Januar 2018 | 15:04 Uhr

Aksel Lund Svindal hat ein perfektes Renn-Comeback in Kitzbühel gegeben. Zwei Jahre nach Sieg und Horrorsturz auf der Streif gewann der Norweger am Freitag erneut den Weltcup-Super-G im Nobelskiort, setzte sich 0,50 Sekunden vor seinem Landsmann Kjetil Jansrud und 0,56 vor Vorjahressieger Matthias Mayer durch, der für ein ÖSV-Podest zum Auftakt der Hahnenkammrennen sorgte.

Für die Südtiroler gibt es hingegen weniger Grund zum Feiern. Peter Fill war auf der verkürzten Strecke der beste Südtiroler Athlet.  Christof Innerhofer und Dominik Paris kamen nicht in die Top-Ten.

Der dritte Weltcupsieg im Olympiawinter und 35. insgesamt ist für Svindal auch deshalb ein besonderer, weil noch nie zuvor der Kitz-Super-G komplett auf der Streif gefahren wurde und Mausefalle, Steilhang und Alte Schneise beinhaltete. Weil das Ziel wegen der weichen Verhältnisse im untersten Streckenabschnitt zum Oberhausberg verlegt worden war, hatte auch der Startpunkt neu überdacht werden müssen. Betrug die Siegeszeit von Mayer im Vorjahr 1:11,25 Minuten, so war das Rennen heuer mit 1:30,72 auch deutlich länger.

Original wird bei der Streifalm gestartet und der Seidlalmsprung ist das erste “Streif”-Kriterium, das auf die Rennläufer wartet. Wegen der massiven Neuschneemengen waren FIS und Organisatoren heuer aber gefordert. “Wir hatten zwei Möglichkeiten, gleich in der Früh absagen oder es probieren”, sagte FIS-Chef-Renndirektor Markus Waldner.

Die Mühen machten sich bezahlt und den Athleten gefiel die neue Variante. “Für mich war es ein cooler, schöner Super-G. Ich bin den echt gern gefahren. Sicher, die Hundertstel hat mich zuerst brutal geärgert”, sagte Hannes Reichelt, der als Vierter das Podest knapp zugunsten seines Teamkollegen verpasste. Aber er habe auch schon mit 1/100 gewonnen, das relativiere alles wieder. Das Abschwingen im improvisierten Ziel und ohne Zuschauerapplaus versetzte ihn zurück in alte Zeiten. “Wie bei FIS-Rennen.”

Die Rennläufer fuhren danach im Touristen-Skitempo ins eigentliche Ziel, wo sie von Tausenden Zuschauern bejubelt wurden. “Heute war so ein Rennen, wo man nicht zu viel an Gefühl denken muss. Einfach immer fahren, fahren, fahren bis ins Ziel, dann auf die Zeit schauen und hoffentlich passt es”, sagte Svindal, der sofort Blick auf den Jubel eines Physio hatte und Bescheid wusste.

Svindal gewann zum dritten Mal nach 2013 und 2016 in Kitzbühel den Super-G. “Ein Abfahrtssieg morgen wäre logischerweise ein Traum. Wenn ich tauschen könnte würde, würde ich, aber man muss das nehmen, was kommt. Ich bin heute sehr glücklich”, sagte der 35-Jährige, der 55.500 Euro brutto an Preisgeld erhielt.

 

 

 

FIS-Weltcup in Kitzbühel: Super-G der Herren

1. Aksel Lund Svindal (NOR) 1.30,72 Minuten
2. Kjetil Jansrud (NOR) +0,50 Sekunden
3. Matthias Mayer (AUT) +0,56
4. Hannes Reichelt (AUT) +0,57
5. Adrien Theaux (FRA) +0,70
6. Beat Feuz (SUI) +0,83
7. Peter Fill (ITA/Kastelruth) +0,92
8. Andrea Sander (GER) +1,13
9. Blaise Giezendanner (FRA) +1,21
10. Vincent Kriechmayr (AUT) +1,29

11. Christof Innerhofer (ITA/Gais) +1,50
16. Dominik Paris (ITA/Ulten) +1,67

Von: apa