Bogenschützin Laurence Baldauff

Team-“Seniorin” Baldauff eröffnet für Österreich Rio-Spiele

Donnerstag, 04. August 2016 | 10:27 Uhr

Erstmals seit 1984 ist Österreich am Freitag in einem olympischen Bewerb der Bogenschützen vertreten. Laurence Baldauff hat zudem die Ehre, als Erste des 71-köpfigen österreichischen Aufgebots in Rio de Janeiro im Wettkampf zu ihrem Sportgerät greifen zu dürfen. Die Damen-Qualifikation ab 18.00 Uhr (MESZ) dient allerdings nur der Bestimmung der Setzliste für die am Montag beginnenden K.o.-Runden.

Baldauff ist im 64-köpfigen Feld Außenseiterin, sieht sich als solche aber nicht chancenlos. Unter den Favoriten sind die Südkoreanerinnen. “Ich werde versuchen, sie ein bisschen zu stören in ihren Zielen. Ich werde mein Bestes geben. Wenn ich einen guten Tag habe und die anderen vielleicht nicht so einen guten Tag – es ist echt alles möglich”, sagte die Mutter des 20-jährigen Xavier. Mit 41 Jahren ist Baldauff die älteste Athletin der gesamten rot-weiß-roten Equipe.

72 Pfeile hat die gebürtige Luxemburgerin in der Ouvertüre des Bewerbs abzuschießen. “Das geht recht zügig. Wir schießen drei Schützen pro Scheibe.” Für eine Passe von sechs Pfeilen bleiben vier Minuten Zeit, nach rund drei Stunden ist der Qualifikationszauber vorbei. Damit geht es sich für Baldauff noch aus, bei der Eröffnungsfeier dabei zu sein. Das will sie sich nicht entgehen lassen. Ihr Einstiegsdatum in die K.o.-Runde hängt von der Quali-Platzierung ab.

Seit Juni schießt Baldauff mit einem für sie neuen Bogen-Modell, also musste sie sich auf eine andere Zugkraft einstellen. Vor Ort ist die Wienerin seit vergangenen Samstag. Zudem braucht eine Bogenschützin pro Saison einen Satz neuer Pfeile. Baldauff hat sie sich über ein “I believe in you”-Projekt finanziert. In 30 Tagen waren die nötigen 1.500 Euro beisammen. Baldauf: “Dieses Projekt war auch eine Möglichkeit, Bogenschießen etwas bekannter zu machen.”

Viel Unterstützung erhält die Olympia-Debütantin aus ihrem Geburtsland Luxemburg, was sie sehr freut. Der Nationenwechsel wurde ihr offenbar nicht übel genommen. “Eigentlich habe ich das nicht so erwartet. Ich habe gedacht, die sind vielleicht ein bisschen beleidigt, aber nein.” Bekannte und Bogenschützen-Kollegen aus Luxemburg drücken der 1,64 m großen, erst im Dezember des Vorjahres eingebürgerten Athletin vom BSV Stöttera die Daumen.

Von: apa

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