Lazaro gelang "nur" der Siegtreffer

“Teambabys” Lazaro und Schlager in Belfast als Matchwinner

Montag, 19. November 2018 | 09:16 Uhr

Der 2:1-Sieg der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft zum Nations-League-Abschluss in Nordirland ist am Sonntag von Spielern fixiert worden, die in der ÖFB-Auswahl nicht gerade als Torschützen vom Dienst gelten. Xaver Schlager und Valentino Lazaro, die beiden Jüngsten in der rot-weiß-roten Anfangself, erzielten ihren jeweils ersten Team-Treffer und waren davon selbst etwas überrascht.

So meinte etwa Schlager: “Da hätte man eine gute Quote bekommen, wenn man auf Tore von uns getippt hätte.” Auch Lazaro zeigte sich verdutzt. “Das hätte vor dem Spiel keiner gedacht, dass wir zwei die Siegestorschützen sein werden.”

Der Hertha-Profi traf in der 93. Minute mit einem sehenswerten Schlenzer ins Kreuzeck, nachdem ihm davor wenig bis gar nichts gelungen war. “Mit meiner Leistung bis vor dem Tor war ich gar nicht zufrieden. Deshalb bin ich dem Trainer dankbar, dass er mir bis zum Schluss das Vertrauen geschenkt hat und ich meine Leistung mit so einer Aktion noch einmal aufrunden durfte”, sagte Lazaro.

Vor der 93. Minute passierten dem 22-Jährigen des öfteren Ballverluste und Abspielfehler. An manchen Tagen läuft es überhaupt nicht, aber ich habe nicht aufgegeben und versucht, zumindest Gegner zu stören.”

Während Lazaro bis zu seinem 19. Länderspiel auf das erste Tor warten musste, gelang Schlager schon im achten Match der Premierentreffer. “Das ist eine besondere Partie, die mir in Erinnerung bleiben wird. Aber wichtig ist vor allem, dass wir gewonnen haben”, meinte der 21-Jährige.

Seine Gefühle unmittelbar nach dem Tor beschrieb der Mittelfeldmann als “ganz komisch. Ich war voll ruhig, bin nicht irgendwo hingestürmt oder komplett ausgezuckt.” Er habe lediglich eine “innere Freude” verspürt, erklärte Schlager.

Der Salzburg-Profi überzeugte zuletzt auf Team- und Club-Ebene durch seine Unbekümmertheit. “Ich habe viel Selbstvertrauen vom Verein und nicht so viele Probleme wie andere, die vielleicht im Abstiegskampf sind. Ich kann befreit aufspielen und habe keinen großen Druck.” Allerdings betonte Schlager auch: “Ich glaube nicht, dass ich eine große ‘Pfeif-mi-nix’-Mentalität habe. Ich mache mir schon auch Gedanken darüber, wie ich spielen soll.”

Keine Gedanken macht sich der Blondschopf nach eigenen Angaben über einen Auslandstransfer. “Ich will einfach schauen, dass ich meine Leistung abrufe. Wenn die gut ist und ich meiner Mannschaft helfen kann, habe ich mein Ziel erreicht.”

So viel Bescheidenheit gefällt auch den Mitspielern und dem Teamchef. Franco Foda nannte Schlager einen “absoluten Potenzialspieler, der trotz seines Alters extrem clever ist”. Lob gab es auch von Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic, David Alaba und Marko Arnautovic.

Letzterer war nach seiner Einwechslung in der 71. Minute ein belebendes Element und bereitete das Lazaro-Tor vor. “Der Trainer hat mir in der Pause gesagt, er will mich in der 60. Minute bringen. Dann habe ich aufgewärmt, aufgewärmt, aufgewärmt, und dann war die 67. Minute und ich war immer noch nicht drin”, beschwerte sich der England-Legionär schmunzelnd.

Foda hatte Arnautovic wegen dessen anhaltenden Knieproblemen zunächst geschont. Nach dem Schlusspfiff wollte der Wiener die Blessur nicht zu einem großen Thema machen. “Ich spiele, deswegen passt es auch.” Knapp fielen auch seine Äußerungen über einen möglichen Transfer aus. “Ich will nicht darüber sprechen und konzentriere mich voll auf West Ham. Um alles andere kümmern sich andere”, sagte Arnautovic einem nordirischen TV-Reporter.

Etwas gesprächiger zeigte sich der 29-Jährige, als er das Länderspieljahr 2018 noch einmal Revue passieren ließ. “Es hätte besser sein können. Wir wollten Erster in der Nations League werden, das haben wir leider verpasst. Aber insgesamt haben wir es ganz gut gemacht und werden versuchen, es im nächsten Jahr besser zu machen”, lautete Arnautovics Bilanz nach einem Jahr mit sieben Siegen – so viele gelangen dem ÖFB-Team seit 1982, als achtmal gewonnen wurde, nicht mehr.

Durch den ersten Erfolg überhaupt in Nordirland ist Österreich in Liga B zumindest zweitbester Gruppenzweiter. Wenn es dabei bleiben sollte, müssten von den fünf in Liga B besser platzierten Teams sowie von den zwölf Liga-A-Mannschaften zehn Auswahlen ihr EM-Ticket über die Qualifikation lösen, damit David Alaba und Co. bei einem Quali-Scheitern im Play-off dabei wären – ein überaus realistisches Szenario. “Die sieben Punkte in der Nations League könnten Gold wert sein”, vermutete Kapitän Baumgartlinger.

Von: apa

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