Herausragender Auftritt von Armand Duplantis

Teenager flog zum EM-Finale in den Berliner Himmel

Montag, 13. August 2018 | 06:03 Uhr

Der 18-jährige Schwede Armand Duplantis hat am Sonntag im Olympiastadion von Berlin auf dem Weg zur Goldmedaille die Stabhochsprungleistung seines Lebens geboten. Er verbesserte zum Abschluss der Leichtathletik-Europameisterschaften seine mit 5,93 m gehaltenen Bestweite ohne Fehlversuch gleich um zwölf Zentimeter auf den U20-Weltrekord von 6,05.

Bei dieser Höhe war dann auch Schluss, der in den USA geborene Duplantis ließ sich die Latte nicht mehr höher auflegen. Silber ging mit 6,00 m an den als neutraler Athlet angetretenen Russen Timur Morgunow, Bronze an den 31-jährigen Franzosen Renaud Lavillenie (5,95), für den nach einer Vielzahl von Titeln bei Großereignissen noch einmal Bronze dazukam.

Mit einer Disqualifikation endete die EM für die so erfolgreiche österreichische Mannschaft. “Oh nein, oh nein. Ich habe das Hütchen berührt, habe es aber nicht gesehen, weil so viele vor mir gelaufen sind”, war die Freude über den geglaubten 15. EM-Rang bei 5.000-m-Läuferin Nada Ina Pauer rasch verflogen. Die 31-Jährige hatte mit 15:54,76 Minuten die zweitschnellste Zeit ihrer Karriere erzielt, wurde nachträglich aber aus der Wertung genommen. Sie hatte auf den ersten hundert Metern die Übergangslinie übertreten.

Sie müsse zufrieden sein, es sei ihr erstes großes Rennen gewesen, hatte Pauer zuvor gesagt. “Es war eine Wahnsinns-Stimmung. Ich wusste, es wird ein schnelles Rennen. Ich habe versucht, mit meinem Schritt locker zu bleiben. Das Einzige, das ich mir vorwerfen kann, ist dass ich früher attackieren hätte sollen.”

Für die Familienwertung gab es kein Ergebnis, hatte ihr deutscher Partner Richard Ringer doch als Favorit über die 10.000 m aufgegeben und über die 5.000 m nicht antreten können. “Das war sehr hart, das hat mich mental ziemlich durchgeputzt”, gestand Pauer.

An der Spitze des 5.000-ers spielte sich auf der vorletzten Runde ein kleines Drama ab. 10.000-m-Siegerin Chemtai Lonah Salpeter aus Israel dachte sich schon kurz vor dem Ziel, setzte zum Schlusssprint an und jubelte nach der Linie, bevor ihr klar wurde, dass es noch eine Runde weitergeht. Dies nutzte die Niederländerin Sifan Hassan gnadenlos aus, sie gewann in 14:46,12 Minuten den Titel.

Letztlich kam Chemtai Lonah Salpeter überhaupt nicht in die Wertung. Die 10.000-m-Siegerin wurde nachträglich disqualifiziert.

Die 1.500 m holte sich die Britin Laura Muir in starken 4:02,32 Minuten, über 3.000 m Hindernis verteidigte die Deutsche Gesa Felicitas Krause ihren Titel in 9:19,80 Minuten souverän. Die 4 x 100-m-Sprintstaffel ging an Großbritannien, das bedeutete das dritte EM-Gold für Dina Asher-Smith. Bei den Männern gewann ebenfalls Großbritannien den Staffelbewerb, mit dabei war 100-m-Europameister Zharnel Hughes.

Der letzte technische Bewerb bei den Frauen war in der Hand der Polin Anita Wlodarczyk, die den Hammer auf den EM-Rekord von 78,94 m schleuderte und damit zum vierten Mal in Folge triumphierte. Im Dreisprung der Männer ließ sich der Portugiese Nelson Evora mit 17,10 m den Titel nicht nehmen.

Die Medaillenwertung nach allen 50 Entscheidungen gewann Großbritannien mit 7 Gold-, 5 Silber- und 6 Bronzemedaillen vor Polen (7/4/1) und dem Gastgeberland (6/7/6). Österreich landete mit zwei Bronzemedaillen an der 24. Stelle. Die russischen Athleten, die wegen der Doping-Sperre ihres Verbandes nur unter neutraler Flagge antreten durften, wurden nicht in die Wertung aufgenommen. Einen Titel gab es im Hochsprung der Frauen durch Marija Lasitskene.

Von: apa