Mbappes Treffer bescherte Frankreich einen Punkt

Testspiel-Dämpfer für Frankreich und Spanien

Sonntag, 10. Juni 2018 | 14:14 Uhr

Die WM-Euphorie in Spanien und Frankreich hat am Samstagabend kleine Dämpfer erhalten. Nach dem 1:1 in Lyon gegen die USA reist vor allem Frankreichs Teamchef Didier Deschamps mit Sorgen im Gepäck nach Russland. “Es hat mir nicht gefallen, dass wir Schwierigkeiten hatten”, sagte der Weltmeister-Kapitän von 1998 nach dem Auftritt gegen das nicht für die Endrunde qualifizierte US-Team.

Eine uninspirierte Offensive und eine wacklige Abwehr, dazu patzte auch noch Kapitän und Torhüter Hugo Lloris beim Gegentreffer. Die Generalprobe ging gehörig daneben, dabei hatte Frankreich nach dem stimmungsvollen 3:1 gegen Italien gerade erst wieder begonnen, vom zweiten WM-Titel zu träumen. “Uns bleibt noch eine Woche, um die Perfektion zu erreichen. Wir haben trotzdem eine gute Vorbereitung absolviert. Ich bin sehr zuversichtlich”, behauptete Offensivstar Antoine Griezmann.

Der Europa-League-Sieger von Atletico Madrid betonte wie auch Deschamps, dass die Frische gefehlt habe. An der Explosivität und der Schnelligkeit soll nun in den nächsten Tagen im WM-Quartier in Istra vor den Toren Moskaus gearbeitet werden, bevor der Mitfavorit am nächsten Samstag gegen Australien ins Turnier startet. Die Vorbereitung weckte aber nicht nur Hoffnungen, sie brachte auch viele Diskussionen um die Chefrolle im Team.

Paul Pogba beanspruchte diesen Part verbal für sich, auf dem Platz blieb er aber vieles schuldig und wurde gegen Italien sogar von den eigenen Fans ausgepfiffen. Gegen die USA gehörte er zu den Besten. “Wir brauchen Paul in Topform”, sagte Deschamps wohlwissend, dass es im Team an Führungspersönlichkeiten mangelt. Einer der wenigen Wortführer ist Torhüter Lloris, doch ausgerechnet im letzten Test patzte er beim Gegentreffer von Julian Green (44.). Es war nicht sein erster Fehler. “Ich fange jetzt nicht an, Hugo infrage zu stellen”, sagte Deschamps und verwies auf die Fehler in der Abwehr, die das Gegentor erst ermöglichten.

Das Prunkstück bei den Franzosen bleibt die Offensive. Jungstar Kylian Mbappe bewahrte Frankreich mit seinem späten Treffer (78.) wenigstens vor einer Niederlage. Der Stürmer von Paris Saint-Germain dürfte neben Griezmann gesetzt sein. Letzterer will noch in dieser Woche seine Zukunft klären und damit eine weitere Baustelle im französischen Team eliminieren. Um eine Ausstiegsklausel von 100 Millionen Euro darf Griezmann Atletico verlassen, der FC Barcelona soll bereit sein, die Summe aufzubringen.

Auch der frühere Welt-und Europameister Spanien präsentiert sich noch nicht in Topform. Im russischen Krasnodar – wo die Iberer ihr Teamcamp aufgeschlagen haben – gab es ein mühsames 1:0 gegen Tunesien. Iago Aspas von Celta Vigo erzielte erst in der 84. Minute nach Vorarbeit von Diego Costa das einzige Tor. Teamchef Julen Lopetegui blieb damit auch im 20. Spiel seiner Amtszeit ungeschlagen. Tunesien brachte Spaniens Abwehr bei Kontern aber durchaus in Verlegenheit.

Im Angriff setzte Lopetegui von Beginn an auf Rodrigo Moreno, Aspas und Costa kamen erst in der zweiten Spielhälfte aufs Feld. Andres Iniesta spielte als einer der wenigen spanischen Akteure durch. “In der ersten Spielhälfte waren wir nicht im Rhythmus. Wir haben das Spiel aber gut abgeschlossen, haben keine Verletzten und viele Spieler sind zum Einsatz gekommen”, sagte Lopetegui. Es gebe nun noch sechs Tage, um die Start-Elf für den Turnierauftakt gegen Portugal am Freitag in Sotschi “zu schärfen”.

Schweden musste sich im letzten WM-Test in Göteborg gegen Peru mit einem 0:0 begnügen. Die spektakulärste Szene hatte Schwedens Viktor Claesson mit einem Seitfallzieher vor der Pause. Peru mit dem wieder spielberechtigten Kapitän Paolo Guerrero blieb durch das Remis auch im fünften Länderspiel des Jahres ungeschlagen. Erstmals konnten die Südamerikaner dabei allerdings nicht gewinnen.

Dänemark schlug Mexiko in einem weiteren Test zweier WM-Teilnehmer mit 2:0 (0:0). Yussuf Poulsen in der 71. Minute mit einem sehenswerten Distanzschuss und Spielmacher Christian Eriksen drei Minuten später sorgten mit ihren Treffern für den Sieg der Hausherren in Kopenhagen. Mexiko war im Spiel nach vorne weitgehend ungefährlich, Javier Hernandez traf in der Schlussphase der Partie die Stange. Bei den Mittelamerikanern fehlten zu Beginn aber auch einige Stammspieler.

Von: apa

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