Thiem setzte sich im Finale ohne große Mühe durch

Thiem als Turniersieger zurück – 2. Triumph in Buenos Aires

Montag, 19. Februar 2018 | 00:34 Uhr

Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem hat seine fast einjährige titellose Zeit am Sonntag beendet. Der 24-jährige Niederösterreicher holte zum zweiten Mal nach 2016 in Buenos Aires den Turniersieg und seinen insgesamt neunten Karriere-Titel auf der ATP-Tour. Der Ranglistensechste bezwang im Endspiel den Slowenen Aljaz Bedene 6:2,6:4 und ist damit in der argentinischen Hauptstadt weiter unbesiegt.

Für Thiem war es der erste Turniersieg nach jenem in Rio de Janeiro am 26. Februar 2017. Der wurde neuerlich auf seinem Lieblingsbelag Sand fixiert, auf dem er zuvor auch schon in Nizza, Umag, Gstaad (jeweils 2015), Buenos Aires und Nizza (jeweils 2016) sowie eben Rio triumphiert hatte. Nur in Acapulco (2016/Hartplatz) und Stuttgart (2016/Rasen) konnte Thiem bisher auf einem anderen Belag einen Turniersieg feiern.

Als Belohnung für sein positiv beendetes 14. Karriere-Finale kassierte der bei dem mit 568.190 Dollar dotierten Turnier topgesetzte Akteur ein Preisgeld von 101.360 Dollar. In der Rangliste wird Thiem kommende Woche weiter auf Rang sechs aufscheinen, sich aber etwas näher an den Deutschen Alexander Zverev heranschieben.

“Ich bin sehr glücklich, dass ich meinen ersten Titel in diesem Jahr und meinen zweiten in Buenos Aires gewonnen habe. Es war mein Ziel und ich bin froh, dass ich es geschafft habe”, sagte Thiem in einer ersten Reaktion. In Argentiniens Hauptstadt tritt er gerne an. “Ich mag das Turnier wirklich, es war sicherlich nicht meine letzte Teilnahme hier”, verlautete der Weltranglistensechste.

Thiem ist erst der dritte Spieler, der in den vergangenen 30 Jahren in Buenos Aires mehrere Titel gewinnen konnte. Das gelang neben dem 24-jährigen ÖTV-Star nur den Spaniern Carlos Moya (1995, 2003, 2006) und David Ferrer (2012 bis 2014).

Thiem vergab im Estadio Guillermo Vilas gleich zu Beginn zwei Breakchancen, ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen. Nach Breaks zum 3:2 und 5:2 war der erste Satz vorentschieden. Der Lichtenwörther verwertete in der Folge bei eigenem Aufschlag seinen zweiten Satzball zum 6:2 nach etwas mehr als 36 Minuten.

Zu Beginn des zweiten Satzes fehlte Thiem wie auch schon in Durchgang eins die Effizienz, diesmal ließ er vier Chancen liegen, Bedene den Aufschlag abzunehmen. Deshalb blieb es bis zum 4:4 spannend und ausgeglichen. Zum 5:4 gelang Thiem aber das entscheidende Break. Diesen Vorteil ließ er sich nicht mehr nehmen. Nach fast exakt eineinhalb Stunden und einem abgewehrten Breakball nach zwei vergebenen Matchbällen im letzten Game war der Zweisatzsieg beim ATP-250-Event in der Tasche.

Gegen den im Ranking auf Position 51 liegenden Bedene hat Thiem damit auf der Tour weiter eine weiße Weste, entschied auch das dritte Duell für sich, das zweite in diesem Jahr nach einem 7:5,6:4-Erfolg im Doha-Achtelfinale. Nur auf Challenger-Ebene ist es dem Slowenen bisher gelungen, den ÖTV-Star zu besiegen. Der 28-jährige Bedene verlor auch sein drittes Karriere-Finale nach jenen in Chennai (2015) und Budapest (2017).

Thiem blieb im gesamten Turnier, in das er nach einem Auftakt-Freilos erst im Achtelfinale eingestiegen war, ohne Satzverlust, behielt dabei vor Bedene auch gegen Horacio Zeballos (ARG), Guido Pella (ARG) und Gael Monfils (FRA) die Oberhand. Österreichs Aushängeschild kann deshalb nun mit viel Selbstvertrauen an das Unternehmen Titelverteidigung in Rio herangehen.

“Ich freue mich sehr über meine Leistung. Man kann nicht immer ein Turnier gewinnen, verliert öfter, als man gewinnt. Von daher sind es gute Nachrichten, wenn es passiert”, verlautete der Weltranglistensechste in der Pressekonferenz nach dem Turnier. Alles andere als der Titel wäre für ihn in Buenos Aires ein Misserfolg gewesen.

“Ich wollte den Titel unbedingt, vor allem da ich fast ein Jahr kein Turnier mehr gewonnen hatte. Es war Zeit dafür”, sagte Thiem. Mit Aljaz Bedene hatte er wie auch mit Gael Monfils zuvor weniger Mühe als mit Guido Pella im Viertelfinale. “Das war das härteste Spiel im Turnierverlauf. Es ist schwierig, gegen ihn zu spielen, sein Spiel liegt mir nicht so”, sagte Thiem.

Der ÖTV-Star setzte sich 7:6(7),6:4 durch. Im Halbfinale machte er dann beim 6:2,6:1-Sieg mit Monfils kurzen Prozess. “Das war meine beste Partie hier. Es war eine gute Vorstellung vom Anfang bis zum Ende. Es war nahe dran an meinem Topniveau”, analysierte der Lichtenwörther. Bedene gab sich nach seinem dritten verlorenen Endspiel als fairer Verlierer: “Es war eine großartige Woche für mich. Domi hat auf einem sehr guten Level gespielt und sich den Sieg verdient.”

Bereits kommende Woche geht es bei dem ATP-500-Turnier in Brasilien weiter. Thiem ist hinter dem Kroaten Marin Cilic als Nummer zwei gesetzt und bekommt es in der ersten Runde mit dem Serben Dusan Lajovic zu tun, gegen den er alle drei bisherigen Duelle gewonnen hat.

Von: apa