Dominic Thiem ist nicht über Runde zwei hinausgekommen

Thiem in Shanghai mit Niederlage gegen Ebden erneut früh out

Dienstag, 09. Oktober 2018 | 15:42 Uhr

Dominic Thiems Tennis-Abstecher nach Asien ist am Dienstag im Einzel schon nach einem Match zu Ende gewesen. Nach dem jüngsten Aufschwung mit dem US-Open-Viertelfinale, zwei Siegen im Davis Cup sowie dem Titelgewinn in St. Petersburg unterlag der Niederösterreicher in der zweiten Runde des Masters-1000-Turniers von Shanghai im ersten Duell mit dem Australier Matthew Ebden 4:6,7:6(8),6:7(4).

Damit wurde die pechschwarze Serie des Weltranglisten-Siebenten bei diesem Event prolongiert, auch beim vierten Antreten reichte es nicht zum Vorstoß in Runde drei. Thiem hält in Shanghai nun bei einer Bilanz von zwei Siegen und vier Niederlagen. Seine verkürzte Asien-Tour ist abgesehen vom Achtelfinal-Auftritt am Mittwoch im Doppel auch schon wieder vorbei, weiter geht es für Thiem in zwei Wochen beim Erste Bank Open in Wien.

Dort hat der 25-Jährige mit nur einem Viertelfinale ebenfalls keine besondere Bilanz, steht aber unter Erfolgsdruck, will er nicht noch das Londoner World-Tour-Finale der Top acht der Saison verpassen. Nach Wien gibt es davor nur noch das Masters-1000-Turnier von Paris. Noch hat Österreichs Nummer eins aber einen gewissen Punktepolster und auch in der Weltrangliste kann er diese Woche maximal lediglich einen Platz verlieren.

Thiems in Shanghai vertane Chance war groß. Um das Viertelfinale wäre es am Donnerstag gegen den Deutschen Peter Gojowczyk gegangen. Dabei hatte der Lichtenwörther druckvoll und mit einem Break begonnen, verlor diesen Vorteil aber postwendend. Nachdem Thiem einen Breakball auf das 2:1 vergeben hatte, fing sich der 30-Jährige aus Perth und profitierte im zehnten Spiel des Satzes von einigen vermeidbaren Fehlern Thiems.

Im gesamten Match fabrizierte der French-Open-Finalist 42 unerzwungene Fehler, bei Ebden waren es 43. Bei den Winnern lag der Australier mit 49:48 voran. Die auf die Matchdauer von 2:46 Stunden gesehen quasi totale Ausgeglichenheit wird auch dadurch unterstrichen, dass der Weltranglisten-51. mit 123 Punkten nur einen mehr als Thiem sammelte. Der hätte das Match mit seiner Klasse beherrschen müssen, doch u.a. haperte es beim Service.

Nach dem verlorenen ersten Satz ging Thiem nach einem herrlichen Backhand-Cross auf die Linie auch 3:1 in Front, Ebden konterte jedoch zum 3:3. Er witterte seinen bisher größten Erfolg, denn einen Top-7-Akteur hatte er davor noch nie besiegt. Im dramatischen Tiebreak des zweiten Durchgangs zog der Favorit nach zuletzt sechs Siegen en suite den Kopf allerdings mit seinem vierten Satzball vorerst noch aus der Schlinge.

Ein frisches Leibchen an Thiems Körper schien die Wende zu symbolisieren, und tatsächlich gingen die ersten sechs Punkte des dritten Satzes an den Top-Ten-Spieler. Plötzlich musste er aber bei 2:2 drei Breakbälle abwehren, seine vierte Chance nutzte Ebden zur 6:5-Führung. In extremis gelang Thiem das Rebreak, nachdem er Ebdens ersten Matchball per Netzband abgewehrt hatte. Im Tiebreak war Thiem aber stets zurück, der zweite Matchball saß.

Thiem ist nach der knappen Niederlage natürlich enttäuscht gewesen, er wollte aber im Doppel an der Seite von Robert Lindstedt (Mittwoch) noch weiterkommen. “Ich denke, das war nicht mein bester Tag und er hat sehr gut gespielt”, meinte Thiem nach seinem neuerlichen Einzel-Aus in Shanghai.

Vermutlich liegt ihm dieses 1000er-Turnier wohl auch wegen des sehr schnellen Belages nicht so sehr. “Die Plätze hier sind sehr schnell, offensichtlich sind viele Matches sehr eng. So auch unseres, aber am Ende hatte er im Tiebreak des dritten Satzes mehr Glück”, sagte Thiem. Er habe bis zum Ende gekämpft und es bis zum 6:6 geschafft. “Es war kein großartiges Match von mir. Aber es ist gut, so etwas passiert.”

An eine Heimreise denkt Thiem aber noch nicht. “Ich spiele ja noch Doppel. Hoffentlich spiele ich da gut und dann habe ich genügend Zeit für Wien, was sehr wichtig für mich ist.” Grundsätzlich trainiere er sehr gut. “Matches sind eben anders. Ich hoffe, ich kann das (gute Training, Anm.) nach Wien mitnehmen.”

Von: apa