Der Niederösterreicher hat das nächste Turnier im Visier

Thiem startet am Montag in die French Open

Sonntag, 27. Mai 2018 | 17:00 Uhr

In der “Stierkampf-Arena”, also auf Platz 1, beginnt Dominic Thiem am Montag seine fünften French Open in Paris. Der als Nummer 7 gesetzte Österreicher trifft im zweiten Spiel nach 11.00 Uhr auf den Weißrussen Ilja Iwaschka. Davor findet ein Herren-Match statt.

Der zweite ÖTV-Spieler im Einzel-Hauptbewerb eröffnet das Geschehen auf Platz 12 um 11.00 Uhr: Andreas Haider-Maurer, nur dank “geschütztem Ranking” im 128er-Feld, spielt gegen den starken Russen Karen Chatschanow.

Eben noch bei der Siegerehrung in Lyon, absolvierte Dominic Thiem am Sonntag bei den French Open in Paris bereits eine erste Trainingseinheit. “Es ist immer ein schönes Gefühl, einen Titel zu gewinnen. Besonders letzte Woche, da habe ich wirklich hart dafür gearbeitet. Mental bin ich jetzt ganz oben und körperlich fühle ich mich sowieso gut”, erklärte Thiem nach einer einstündigen Trainingseinheit vor vielen Zuschauern mit dem US-Amerikaner Sam Querrey. “Vor zwei Jahren habe ich auch den Titel davor gewonnen und habe hier einen guten Lauf geschafft. Ich hoffe, ich kann Ähnliches machen.”

Ob er sich in der Form sieht, dass er auch zum dritten Mal en suite ins French-Open-Halbfinale einziehen kann? “Ich sehe mich in einer guten Form. Ich habe es in den Matches nicht gezeigt, in Lyon definitiv nicht, aber trotzdem das Turnier gewonnen. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Es macht fast mehr Spaß so, als wenn alles super läuft und man gewinnt alles in zwei Sätzen”, meinte Thiem schmunzelnd.

Bei Grand Slams tue er sich ein bisschen leichter, weil er etwas mehr Zeit zum Reinkommen habe. “Bei ‘best of five’ habe ich auch gegenüber einigen einen Fitnessvorteil und deshalb glaube ich definitiv, dass es möglich ist”, sagte der Weltranglisten-Achte in Bezug auf den etwaigen Semifinal-Hattrick in Roland Garros. Aber die Auslosung findet er wie jedes Jahr schwierig. “Man muss schauen, vielleicht öffnet der Raster sich irgendwo. Ich muss einmal die ersten Runden gut überstehen. Das ist das Wichtigste, dass ich zuerst einmal morgen und wenn es passt, dann auch die nächste Runde gut überstehe, ohne zu viel Kraft zu lassen.

Und mit dem Semifinale (da müsste er zuvor bei programmgemäßem Verlauf Alexander Zverev im Viertelfinale ausschalten, Anm.) soll noch nicht Schluss sein. “Das Finale ist das logische Ziel. Das ist sicher möglich, aber extrem schwer. Wenn ich nicht auf 100 Prozent bin, ist es komplett utopisch, aber wenn viel zusammenpasst und ich gut spiele, kann ich das erreichen.”

Dazu wird er wohl auch seine Voreinstellung auf Gegner optimieren müssen. Denn gegen manche Spieler benötigt er eigentlich wesentlich längere Zeit auf dem Platz als nötig. “Es ist ein bisserl eine Konzentrationssache und natürlich auch ein bisserl ein Problem oder mein Charakter einfach. Ich neige dazu, das Nötigste zu machen. Deshalb wurschtle ich mich manchmal durch, deshalb trete ich gegen Nadal so auf wie ich in Madrid aufgetreten bin”, gesteht der 24-jährige Niederösterreicher. Er müsse sich da verbessern. “Das ist extrem schwer. Es gibt nur eine Handvoll Spieler, die das schaffen.” Freilich will auch Thiem dazugehören. Dann werde auch die von Coach Günter Bresnik angesprochene, fehlende Selbstverständlichkeit in den Schlägen kommen.

Auch wenn über das mentale Thema im Team zumindest nach außen nicht wirklich kommuniziert wird, sieht es Thiem glasklar. “Sicher, was soll es sonst sein? Es ist kein körperliches Problem. Es ist meine Entscheidung wie ich reingehe ins Match. Nur muss ich halt lernen, das zu steuern. Gegen richtig gute Spieler gehe ich meistens automatisch mit der Einstellung rein, dass ich alles abrufen muss, um zu bestehen und das schaffe ich halt nicht bei jedem Turnier. Es ist jedem klar, dass das im Kopf stattfindet und nicht in den Beinen.”

Schon allein der Schauplatz am Montag (ORF Sport + übertragt live ab 13.00 Uhr) wird ihn wohl motivieren. Die bei vielen Spielern beliebte “Stierkampf-Arena”, der in einem Stadionrund gebaute Platz eins, ist Schauplatz seines Erstrunden-Duells mit Iwaschka. “Er hat ein bisserl eine schlechtere Vorhand, er serviert sehr gut. Er hat hier drei Matches gewonnen und hat überhaupt sehr solide gespielt dieses Jahr”, meinte Thiem in Bezug auf seinen ersten Gegner. Er wusste sogar, dass Iwaschka der Spieler ist, der sich auf ATP-Niveau 2018 am öftesten für den Hauptbewerb qualifiziert hat.

Thiem weiß noch viel mehr: nicht nur, dass sein möglicher Zweitrunden-Gegner der griechische Aufsteiger Stefanos Tsitsipas sein könnte. “Ich weiß meinen Weg bis ins Finale. Ich kenne den ganzen Raster, nicht nur für mich.” Auch die möglichen Achtelfinali von Nadal und Co. interessieren ihn. “Das ist nicht nur wegen mir, – wann ich auf wen treffen könnte -, sondern generell schaue ich es gerne an.

Von: apa

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