Thiem gab seine Zusage für die kommenden zwei Turnier-Ausgaben

Thiem verzichtet für Kitzbühel auf Olympia 2020

Montag, 01. April 2019 | 19:06 Uhr

Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem wird auch bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio nicht antreten. Der 25-jährige Weltranglisten-Fünfte hat einen Zweijahres-Vertrag mit den Veranstaltern des Generali Open in Kitzbühel für 2019 und 2020 unterschrieben. Die Kitz-Auflage findet im kommenden Jahr genau zum gleichen Termin wie das olympische Tennisturnier statt.

Damit wird Thiem frühestens 2024 um Olympia-Edelmetall kämpfen. “Tokio ist eine wunderschöne Stadt, aber ich verbringe trotzdem lieber hoffentlich eine ganze Woche mehr in Kitzbühel. Die Entscheidung ist mir nicht besonders schwer gefallen”, erklärte der zwölffache Turniersieger am Montag bei einer Pressekonferenz im Bundesleistungszentrum Südstadt in Maria Enzersdorf.

Ein Antreten bei den Spielen darauf hat er aber eingeplant. “Es ist natürlich ein bisserl ein Blick in die Zukunft, weil die Olympischen Spiele 2024 sind in Paris. Die werde ich dann auf jeden Fall spielen”, versprach Thiem und erklärte das auch: “Zumindest einmal in meiner Karriere will ich das schon machen. Da bin ich 31, vielleicht hänge ich dann noch eine zweite Olympiade an.”

Olympisches Edelmetall hat sein neuer Touring-Coach zweimal sogar in Gold gewonnen. Der zweifache Olympiasieger Nicolas Massu, dem einiger Anteil an der Rückkehr Thiems zum Turniersieger nach einem von Erkrankungen geprägten Saisonbeginn zugeschrieben wird, bleibt im Team Thiem. “Die Zusammenarbeit wird fortgesetzt, es hat ja ganz gut begonnen mit Indian Wells”, meinte Thiem lächelnd. Zumindest bis zum Jahresende wird ihn Massu begleiten. Auf welchen Events der chilenische Davis-Cup-Kapitän den French-Open-Finalisten 2018 betreuen wird, ist noch nicht festgelegt.

Der bisher größte Turniertitel ist Thiem jedenfalls mit Massu in der Betreuerbox gelungen, als der Niederösterreicher vor etwas über zwei Wochen in Indian Wells den ersten Masters-1000-Siegerscheck gewonnen hat. “Das war eine Riesenwoche für mich, von ganz unten nach Rio nach ganz oben”, blickte Thiem am Montag gerne noch einmal zurück. “Ich bin echt froh, dass ich jetzt diesen ersten großen Titel habe. Den würde ich sogar ein bisserl höher einordnen als das Paris-Finale.”

Ganz oben auf der Wunschliste Thiems steht aber auch der erste Heim-Titel. Zwei Wochen vor seinem nächsten Turniereinsatz beim Masters-1000-Turnier in Monte Carlo bereitet sich Thiem bereits intensiv auf die europäische Sandplatz-Saison vor. Beenden wird er diese nach einer kurzen Rasen-Saison einmal mehr in Kitzbühel.

Thiem hat in bisher sieben Antreten im Einzel ein Finale (2014) und ein Halbfinale (2015) zu Buche stehen. 2016 und 2018 verlor er allerdings nach einem Freilos jeweils schon sein erstes Match. Darum lautet das Ziel ganz klar Turniersieg. Der Indian-Wells-Gewinner hat bisher zwölf ATP-Titel geholt, ein Triumph auf heimischem Boden fehlt Thiem aber noch. Neu ist beim mit 586.140 Euro dotierten ATP250-Turnier in der Gamsstadt der übertragende TV-Sender. Erstmals wird ServusTV Österreichs größtes Sandplatz-Turnier zeigen, auch dieser Vertrag wurde für vorerst zwei Saisonen vereinbart.

Die Freude, Thiem gleich für zwei Jahre verpflichten zu können, ist bei den Veranstaltern groß: “Wir sehen es nicht als selbstverständlich an, dass wir für unser ATP250-Turnier mit einem Spieler seines Formats gleich einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnen konnten. Aber es zeigt einmal mehr, wie wichtig Dominic das Heimturnier in Kitzbühel ist”, so die beiden Turnierveranstalter Herbert Günther und Markus Bodner zum positiven Vertragsabschluss.

Nach zwei Monaten in Südamerika und den USA sowie seinem ersten ganz großen Titel in Indian Wells ist Thiem bereits wieder voll auf Sandplatz eingestellt. Der Weltranglisten-Fünfte hat seit einigen Tagen das Training im Freien aufgenommen. Zu Beginn der kommenden Woche reist er schon früh zum nächsten Masters-1000-Turnier nach Monte Carlo.

“Ich hoffe, dass bis Monte Carlo das Wetter so bleibt und ich schön draußen trainieren kann”, meinte Thiem, der auch knapp zwei Wochen nach dem Finalsieg über Superstar Roger Federer noch lächeln kann. “Als ich gesehen habe, wie (Roger) Federer in Miami weitergespielt hat… Das war ein wirklich guter Sieg von mir, das werde ich für immer behalten können.”

Gerüchten, wonach es zwischen Thiem und Langzeit-Coach Günter Bresnik, der am Montag beim Medientermin nicht anwesend war, “kriselt”, beantwortete Thiem offen. Bresnik selbst hatte ja zuletzt auf ServusTV von gewissen “Abnützungserscheinungen” gesprochen. “Das ist klar nach 15, 16 Jahren, in denen wir mehr Zeit miteinander verbracht haben als ich mit meinen Eltern und er wahrscheinlich mit seinen Kindern. Das ist wie in einer Ehe, da gibt es auch gute und schlechte Zeiten.”

Die sportlichen Zielsetzungen sind zwei Wochen vor Beginn der europäischen Sandplatz-Saison zwar offensichtlich, doch Thiem warnt gleichzeitig. “Die Dichte ist extrem hoch, das Niveau fast am höchsten von den fünf Jahren, in denen ich jetzt auf der Tour bin. Die Masters sind überhaupt sehr tough, Spieler, die (Nummer) 35, 40 in der Welt sind, sind nicht einmal gesetzt”, sagte Thiem. Die Superstars spielten immer noch “absolute Weltklasse” und zudem kämen Junge wie etwa Felix Auger-Aliassime nach.

Von: apa