Irgendwann muss es doch einmal funktionieren, hofft Thiem

Thiem will endlich Major-Viertelfinale in New York erreichen

Samstag, 01. September 2018 | 10:30 Uhr

Dominic Thiem bestreitet am Sonntag sein neuntes Achtelfinale bei einem der vier Major-Turniere, alleine bei den US Open ist es schon sein viertes. Für den Weltranglisten-Neunten scheint die Zeit reif, dass er erstmals abseits der French Open (Finale 2018, Halbfinali 2016-17) auch in New York die nächste Phase erreicht. Im Weg steht aber sportlich wie bildlich eine große Hürde: Kevin Anderson.

Der Weltranglisten-Fünfte aus Südafrika ist nicht nur 2,03 m groß und ein großartiger Aufschläger. Er hat sich auch von der Grundlinie kontinuierlich gesteigert und mit nunmehr 32 hat er aktuell zwei Grand-Slam-Finali zu Buche stehen: Vor Jahresfrist bei den US Open und vor wenigen Monaten in Wimbledon.

Thiem, dem man noch vor zwei Wochen nach einer Viruserkrankung ein neuerliches Achtelfinale nicht zugetraut hätte, weiß all das nur zu gut. “Der hat in den letzten vier Grand Slams zweimal Finale gespielt. Er ist einer der heißesten Spieler zur Zeit auf der Tour mit einem Riesenaufschlag”, erklärte Thiem. Von all jenen, die vor allem für Service bekannt sind, ist Anderson für Thiem “mit Abstand der beste Grundlinienspieler”.

Deshalb sei es extrem schwer, gegen Anderson zu spielen. “Das sieht man eh auch an meiner Bilanz”, sagte Thiem, der in bisher sieben Duellen nur einmal (2018 im Semifinale von Madrid) gewonnen hat. Unter den Erfolgen Andersons ist auch ein 6:3,7:6(3),7:6(3)-Drittrundensieg 2015 bei den US Open registriert.

Thiem wird sein bestes Tennis auspacken müssen, will er als zweiter Österreicher nach Thomas Muster (1993, 1994, 1996) die Runde der besten acht Spieler in Flushing Meadows erreichen.”Ich werde natürlich alles geben, dass ich ins Viertelfinale komme”, versprach Thiem, der von seinen bisherigen Auftritten im aktuellen Turnier jenen aus Runde eins hervorhob. “Das erste Match war das beste, obwohl (Steve) Johnson und (Taylor) Fritz jetzt doch um einiges besser waren.”

Auf seine bisherigen Erfahrungen werde er sich in einem US-Open-Achtelfinale aber nicht verlassen, meinte Thiem im diesmal besser besuchten internationalen Teil der Pressekonferenz. Trotz allem sei das Match im Vorjahr gegen Juan Martin Del Potro eben nur ein Tennismatch gewesen. 2017 war er gegen den auch angeschlagenen Argentinier 2:0-Sätze vorangelegen, hatte später zwei Matchbälle und verlor doch noch in fünf Sets.

Gegen Anderson wird es nicht ein bisschen leichter. “Du bist gegen ihn praktisch das ganze Match unter Druck”, sagt Thiem. Und Anderson selbst weiß ganz genau, dass das auch das Mittel ist, um den French-Open-Finalisten im Zaum zu halten.

“Gegen ihn musst du so viele Punkte wie möglich kontrollieren. Wenn du ihm das Spiel überlässt und du ihm viel Zeit gibst, dann ist er richtig tödlich”, sagte Anderson zur APA – Austria Presse Agentur. “Man muss versuchen, ihm Zeit wegzunehmen und ihn so aus der Balance zu bringen”, lautet Andersons Rezept.

Von seiner guten Bilanz lässt sich der routinierte Südafrikaner nicht blenden. “Wir hatten eine Menge knappe Matches. Er hatte wieder ein großartiges Jahr, in dem er einer der besten Spieler der Welt ist.”

Kein Zweifel an der Favoritenrolle besteht für Thiem-Coach Günter Bresnik. “Anderson war hier im Vorjahr im Finale, war im Wimbledon im Finale und hat Roger Federer auf Rasen geschlagen. Muss man da mehr sagen? Dominic hat ihn zwar in Madrid geschlagen, aber er ist nicht nur für Dominic ganz schwer zu schlagen.”

Bresnik ist nach wie vor begeistert, wie gut sich Thiem nach seiner Baisse erholt hat. “Dem fehlen einfach vier Wochen. Der war richtig krank. Wie er sich da aus dem Sumpf gezogen hat, ist ausgezeichnet.”

Von: apa