Dominic Thiem hat in New York noch viel vor

Thiem will Hürde Mannarino zum US-Open-Achtelfinale nehmen

Freitag, 01. September 2017 | 11:11 Uhr

Die ersten zwei Hürden hat Dominic Thiem genommen, jetzt ist Österreichs Tennis-Star so richtig im letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres drinnen. Der 23-jährige Niederösterreicher kämpft am Samstag gegen den als Nummer 30 gesetzten Franzosen Adrian Mannarino um sein insgesamt siebentes Major-Achtelfinale, es wäre allein schon das dritte bei den US Open nach 2014 und 2016.

Thiem ist nicht nur wegen seines Rankings bzw. wegen seiner Setzung als Nummer 6 Favorit , sondern auch aufgrund seiner makellosen Bilanz gegen Mannarino. Die Bilanz lautet 5:0, gegen den Weltranglisten-34. hat Thiem auch in diesem Jahr in Acapulco (7:5,6:3) und vor kurzem in Cincinnati (7:6/4,7:6/3) jeweils im Achtelfinale gewonnen.

Der achtfache Turniersieger wird aber den Teufel tun und Mannarino unterschätzen. “Das war in Cincinnati ein richtig enges Match. Er spielt seit der Rasensaison richtig gut, ist in Superform und auch konstant”, stellte Thiem fest. Zudem würden Mannarino die Bedingungen in Flushing Meadows liegen. “Es ist hier kein superhoher Absprung, das kommt ihm zugute. Es wird sicher wieder eine sehr schwere Partie.”

Thiem könnte mit einem Sieg schon sein fünftes Major-Achtelfinale en suite perfekt machen. Nach jenem vor einem Jahr bei den US Open, hat er in diesem Jahr sowohl bei den Australian Open als auch in Wimbledon erstmals die zweite Turnierwoche erreicht. Und bei den French Open auf seinem Lieblingsbelag Sand erreichte Thiem 2016 und 2017 sogar das Halbfinale.

Der Sieger aus Thiem-Mannarino trifft am Montag entweder auf Juan Martin Del Potro (ARG-24) oder Robert Bautista Agut (ESP-11). Thiem hat gegen beide (0:2 bzw. 0:3) eine negative Bilanz, gegen Del Potro hatte er vor Jahresfrist wegen Knieschmerzen in seinem ersten Match im Arthur Ashe Stadium verletzt aufgeben müssen.

Nicht entgangen sind dem bald 24-Jährigen natürlich die teilweise überraschenden Ergebnisse. “Ich finde generell, dass es dieses Jahr ziemlich ausgeglichen ist. Man sieht, wie viele richtig gute Spieler schon verloren haben: Sascha (Zverev), Dimitrow… und auch Federer musste zweimal über fünf Sätze gehen”, konstatierte Thiem. “Es gibt viele Spieler, die uns sehr unter Druck setzen, das war auch heute der Fall”, sprach er auch den US-Amerikaner Taylor Fritz an.

Ob es ihn nachdenklich macht, dass nun so viele starke Junge nachkommen? “Ich bin froh, dass das jetzt passiert ist, und nicht als ich 18 war, weil dann hätte es mich wahrscheinlich nachdenklich gemacht”, gestand Thiem. Als er nach oben geklettert sei, waren nicht viele Junge oben. “Das ändert sich halt jetzt. Aber es sind ja auch attraktive Spieler wie Shapovalov dabei. Der tut der Tour sicher richtig gut.”

Das Match des erst 18-jährigen Kanadiers gegen Jo-Wilfried Tsonga (Dreisatz-Sieg des Youngsters) hat sich Thiem sogar zur Gänze angesehen. “Das ist ein sehr geiler Spieler, auch wenn ihm jetzt auch alles aufgeht und er eine Superphase hat.” Auch dass es sein Freund Alexander Zverev gegen den ebenfalls erst 20-jährigen Borna Coric sehr schwer haben würde, habe er sich gedacht. Der Sieg des Russen Andrej Rublew über Grigor Dimitrow habe ihn aber schon überrascht.

“Sicher schaue ich mir das alles an, aber natürlich schaue ich auf mich selbst.” Und natürlich werden mit fortschreitender Turnierphase immer mehr Augen auch auf ihm ruhen. Immerhin ist Thiem jetzt schon einer von nur vier Spielern der Top 8 Gesetzten, die noch im Bewerb sind (Rafael Nadal, Federer, Marin Cilic und er selbst).

Im großen Interview-Raum eins ist Thiem übrigens schon verewigt worden: Ein Distanzbild zeigt den damaligen Blondschopf beim Aufschlag auf dem im Vorjahr neuen Grandstand. “Ja, das habe ich mir schon gedacht, das war mit der blonden Matte letztes Jahr”, sagte er grinsend.

Thiems Coach Günter Bresnik ist mit Thiems Auftritten soweit zufrieden. “Ich finde, dass er gut spielt.” Vor allem in den entscheidenden Momenten vermag sich Thiem zu steigern. Gegen Mannarino erwartet der 56-jährige Niederösterreicher ein ganz anderes Match. “Der spielt momentan in der Form seines Lebens”, sagte Bresnik zur APA – Austria Presse Agentur. “Der ist ein ganz anderer Spielertyp. Der schießt dich nicht weg, hat eine sehr gute Rückhand und ist ein sehr geschickter und gescheiter Spieler”, erklärte Bresnik.

Er ist von Leuten wie Rublew oder Shapovalov nicht überrascht. “Von denen erzähle ich schon seit drei Jahren. Rublew hat gegen Dimitrow richtig gut gespielt und Dimitrow hat mit der Gelegenheit, bei einem Grand-Slam-Turnier ganz gut zu spielen, nicht umgehen können.” Der Cincinnati-Sieger konnte mit der Erwartungshaltung ebensowenig umgehen wie auch Alexander Zverev. “Zverevs Grand-Slam-Bilanz war heuer grottenschlecht. Er wird trotzdem fünf oder zehn Grand-Slam-Turniere gewinnen, aber diese Anfangshürden sind schwer.”

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz