Probleme machte Thiem in Runde eins nur das Wetter

Thiem zog souverän in zweite US-Open-Runde ein

Mittwoch, 30. August 2017 | 21:10 Uhr

Lediglich 20 zusätzliche Minuten benötigte Dominic Thiem am Mittwoch bei völlig veränderten, sonnigen Bedingungen, um seinen Aufstieg in die zweite Runde der US Open zu fixieren. Der 23-jährige Österreicher, in New York als Nummer 6 gesetzt, ließ dem australischen Wildcard-Spieler Alex de Minaur keine Chance mehr und vollendete das am Vortag wegen Regens bei 6:4,6:1,1:0 abgebrochene Match mit 6:1.

Im Gegensatz zum Vorjahr, als sich Thiem in der ersten Runde gegen Minaurs Landsmann John Millman über fünf Sätze hatte plagen müssen, startete der Weltranglisten-Achte wie zuletzt bei den French Open und in Wimbledon mit einem souveränen Drei-Satz-Sieg in das Major-Turnier. Nach insgesamt 1:52 Stunden hatte er den Erfolg in der Tasche.

Durch die Regenpause muss Thiem nun an drei Tagen in Folge die Anspannung halten, auf der ATP-Tour etwas Normales, bei Grand-Slam-Turnieren die Ausnahme. “Sicher ist es nie angenehm, von einer Regenpause zurückzukommen. Aber es war halt 6:4,6:1,1:0. Das ist schon was anderes, als wenn es gleich ist oder wenn du hinten bist”, beschrieb der Lichtenwörther. Den von ihm erhofften Blitzstart in die Fortsetzung hat er am Mittwoch jedenfalls geschafft. “Ich wollte es sehr schnell beenden, weil es gleich morgen wieder weitergeht. Das ist mir gelungen.”

Thiem hatte am Dienstag im ersten Satz nach einer 3:1-Führung einen 3:4-Rückstand zur Kenntnis nehmen müssen. Er schaffte dann zum 5:4 ein weiteres Break und servierte den ersten Durchgang nach 43 Minuten aus. “Der erste Satz war wirklich nicht gut. Ich war ziemlich nervös, angespannt, die Schläge waren nicht schnell und ich habe mich nicht so gut bewegt”, analysierte Thiem.

Danach übernahm der zweifache French-Open-Halbfinalist das Kommando und mit Breaks zum 2:1, 4:1 und 6:1 stellte er nach 81 Minuten eine 2:0-Satzführung her. Nach dem dritten Servicegame zu Null in Folge zum 1:0 für Thiem ließ der Referee die Spieler in die Kabinen marschieren. Die Fortsetzung auf dem Grandstand bei nun prächtigen Bedingungen war dann fast nur noch eine Pflichtübung.

“Ich habe mich fast am Anfang des zweiten Satzes immer mehr frei gespielt. Der zweite und dritte Satz waren eigentlich so wie es sein soll. Da habe ich mit den Schlägen extrem viel Druck gemacht und das war in Ordnung”, konstatierte Thiem.

Der Zweitrunden-Gegner von Thiem bei den US Open heißt Taylor Fritz. Der 19-jährige US-Amerikaner, eine der großen Nachwuchshoffnungen der Gastgeber, setzte sich gegen den 32-jährigen Marcos Baghdatis (CYP) mit 6:4,6:4,6:3 durch. Thiem trifft erstmals auf Fritz.

“Ich habe mit ihm schon ein paar Mal trainiert. Er serviert gut, hat eine sehr gute Rückhand und spielt natürlich gut auf Hardcourt, ein typischer Amerikaner”, meinte Thiem zum nächsten Opponenten. Fritz ist aktuell nur auf Platz 108 zu finden, stand aber schon auf Platz 53. Weniger typisch ist aber, dass der 1,93 m große Kalifornier mit 18 geheiratet hat und seit dem 20. Jänner dieses Jahres auch schon Vater eines Sohnes namens Jordan ist.

Auch Thiem-Coach Günter Bresnik kennt Fritz natürlich, obwohl er Baghdatis gegen den Teenager favorisiert hatte. “Er ist einer der jungen verrückten Amerikaner. Der serviert gut, zieht auf alles drauf, er hatte in letzter Zeit keine großen Erfolge”, sagte der 56-jährige Niederösterreicher. Für einen gesetzten Spieler sei dies aber ein “normales, nicht so unangenehmes Zweitrundenlos”. “Wenn du gut spielen willst, musst du solche Leute schlagen.”

Von: apa