Ein Todesfall überschattete die sonst rundum gelungene Veranstaltung

Todesfall trübte sportlich erfreuliche VCM-Bilanz

Montag, 08. April 2019 | 12:20 Uhr

Unter dem traurigen Eindruck eines im Krankenhaus verstorbenen Teilnehmers hat Veranstalter Wolfgang Konrad am Montag Bilanz über den 36. Vienna City Marathon gezogen. Konrad bedauerte das Ableben des Läufers und drückte den Hinterbliebenen sein Beileid. Sein Resümee des organisatorischen und sportlichen Ablaufs des Großevents fiel hingegen dank neuer Rekorde positiv aus.

Das Ableben des über 60-jährigen Teilnehmers, der auf der Strecke kollabierte, erstversorgt wurde und später im Krankenhaus verstarb, sei der erste Todesfall beim VCM seit 25 Jahren. “Es ist eine lange Zeit nichts passiert, leider hat uns das Thema wieder eingeholt”, so Konrad.

Mit Präventionsinformationen und dem Medical Center bei der Startnummernabholung versuche man, die Teilnehmer möglichst gut zu informieren und das Antreten von gesundheitlich Beeinträchtigten zu verhindern. “Von unserer Seite wird alles gemacht, auch die Rettungskette hat sehr schnell und professionell reagiert. Umso trauriger ist es, dass wir nach langer Zeit wieder einen Todesfall verkünden müssen”, so Konrad. Weitere Details über den Verstorbenen, der aus Wien stammen soll, gab er mangels Information und Rücksicht auf die Hinterbliebenen nicht bekannt.

Aus sportlicher Sicht verlief die Veranstaltung hingegen äußerst erfreulich. Der neue Streckenrekord von Nancy Kiprop, die zweitschnellste Männerzeit der Geschichte, der österreichische Rekord von Lemawork Ketema und die starken Leistungen von Eva Wutti und Valentin Pfeil übertrafen – begünstigt durch ideale Wetterbedingungen – die Erwartungen.

Das im Dezember gegründete VCM Team Austria mit den besten heimischen Athleten will man weiterführen und auch nächstes Jahr die rot-weiß-rote Elite geschlossen an den Start bringen. “Wir können ja nicht auf halbem Weg aufhören”, meinte Konrad. Als zusätzlichen Anreiz wird bei der nächsten Auflage am 19. April 2020 auch die Staatsmeisterschaft in Wien ausgetragen, weil es im Olympia-Qualifikationsranking für den ÖM-Titel zusätzliche Punkte gibt.

Rennleiter Hannes Langer hofft auch im nächsten Jahr auf ähnliche Höhepunkte der österreichischen Asse. “Diesmal ist viel rund gelaufen. Das Team hat eine gewaltige Visitenkarte abgegeben. Die Reise wird fortgesetzt, es gibt viel Potenzial”, so Langer. Zur Verdeutlichung rechnete er vor, dass die stark verbesserten Ketema und Pfeil sowie Peter Herzog in einer virtuellen EM-Teamwertung 2018 diesmal nicht nur Bronze, sondern sogar Gold geholt hätten. Es gebe international freilich viele bessere Läufer und auch am eigenen Kontinent stärkere Nationen, eine gewisse “europäische Klasse” habe man aber allemal, betonte Langer.

Organisationsleiter Gerhard Wehr präsentierte erfreuliche Zahlen, obwohl der Todesfall natürlich auf die Stimmung drücke. “Wenn man das ausklammert, kann man sagen, dass der Marathon wieder einmal ein Feuerwerk der Emotionen war. Ablauforganisatorisch, sportlich und inszenatorisch haben wir alles erreicht. Das Wetter hat mitgespielt, und technisch hat alles funktioniert”, sagte Wehr.

Insgesamt wurden bei den verschiedenen Bewerben an zwei Tagen 35.166 Finisher verzeichnet. Am Sonntag waren es 30.825, den Marathon absolvierten 5.693 (1.274 Frauen/4.419 Männer), den Halbmarathon 11.964 (4.288/7.676), am Staffelmarathon mit Viererteams nahmen 13.168 teil. Die Zahl der Anmeldungen zu allen Bewerben war mit 40.590 zum siebenten Mal in Folge über 40.000 gelegen. Die Streckenführung des nächstjährigen Marathons könnte sich wegen Baumaßnahmen an der Mariahilfer Straße in der Nähe der Zweierlinie und bei der Universitätsstraße leicht verändern.

Von: apa