Er gewann in seiner Karriere insgesamt 20 Weltcuprennen

Toni Blasbichler beendet seine erfolgreiche Karriere

Dienstag, 14. April 2015 | 20:06 Uhr

Brixen – Nach 26 Jahren in der italienischen Nationalmannschaft hat Toni Blasbichler am Mittwoch seinen Rücktritt vom aktiven Rennsport bekannt gegeben. Der 43-Jährige  aus Pfeffersberg ist einer der erfolgreichsten Naturbahnrodler aller Zeiten. Er wurde zweimal Weltmeister im Einsitzer, dreimal Weltmeister im Mannschaftswettbewerb, zweimal Europameister und holte sich viermal den Gesamtweltcup. Blasbichler gewann in seiner Karriere insgesamt 20 Weltcuprennen.

Seit 1989 ist der Rodenecker Mitglied der italienischen Naturbahnrodel-Nationalmannschaft. Die ersten internationalen Erfolge feierte er bei den Junioren-Europameisterschaften 1990 und 1991, als er gemeinsam mit seinem Bruder Christian zweimal Silber im Doppelsitzer gewann und 1991 zudem Gold im Einsitzer holte.

1993 wurde er in Stein an der Enns überraschend Europameister

In der Allgemeinen Klasse startete Blasbichler fast ausschließlich im Einsitzer. 1992 war er beim ersten Weltcuprennen überhaupt im finnischen Rautavaara schon dabei. 1993 kürte er sich in Stein an der Enns überraschend zum Europameister. Den ersten Weltcupsieg feierte er am 27. Februar 1994 in Moskau. In der Saison 1995/1996 sicherte sich Blasbichler mit drei Rennsiegen und weiteren zwei Podestplätzen zum ersten Mal den Gesamtweltcupsieg, vor dem Österreicher Gerhard Pilz. Das Jahr darauf wiederholte er den Erfolg, diesmal vor Martin Gruber. In diesem Winter erreichte er mit dem Völser Martin Psenner auch zwei Podestplätze im Doppelsitzer.  

In der Weltcupsaison 1998/1999 hatte Blasbichler dieselbe Punkteanzahl wie Weltcupsieger Reinhard Gruber, der jedoch die Gesamtwertung aufgrund des besseren Streichresultates gewann. Im Februar 1999 wurde Blasbichler in Szczyrk in Polen zum zweiten Mal Europameister. 2001 gewann Blasbichler seine ersten Weltmeistertitel. In Stein an der Enns holte er Gold sowohl im Einsitzer als auch im erstmals ausgetragenen Mannschaftswettbewerb.

2001 gewann er immer in Stein an der Enns sein erstes WM-Gold

Mit vier Siegen in den ersten vier Saisonrennen sicherte sich Blasbichler im Winter 2003/2004 nach sieben Jahren zum insgesamt dritten Mal den Gesamtweltcupsieg. Das Jahr darauf folgte der vierte Gesamtweltcup. 2005 wurde er in Latsch Weltmeister im Einsitzer. Zwei weitere WM-Titel im Mannschaftsbewerb folgten 2009 in Latsch und 2011 in Umhausen. Weltcuprennen gewann Blasbichler in den letzten zehn Jahren keine mehr, dafür aber erreichte er einige Podestplätze, wie heuer im Jänner in Deutschnofen, als er sich um nur 16 Hundertstel seinem Mannschaftskollegen Alex Gruber geschlagen geben musste und Zweiter, noch vor Patrick Pigneter, wurde.

Bei der Europameisterschaft 2008 in Olang holte er einen Tag vor seinem 36. Geburtstag mit nur 18 Hundertstelsekunden Rückstand auf den Österreicher Robert Batkowski die Silbermedaille.  

Blasbichler möchte als Trainer dem Rodelsport erhalten bleiben

Mit 43 Jahren macht nun Blasbichler, der Vater von drei Töchtern ist, Schluss. Dem Rodelsport möchte er aber erhalten bleiben. „Ich habe unserem herrlichen Sport viel zu verdanken und kann mir gut vorstellen, weiterhin als Trainer meine Erfahrung und mein Wissen einzubringen. Wenn ich gebraucht werde, stehe ich gerne zur Verfügung. Ich konnte über ein Vierteljahrhundert meinen Sport ausüben, hab wirklich sehr viele schöne Momente erlebt. Bedanken möchte ich mich besonders bei meiner Familie und bei der Heeressportgruppe, die mich immer unterstützt haben. Und natürlich bei allen in der Mannschaft.“

Alle Erfolge von Toni Blasbichler

Weltmeisterschaften (5 Gold, 2 Silber, 2 Bronze)
Bad Goisern 1992: 4. Einsitzer
Gsies 1994: 8. Einsitzer
Oberperfuss 1996: 2. Einsitzer
Rautavaara 1998: 2. Einsitzer
Olang 2000: 3. Einsitzer
Stein an der Enns 2001: 1. Einsitzer, 1. Mannschaft
Železniki 2003: 4. Einsitzer
Latsch 2005: 1. Einsitzer, 3. Mannschaft
Grande Prairie 2007: 12. Einsitzer
Moos in Passeier 2009: 11. Einsitzer, 1. Mannschaft
Umhausen 2011: 8. Einsitzer, 1. Mannschaft
St. Sebastian 2015: 7. Einsitzer

Europameisterschaften (2 Gold), 1 Silber, 1 Bronze)
Völs 1991: 6. Einsitzer
Stein an der Enns 1993: 1. Einsitzer
Kandalakscha 1995: 10. Einsitzer
Moos in Passeier 1997: 4. Einsitzer
Szczyrk 1999: 1. Einsitzer
Frantschach 2002: 6. Einsitzer
Hüttau 2004: 5. Einsitzer
Umhausen 2006: 9. Einsitzer
Olang 2008: 2. Einsitzer
St. Sebastian 2010: 3. Einsitzer
Nowouralsk 2012: 5. Einsitzer, 4. Mannschaft
Umhausen 2014: 4. Einsitzer

Junioreneuropameisterschaften (1 Gold, 2 Silber)
Bruck 1989: 7. Einsitzer
Železniki 1990: 4. Einsitzer, 2. Doppelsitzer
Kandalakscha 1991: 1. Einsitzer, 2. Doppelsitzer

Weltcup
4x Gesamtweltcupsieg im Einsitzer in den Saisonen 1995/1996, 1996/1997, 2003/2004 und 2004/2005
2x 2. Platz im Einsitzer-Gesamtweltcup in den Saisonen 1998/1999 und 2000/2001
4x 3. Platz im Einsitzer-Gesamtweltcup in den Saisonen 1993/1994, 1999/2000, 2001/2002 und 2010/2011

20 Weltcupsiege, 53 Podestplätze (51 im Einsitzer, 2 im Doppelsitzer)

27. Februar 1994: Moskau     (RUS)
12. Februar 1995: Stein an der Enns (AUT)
19. Januar 1996: Landskron (AUT)
21. Januar 1996: Landskron (AUT)
4. Februar 1996: Latsch (ITA)
24. Januar 1997: Toblach    (ITA)
9. Februar 1997: Obdach (AUT)
16. Februar 1997: Garmisch-Partenkirchen (GER)
24. Januar 1999: Canale d’Agordo (ITA)
7. Februar 1999: Aurach (AUT)
20. Februar 2000: Železniki (SLO)
7. Januar 2001: Unterammergau    (GER)
14. Dezember 2003: Olang (ITA)
6. Januar 2004: Grande Prairie (CAN)
18. Januar 2004: Garmisch-Partenkirchen (GER)
25. Januar 2004: Moskau (RUS)
18. Dezember 2004: Campill (ITA) – zeitgleich mit Patrick Pigneter
9. Januar 2005: Unterammergau    (GER)
14. Januar 2005: Oberperfuss (AUT)
15. Januar 2005: Oberperfuss (AUT)

Von: ©mk

Bezirk: Eisacktal