Stefan Kraft ist eindeutig bei den Tops zu finden

Tops und Flops der Nordischen WM 2017 in Lahti

Sonntag, 05. März 2017 | 12:30 Uhr

Die Tops und Flops der 51. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Lahti:

Tops:

– Stefan Kraft: Der 23-jährige Salzburger schrieb in Lahti ein kleines Stück österreichische Sportgeschichte. Kraft eroberte sowohl von der Normalschanze als auch vom großen Bakken WM-Gold. Ein Kunststück, das vor ihm noch keinem Österreicher gelungen war. Zudem holte Kraft Mixed-Silber und war der beste Mann bei Team-Bronze im letzten Bewerb.

– Marit Björgen: Nach einem Jahr Babypause kehrte die Norwegerin triumphal in ein Großereignis zurück. Sie eroberte in Lahti im Skiathlon, über 10 km klassisch, mit der Staffel und auch über 30 km Skating ihre Titel Nummer 15, 16, 17 und 18 und ist nun klar alleinige Rekord-Weltmeisterin. Sie und ihre Landsfrauen, die über 30 km auch ein erstes WM-Triple feierten, holten in allen sechs Damen-Rennen Gold.

– Johannes Rydzek: Mit dem vierten Gold in Finnland und dem insgesamt sechsten Titel seiner Karriere krönte sich der 25-jährige Deutsche zum erfolgreichsten Winterzweikämpfer der WM-Geschichte. Vier Starts, vier Siege: Im Eiltempo ist Rydzek an die Spitze der ewigen Bestenliste gestürmt. Mit sechs Goldmedaillen (6-4-1) liegt er nun vor dem Norweger Bjarte Engen Vik (5/3/0), Jason Lamy Chappuis aus Frankreich (5/0/5) und seinem Teamkollegen Eric Frenzel (5-5-2).

– Teresa Stadlober: Die 24-jährige Salzburgerin lief im Skiathlon auf den ausgezeichneten sechsten Platz, und schaffte nicht nur ihr erstes Top-6-WM-Resultat, sondern das beste ÖSV-Resultat im Damen-Langlauf seit der Bronzemedaille von Maria Theurl bei der Heim-WM 1999 in Ramsau. Sie überzeugte am vorletzten Tag auch mit einem starken achten Rang über 30 km Skating, und war zuvor über 10 km klassisch Zwölfte. Der Leistungsentwicklung in Richtung Heim-WM 2019 in Seefeld samt Medaillenziel scheint zu stimmen.

– Gregor Schlierenzauer: Rutschte nach über einjähriger Auszeit und einer Verletzung kurz vor der WM gerade noch ins Team. Für ihn war das Dabeisein schon ein Erfolg und auch die knappe Nichtnominierung im Großschanzen-Einzel steckte er äußerst sportlich weg. Im Teambewerb wurde er für seinen Einsatz noch belohnt und holte Bronze – mit nunmehr zwölf WM-Medaillen ist er der eifrigste Medaillensammler der ÖSV-Nordischen überhaupt.

– Wetter: Zwar gab es nicht durchwegs Prachtwetter im Verlauf der insgesamt zwölf WM-Tage: Doch wer Lahti und seinen Ruf von Wetterkapriolen und starkem Wind kennt, freute sich über die pünktliche Durchführung aller Bewerbe. Verschiebungen gab es lediglich im Trainingsbereich, der gefürchtete Wind mischte sich nur im abschließenden Springer-Teambewerb störend ein.

– Austragungsort: Die WM war gut organisiert, kein Wunder war Lahti doch schon zum siebenten Mal Austragungsort von Titelkämpfen. Für Fans, Sportler und Medien hat sich Lahti auch wegen seiner direkt nebeneinanderliegenden Wettkampfstätten bewährt.

– ÖSV-Know-how: Nicht nur Heinz Kuttin durfte über zweimal Gold in den Individualbewerben jubeln, auch seine österreichischen Trainer-Landsleute in Diensten von Polen und Deutschland: Stefan Horngacher freute sich über Team-Gold auf der Großschanze und Werner Schuster als Cheftrainer der Deutschen über Mixed-Gold und zweimal Silber von Andreas Wellinger. Team-Silber gab es am Samstag auch noch für Norwegen unter den Fittichen von Alexander Stöckl.

– Zuschauerkulisse: Vor allem, wenn es große Langlauf-Bewerbe gab, wurde auch die Skisprung-Arena voll. Ein sportlich faires Publikum sorgte für gute Stimmung.

Flops:

– Finnische Skispringer: Auch wenn es zuvor erwartet worden war, so liest es sich in den Ergebnislisten doch ernüchternd für das WM-Veranstalterland. Der erneut aus der Sportpension zurückgekehrte Janne Ahonen war als 25. bester Finne auf der Normalschanze, und auch von der Großschanze war der im Mai 40 Jahre alt werdende frühere Topstar als 23. bester Suomi.

– Andreas Kofler: Eindeutig stärker in die Saison gestartet, wurde der Tiroler seinen und Cheftrainer Heinz Kuttins Erwartungen im Training nicht gerecht. Kofler musste bei allen vier Bewerben zuschauen.

– ÖSV-Langlauf-Staffel: Die ÖSV-Herren haben auch bei diesen Titelkämpfen keine Staffel gestellt. Damit war Österreich fünf Weltmeisterschaften in Folge in einer der Königsdisziplinen im Langlauf durch keine Mannschaft vertreten. 1999 hatte die ÖSV-Staffel bei der Heim-WM sensationell Gold geholt, im Hinblick auf die nächste Heim-WM 2019 in Seefeld sieht es weiterhin sehr mager aus.

Von: apa