Die Rechnung ist einfach: Zwölf Siege zum Finaleinzug, 16 zum Titel

Torontos “Bench Mob” auch im NBA-Titelkampf gefordert

Donnerstag, 12. April 2018 | 11:26 Uhr

Erstmals in ihrer Club-Geschichte starten die Toronto Raptors als Nummer eins im Osten in die Play-offs der National Basketball Association (NBA). Diese Position will das Team von Jakob Pöltl mit dem erstmaligen Einzug in die NBA-Finalserie bestätigen. Zur Erfüllung dieses Zwischenziels auf dem Weg zum Titel sind zwölf Siege notwendig. Torontos großer Trumpf soll dabei wieder die starke Bank sein.

“Wir müssen unsere Stärken ausspielen und dort weitermachen, wo wir aufgehört haben”, betonte Pöltl mit Blick auf die Auftaktrunde, in der es ab Samstag (23.30 Uhr MESZ) im Air Canada Centre gegen die Washington Wizards geht. “Der Fokus wird darauf liegen, John Wall und Bradley Beal so gut wie möglich auszuschalten.” Mit diesen beiden All-Stars warten zwei äußerst schwer zu verteidigende Spieler auf die Raptors, deren zweite Garde, zu der auch der 22-jährige Wiener Pöltl zählt, im 82 Spiele umfassenden Grunddurchgang die beste der Liga war.

“Um eine Meisterschaft zu gewinnen, brauchst du eine gute Bank”, weiß der 28-jährige Power Forward Serge Ibaka aus Spanien, der neben den beiden US-All-Star-Guards DeMar DeRozan und Kyle Lowry, dem litauischen Center Jonas Valanciunas sowie dem englischen Small Forward OG Anunoby zu den Fixstartern bei den Kanadiern gehört.

Dass Torontos “Bench Mob” in dieser Saison so gut zur Geltung kommt, liegt auch an einer Umstellung des Spielstils mit mehr Ballzirkulation und Distanzwürfen. “Wir haben uns nach der vergangenen Saison zusammengesetzt und darüber geredet, was wir verändern müssen. Wir spielen jetzt mit mehr ‘Ball Movement’ und nehmen mehr Dreier. Damit haben wir unser Team auf das nächste Level geführt”, verriet Point Guard Lowry unlängst im TV-Magazin “NBA Action”.

Der 32-jährige Spielmacher, mit 28,7 Millionen Dollar (23,2 Mio. Euro) Jahresgehalt aktueller Topverdiener in Toronto, und Topscorer DeRozan sind aber weiterhin “das Herz und die Seele unseres Teams”, wie Headcoach Dwane Casey stets betont. “Sie geben den Takt vor. Ich bin so stolz auf die beiden. Sie haben hart an sich gearbeitet, sich von Jahr zu Jahr verbessert. Sie haben dieses Team dorthin geführt, wo es jetzt steht. Sie sind mit ihrer harten Arbeit hauptverantwortlich dafür, dass man über uns als Titelanwärter spricht.”

DeRozan preist dagegen die Leistung von Casey, der seit Sommer 2011 Raptors-Cheftrainer ist. “Die Umstellung in der Offensive hat unserem Team geholfen. Jetzt haben auch andere die Gelegenheit, Spielzüge zu kreieren. Wir können den Ball nun genau dorthin passen, wo uns die gegnerische Defensive eine Chance eröffnet. Dadurch sind wir ein viel besseres Team geworden”, erklärte der 28-jährige Kalifornier, der seit dem Beginn seiner NBA-Karriere im Jahr 2009 ein Raptor ist.

“So wie wir jetzt spielen, mit Chancengleichheit in der Offensive – das gibt jedem Zuversicht. Wir sind nicht mehr nur auf Kyle und DeMar angewiesen, die für uns Punkte produzieren. Das müssen wir auch in den Play-offs so machen”, fordert Casey, der am Dienstag (17. April) 61 Jahre alt wird.

Durch diese Gleichberechtigung bei der Punktejagd kommen auch die Bankspieler viel besser zur Geltung. “Jakob (Pöltl), Pas(cal Siakam), Freddy (VanVleet), Norm(an Powell), Delon (Wright), sie waren alle großartig. Wir müssen respektieren, was sie machen, denn ohne sie hätten wir nicht diesen Erfolg”, lautete das Resümee von Lowry zu den starken Vorstellungen der zweiten Garde im Grunddurchgang. DeRozan pflichtete ihm bei: “Unsere Bank ist hervorragend. Unsere jungen Spieler bringen eine andere Art von Energie und Tempo ins Spiel, die uns antreibt.”

Nun sind Pöltl und Co. auch im Play-off gefordert. “Wir schenken unseren jungen Burschen das Vertrauen, denn wir verdanken ihnen viel und brauchen sie im Titelkampf”, betonte Ibaka, der trotz Clubrekord von 59 Siegen in der “regular season” (Pöltl: “Der Rekord ist sehr cool und ‘nice to have’, aber in Wahrheit können wir uns nichts dafür kaufen”) nun in der entscheidenden Phase im Titelkampf den nächsten Schritt erwartet. “Wir machen schon vieles sehr gut, aber es gibt genügend Raum, um noch viel besser zu werden.”

DeRozan ist derselben Meinung: “Um noch besser zu werden, muss man sich immer neuen Herausforderungen stellen und mit den besten Teams messen. Wir spielen großartig, aber um wirklich um den Titel mitreden zu können, müssen wir unser Spiel auf ein anderes Level bringen.”

Von: apa

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