Disziplinar-Verfahren eingeleitet

Trainer nach Missbrauchsverdacht beim Heer beurlaubt

Mittwoch, 13. März 2019 | 18:23 Uhr

Jener ehemalige Langlauftrainer, gegen den Missbrauchsvorwürfe erhoben wurden, ist bis auf weiteres beurlaubt. Das wurde mit dem Betroffenen vereinbart, hieß es aus dem Büro von Oberösterreichs Sport-Landesrat Markus Achleitner. Der ehemalige Langlauftrainer werde seine Arbeitsstelle im Heeressportleistungszentrum im Olympiazentrum Linz nicht betreten.

Weiters habe Oberst Michael Bauer, der Sprecher des Verteidigungsministeriums verlautbart, dass der Betroffene ab sofort versetzt und in Wien dienstverwendet wird. “Diese Entscheidung begrüße ich sehr”, meinte Achleitner. Die Sportunion Oberösterreich und der Landesskiverband haben dem Mann nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend alle Ämter entzogen.

Eine der beiden Frauen, die sich in den Medien als Missbrauchsopfer des Trainers geoutet haben, sei bereit mit der Polizei zusammenzuarbeiten, hieß es in den “Oberösterreichischen Nachrichten”. Die Staatsanwaltschaft bekam am Mittwoch einen Bericht der Polizei übermittelt, sagte ein Behördensprecher der APA. Es werde zunächst die Frage der Verjährung geprüft und dann in Absprache mit der Polizei weitere Schritte eingeleitet.

Eine der beiden Sportlerinnen hatte sich bereits Ende 2017 an die vom Österreichischen Skiverband betraute Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic und eine Anlaufstelle der Sportunion Oberösterreich gewandt, ihre E-Mails blieben aber unbeantwortet. “Die E-Mail ist irgendwo im Spam gelandet”, sagte Union-Landeschef Franz Schiefermair am Mittwoch in der “Kronen Zeitung”.

Im Oktober 2018 wandte sich das Opfer erneut an die Union, wurde von Mitarbeiterinnen gehört. “Wir haben die Informationen sofort an den Skiverband weitergeleitet, den Trainer seiner Funktion in der Landesleitung enthoben.” Dass die Vorfälle nicht bei der Polizei und beim Dienstgeber des Betroffenen, dem Bundesheer, gemeldet wurden, kritisierten die jeweiligen Sprecher. “Ohne Anzeige ging wichtige Zeit verloren”, wird Polizeisprecher David Furtner zitiert.

Von: apa