Trotz ihrer 1,45 Meter ist Biles eine echte Größe

Turnerin Simone Biles der nächste US-Superstar

Freitag, 12. August 2016 | 12:12 Uhr

Nur 1,45 m groß und 47 kg schwer – doch die 19-jährige Simone Biles ist bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro eine echte Größe. Schon jetzt hat die US-amerikanische Turnerin im Mehrkampf und mit dem Team zwei Goldmedaillen gewonnen – und sie hat noch Chancen, mit drei weiteren Titeln am Balken, Sprung und Boden ihre Goldbilanz sogar auf fünf zu erhöhen.

Ein Kunststück, das vor Biles noch keine Turnerin geschafft hat. Die quirlige Texanerin hat nicht nur mit ihren Leistungen in den Turnhallen dieser Welt für Aufsehen gesorgt, sondern ist auch in den sozialen Medien sehr aktiv und beliebt. Auf Instagram hat sie bereits über eine Million Follower, auf Twitter hat sie sich u.a. mit Celebrities wie Popstar Taylor Swift oder Kim Kardashian ausgetauscht.

Biles hatte sich schon im vergangenen November zur erfolgreichsten Turnerin der WM-Geschichte gekürt. In Glasgow stockte sie auf bereits zehn WM-Titel auf.

Dabei waren ihre ersten Lebensjahre alles andere als eine Bilderbuch-Kindheit. Weil ihre Mutter Shanon nach Drogen- und Alkohol-Exzessen nicht in der Lage war, Simone und ihre Schwester Adria aufzuziehen, wuchs sie in Pflegeheimen auf. Dann aber adoptierte sie mit sechs Jahren ihr Großvater Ronald. Der wohlhabende Texaner erzog sie und Adria mit seiner Frau Nellie wie die eigenen Kinder. Simone spricht ihn daher auch als Daddy an. Ihre Mutter hat sie erst sechs Jahre später wieder gesehen.

Ihrem Großvater verdankt sie ihre Ausbildung, er ermöglichte ihr das Training in einem der besten, aber auch teuersten Gyms der Staaten. Für Aufsehen sorgte 2014 bei der WM im chinesischen Nanjing seine Motivation, ihr ein eigenes Gym zu schenken, wenn sie als Weltmeisterin nach Hause kommt. Auch diese Lebensgeschichte hat Biles zu viel Popularität verholfen. Eine Popularität, die vielleicht die sonst vergängliche im Turnsport überdauern kann.

Nun steht Biles vor der großen Aufgabe, die bisher führenden Olympia-Turnerinnen Larissa Latynina (Sowjetunion), Agnes Keleti (Ungarn/beide 1956), Vera Caslavska (Tschechien/1968) und Ecaterina Szabo (Rumänien/1984) mit je viermal Gold an einem Schauplatz abzulösen. Latynina ist hinter Ausnahme-Schwimmer Michael Phelps mit gesamt 9 x Gold, 5 x Silber und 4 x Bronze (18) auch zweiterfolgreichste Aktive aller Olympischen Sommerspiele. Der beste Turner bei einem Olympia-Event ist nach wie vor Witali Scherbo (GUS/BLR), der 1992 in Barcelona gleich sechsmal Gold holte.

Von: APA/dpa/ag.

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