Die UEFA hält vorerst am Wembley-Stadion fest

UEFA lehnt Verlegung von EM-Spielen aus Großbritannien ab

Dienstag, 22. Juni 2021 | 16:00 Uhr

Der europäische Fußball-Verband sieht keine Veranlassung, Großbritannien wegen der raschen Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Mutante als Austragungsort der Europameisterschaft zu streichen. Die UEFA arbeite eng mit den englischen Behörden zusammen, erklärte der Verband am Dienstag. Es gebe keine Pläne, die beiden Halbfinalspiele und das Finale vom Londoner Wembley-Stadion zu verlegen. Dort sind nun in den finalen EM-Spielen gar mehr als 60.000 Besucher erlaubt.

Wie die britische Regierung am Dienstag bekannt gab, darf das Stadion in den Halbfinali und im Finale zu 75 Prozent gefüllt werden. Man sei “erfreut”, nun mehr Anhänger begrüßen zu dürfen, meinte der britische Sportminister Oliver Dowden in einem Statement. Während weitere Öffnungsschritte erfolgen, würde die öffentliche Sicherheit weiter höchste Priorität haben. Für die Ticketinhaber gelten strenge Vorschriften. Eingelassen wird nur, wer entweder zwei Mal geimpft wurde oder einen negativen Coronatest vorweisen kann.

Wegen der zuerst in Indien festgestellten Delta-Mutante des Coronavirus steigt die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien trotz einer relativ hohen Impfquote derzeit wieder deutlich an. Nach dem Heimspiel der Engländer am (heutigen) Dienstagabend gegen Tschechien ist das nächste Spiel im Wembley-Stadion das Achtelfinale zwischen Österreich und Italien am Samstagabend. Wegen der Ein- und Ausreisebestimmungen in Großbritannien können Fans aus Österreich wie auch Italien für einen Stadionbesuch nicht anreisen. 22.500 Karten sind für das erste Achtelfinale im Wembley erhältlich. Bereits 40.000 dürfen im zweiten am 29. Juni in die Arena.

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi hatte bereits am Montagabend bei einem Besuch in Berlin gesagt: “Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Endspiel nicht in einem Land stattfindet, in dem die Ansteckungsgefahr sehr groß ist.” In Großbritannien wurden am Montag über 10.000 neue Infektionsfälle mit dem Coronavirus vermeldet.

Draghi brachte Rom ins Spiel. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat bereits angeboten, das Spiel von London nach München zu verlegen. Auch Ungarn macht sich mit Budapest Hoffnungen auf das Finale. Die UEFA soll laut englischen Medienberichten die Puskas-Arena als Notfallplan in Betracht ziehen.

Auch der Gesundheitsexperte im Europäischen Parlament, Peter Liese, stellt die Austragung des Finales im Wembley infrage. “Die Ausbreitung der Delta-Variante macht es unmöglich, dass in London 40.000 Zuschauer beim Endspiel ins Stadion kommen”, schrieb der gesundheitspolitische Sprecher der konservativen EVP-Fraktion in einem offenen Brief an die UEFA. “Vielleicht ist eine Verlegung sogar unausweichlich.” Die Alternativspielorte sollten danach ausgewählt werden, welches Stadion oder welche Stadt das beste Hygienekonzept habe und der Gesundheitsschutz am besten gewährleistet sei.

Von: APA/Reuters