Die "Urus" wollen nun im Achtelfinale nachlegen

Uruguay nach siegreicher Gruppenphase “sehr zufrieden”

Dienstag, 26. Juni 2018 | 12:02 Uhr

Uruguay hat zum ersten Mal überhaupt alle Gruppenspiele bei einer Fußball-WM gewonnen. Beim 3:0 gegen Gastgeber Russland boten die Südamerikaner am Montag in Samara ihre bisher beste Turnierleistung nach den mageren 1:0-Siegen in Pool B gegen Ägypten und Saudi-Arabien. Die “Sbornaja” hingegen wurde auf den Boden der Realität zurückgebracht, muss sich in der K.o.-Phase deutlich steigern.

Uruguay erreichte das erste Zwischenziel Gruppensieg ohne Gegentor. Damit untermauerte die Mannschaft von Trainer Oscar Tabarez ihre Defensivstärke, in den jüngsten sechs Pflichtspielen musste sie nicht mehr den Ball aus dem Netz holen. “Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben”, sagte der an einer Nervenkrankheit leidende 71-Jährige. Luis Suarez leitete den Sieg bereits in der zehnten Minute mit einem in der Tormannecke versenkten Freistoß ein. Ein Eigentor von Denis Tscheryschew (23.) und ein Treffer von Edinson Cavani (90.) brachten klare Verhältnisse.

“Ich hoffe, dass es für uns als Mannschaft so weitergeht”, sagte Suarez. Das Traum-Sturmduo Suarez/Cavani hat erstmals bei einer WM in einem Spiel gemeinsam getroffen. Für Barcas Suarez war es WM-Tor Nummer sieben, das zweite im laufenden Turnier. PSG-Stürmer Cavani hat nach je einem Treffer 2010, wo man WM-Vierter wurde, und 2014 nun auch 2018 angeschrieben. Beide haben aber noch Luft nach oben, das war auch gegen Russland ersichtlich. Am Samstag (20.00 Uhr) wartet im Achtelfinale in Sotschi mit Europameister Portugal und Weltfußballer Cristiano Ronaldo sicher eine höhere Hürde. “Wir dürfen weiter träumen, aber wir wissen, dass es im Achtelfinale schwerer wird”, trat Tabarez auf die Euphoriebremse.

Die Erinnerungen an 2014 sind bei ihm noch präsent, da war für den zweifachen Weltmeister in der ersten K.o.-Runde gegen Kolumbien (0:2) Endstation. Russland war für das Achtelfinale kein echter Prüfstein, auch da Igor Smolnikow schon in der 36. Minute völlig zurecht die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. “So wie wir mit zehn Mann gespielt haben, das hat mir gefallen”, sagte Russlands Teamchef Stanislaw Tschertschessow. Zu dem Zeitpunkt stand es aber bereits 0:2. Die Wende lag in Unterzahl nicht in der Luft, im Endeffekt war Uruguay einem höheren Sieg näher als Russland dem Ehrentreffer.

Die Euphorie im Gastgeberland ist nach dem klar verpassten Gruppensieg etwas verflogen, die beim 5:0-Kantersieg gegen Saudi-Arabien und 3:1 gegen Ägypten noch frenetisch jubelnden Anhänger verließen zum Teil vorzeitig das Stadion. “Man muss ehrlich sein. Das Niveau unseres heutigen Gegners war deutlich besser als das der Gegner zuvor”, schätzte Tschertschessow die Situation realistisch ein. Seinem Team wurden die Grenzen aufgezeigt, für dieses ist aber der Achtelfinaleinzug bereits ein großer Erfolg. Dort wartet am Sonntag (16.00 Uhr) im Luschniki-Stadion in Moskau Spanien.

Tschertschessow muss in wenigen Tagen an vielen Schrauben drehen, um Andres Iniesta und Co. Paroli bieten zu können. “Wir haben es Uruguay zu leicht gemacht, uns sind zu viele einfache Fehler unterlaufen”, wusste der Ex-Tirol-Tormann. Laut seiner Ansicht sei dies auch eine mentale Geschichte. “Das Training ist die eine Sache, das Spiel dann eine andere”, so Tschertschessow. Trotzdem versuchte er Optimismus zu versprühen. “Das Wort Problem existiert in unserem Vokabular nicht. Jeder ist bereit”, versicherte der 54-Jährige. Besserung versprach der diesmal blass gebliebene Stürmer Artjom Dsjuba: “Wir werden aus den Fehlern die richtigen Schlüsse ziehen.”

Von: APA/dpa/ag.

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